Wilmersdorf
Galerie Contemporary Art Berlin

Doppelausstellung "Wahre Lügen - True Lies"

Doppelausstellung
Joachim Seinfeld, Berlin (Ost) 1976: Eröffnung des Palastes der Republik, 2006/2009, digitaler Silbergelatineprint auf Baryt, 50 x 60 cm, Auflage 3 Exemplare. Zur Foto-Galerie
Fasanenplatz - Die Galerie Contemporary Art Berlin verlängert eine Doppelausstellung mit Fotografien bis zum 12. Juli 2014, dem Tag des WM-Spiels um den 3. Platz. Die zwei Künstler Joachim Seinfeld und Claus Feldmann gehen ganz unterschiedlich mit Kamera und Fotografie um - Ludwig Heim hat die Ausstellung für QIEZ besucht.

Joachim Seinfeld- Wenn Deutsche lustig sind

Seinfeld zeigt in 14 Arbeiten Momente aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung. Es handelt sich bei den Bildern um Fotoperfomances, bei denen der Künstler selbst mehrere Protagonisten verkörpert. Diese montierte er in historische Archivbilder. Die Kostüme hierfür fand er im Theaterfundus. Einmal sieht man ihn im demolierten Münchner Bürgerbräukeller. Als die Aufnahme gemacht wurde, war dieser menschenleer. Seinfeld montierte sich selbst fünffach ins Foto.

Joachim Seinfeld, Erster Weltkrieg 1917: Luftkrieg. (c)Galerie Contemporary Art Berlin
Nun sitzen da zwei Personen an einem Tisch, Hitler, ihm gegenüber eine Frau, vielleicht Cosima Wagner? Drei weitere Personen sind anwesend. Im mittlerweile verschwundenen Palast der Republik tanzt die DDR-Nomenklatura. Im Zentrum Margot und Erich Honecker, der Künstler bewegt sich darin einmal als Putzfrau verkleidet, an einer anderen Stelle als Sicherheitsbeamter. Dem Betrachter stellt sich die Frage, sind die Szenen real oder manipuliert. Man kennt  retuschierte Bilder aus der Geschichte.

Der Galerist Egbert Baqué: „Durch das künstlerische Spiel mit Identitäten soll der Betrachter angeregt werden, sein individuelles soziales Bezugssystem zur Geschichte zu überdenken: Welches wäre deine, welches meine Rolle gewesen, wenn wir damals gelebt hätten?“

Claus Feldmann- Schiffsmeldungen

Feldmann gehört seit 2006 zum festen Stamm der Contemporary Art Berlin. Seine Bilder zeigen Szenerien, die von Menschenhand gelenkt sind, in denen man jedoch keine Menschen sieht. Romantische Bilder, in die man sich  hineinträumen kann. Schiffe in Seenot, bei Sturmflut oder im Packeis. Es sind spannende und mitreißende Szenen. Die Schriftstellerin Monika Zeiner schrieb im Katalog Claus Feldmann – Works 2005 – 2014: „Wenn David Lynch, Edward Hopper und Caspar David Friedrich gemeinsam einen Film ausstatteten, würde ich mir diesen Film vorstellen wie eine Bilderreihe Feldmanns.“ Der Katalog, von der Contemporary Art Berlin produziert, ist in der Ausstellung erhältlich.

Der Künstler baut mehrere Monate an einem Modell einer Szene, das er, wenn es absolut exakt ist, mit der Kamera festhält. Jede Aufnahme ist mit drei Exemplaren limitiert. In dem Zyklus Schiffsmeldungen sind acht zum Teil großformatige Arbeiten zu sehen.

Im Sommer, vom 19. Juli bis 30. August 2014, zeigt die Contemporary Art Berlin eine Kunstshow: ABRACADABRA. Egbert Baqué: „Diesmal keine Fotografie, stattdessen Malerei und Zeichnung, soll aber eine Schau werden, bei der die spontane Reaktion des Besuchers – wie bei einer verblüffenden Zaubervorstellung – ein ‚Wow!‘ sein soll.“ Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. Juli 2014 und ist dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos findest du hier.

Foto Galerie

Egbert Baqué Contemporary Art, Fasanenstr. 37, 10711 Berlin

Telefon 030 43910880

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Dienstag bis Freitag von 14:00 bis 19:00 Uhr | Samstag von 12:00 bis 18:00 Uhr

Egbert Baqué Contemporary Art

Screenshot der Website www.berlin-contemporary-art.com

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