Interview mit der Künstlerin Julia Benz

"Den Dschungel im Kopf auf die Leinwand bringen"

Wir sind begeistert von Julia Benz, ihren Bildern und natürlich ihrem süßen Hund! Das kreative Chaos haben wir fürs Foto ein wenig beiseite geräumt. ;) Zur Foto-Galerie
Wir von QIEZ haben junge Berliner Künstler gefragt, ob sie den Buchstaben "Q" für unser neues QIEZ-Logo entwerfen. So griff die sympathische Künstlerin Julia Benz für uns zur Spraydose. Wir waren zu Besuch in ihrem Atelier, wo sie wunderschöne Bilder malt.

Die 31-jährige Künstlerin ist vor sechs Jahren nach Berlin gezogen, wo sie an der Universität der Künste Malerei studierte. Heute ist Julia Benz eine bekannte Malerin, reist für ihre Projekte um die ganze Welt und lebt für die Kunst. Wir haben sie und ihren Hund Ponyo in ihrem Atelier in Mitte besucht. 
 

QIEZ: Wie lange malst du schon?

Julia Benz: „Ich male seit acht Jahren, nachdem ich im Lehramtsstudium einen Malereikurs belegen musste. Dort habe ich entdeckt, dass ich super gerne male.“

Bist du in Berlin geboren?

„Nein, in einem kleinen Ort in der Eifel. Ich bin vor sechs Jahren nach Berlin gezogen.“

Wie würdest du deinen Malstil beschreiben?

„Bunt, laut und groß. Auf alle Fälle auch expressiv. Aber ich habe keinen einheitlichen Malstil und das ist gut. Es ist schön, nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. So ist man freier.“

Was inspiriert dich an Berlin?

„Berlin an sich inspiriert mich eigentlich nicht. Es ist einfach der Ort, an dem ich arbeite und lebe. Meine Inspiration hole ich mir auf Reisen. Ich komme zurück in den Betondschungel, um den Dschungel in meinem Kopf auf die Leinwand zu bringen. Aber es ist gut, dass es in Berlin so viele gute Künstler gibt – das erhöht den Druck, dass man selbst produktiv ist und etwas zustande bringt.“

Was ist dein Lieblingsort in Berlin?

„Puh, das ist schwierig. Es gibt so viele schöne Orte: den Monbijoupark, den Humboldthain oder auch einfach die wunderschöne Bank vor meinem Haus, auf der ich gerne sitze.“

Gibt es auch Berlin-Bild von dir?

„Ja, tatsächlich. Als ich gerade frisch nach Berlin gezogen bin, habe ich ein Bild gemalt über die Stadt – mit vielen Baustellen. (lacht) Es heißt In den Straßen von Berlin.“

Hast du ein Mural in Berlin?

„Nein, aber in Düsseldorf. Es heißt Yalla und meine Reise in den Sudan hat mich inspiriert.“

Wenn du in Berlin mal ein Mural bemalen könntest? Wo würde das sein?

„Auf alle Fälle auf einer riesigen Fläche. Die größte Wand, die ich finden kann.“ (lacht)

Was magst du am liebsten und was am wenigsten an Berlin?

„Am meisten gefällt mir diese unglaubliche Weite in Berlin. Den Raum, den man hat: Also die breiten Straßen zum Beispiel. Am wenigsten gefallen mir die Unfreundlichkeit und Unverbindlichkeit in Berlin.“

In welchem Kiez wohnst du?

„Ich wohne in Mitte. Ich weiß gar nicht, ob das ein Kiez ist. Eigentlich ist es schon fast Prenzlauer Berg – der Bezirk beginnt auf der anderen Straßenseite. Ich wohne in einem ehemaligen besetzten Haus, in der Nähe des Rosa-Luxemburg-Platzes. Mir gefallen die Geschichte des Gebäudes und die Atmosphäre hier total gut. Ich wohne Tür an Tür mit den ehemaligen Besetzern, die heute hier ganz normal mit ihren Familien leben. Das ist nicht alles so anonym.“

Warum hast du ein Graffiti-Q entworfen? Was ist die Idee dahinter?

„Ich verstehe meine Arbeit ja als Schnittpunkt zwischen klassischer Kunst und Street-Art. Und in meinen eigenen Arbeiten spraye ich auch schon mal etwas ins Bild. Einfach nur ein Q zu malen, war mir zu langweilig.“

Dieses schöne Graffiti-Q wird in Zukunft unser Logo schmücken. ©QIEZ

 

Was interessiert dich am meisten auf QIEZ?

„Ich informiere mich ab und zu mal über Events, die in Berlin so anstehen. Über Ausstellungen lese ich eher nicht so, da weiß ich selber ganz gut Bescheid.“ (lacht)

Welches ist dein Lieblingsbild?

„Das Trịptychon meiner Ausstellung, nach dem ja auch mein kleiner Dokumentarfilm Everything amazing – nobody happy benannt ist.“

Was sind deine nächsten Projekte?

„Im Dezember werden einige meiner Bilder in der Galerie Gerken zu sehen sein, die man auch kaufen kann.“

 

Alle Bilder von Julia Benz kannst du auf ihrer Website sehen.

Foto Galerie

Galerie Gerken, Linienstraße 217, 10119 Berlin

Telefon 030 97894066
Fax 030 97894067

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Dienstag bis Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr

Galerie Gerken

Auch interdisziplinäre Ansätze junger Künstler sind in der Galerie Gerken zu entdecken.

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