Fußballtraining für Kinder mit Behinderung

Ganz normal kicken

Einige der Teilnehmer von Trainer Hagedorns Gruppe präsentieren ihre neuen Trikots.
Einige der Teilnehmer von Trainer Hagedorns Gruppe präsentieren ihre neuen Trikots. Zur Foto-Galerie
Der junge Sportverein Viktoria Mitte bietet seit einem Jahr ein Fußballtraining für Jungen und Mädchen mit Behinderung an. Ziel ist es, den Kindern, die Spaß am Sport haben, den Weg in einen Verein zu erleichtern. Trainer und Lehrer ziehen eine positive Zwischenbilanz.

Nachmittagstraining bei Rot-Weiß Viktoria Mitte: Sechs Kinder in blütenweißen Fußballtrikots stürzen sich begeistert auf den gepflegten Kunstrasenplatz an der Grenze zwischen Berlin-Mitte und Wedding. Sie kicken sich die Bälle zu und stellen sich an zum Torschuss. Eine Szene, die sich so ähnlich auch auf vielen anderen Fußballplätzen der Republik Tag für Tag zuträgt. Einen Unterschied erkennt man allenfalls auf den zweiten Blick: die jungen Kicker hier haben eine geistige oder Lern-Behinderung.

Der 2008 gegründete SV Rot-Weiß Viktoria Mitte nimmt am Pilotprogramm „Einfach Fußball“ teil. Mit diesem Projekt fördern die Bayer AG und die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung am Vereinsfußball. Bundesweit sind 15 Sportvereine eingebunden, die mit örtlichen Förderschulen kooperieren. Die Berliner Kinder kommen von der Helene-Häusler-Schule aus Mitte. Am Mittwoch haben sie die zur Initiative gehörenden weißen Trikotsets freudig in Empfang genommen.

Steile Lernkurve, motivierte Kicker

Die jungen Fußballer im Alter von 11 bis 17 Jahren werden von Sven Hagedorn trainiert. Der Übungsleiter hat eine zusätzliche Lizenz für die Arbeit mit ihnen, doch das Training unterscheide sich nicht groß von dem mit anderen Jugendlichen, sagt er. Hagedorn freut sich über die großen Fortschritte, die seine Gruppe in einem knappen Jahr gemacht hat: „Mir macht die Arbeit mit den Förderschülern riesig Spaß. In der Gruppe herrscht ein toller Teamgeist, alle Kids haben leistungsmäßig Fortschritte erzielt.“ Während anfangs die Unterscheide groß gewesen seien, hätten auch die schwächeren Spieler viel gelernt und seien sehr motiviert.

Martin Goll ist der ‚Verbindungsmann‘ an der Helene-Häusler-Schule. Dort unterrichtet er Sport und ist froh, dass seine Schüler durch „Einfach Fußball“ die Möglichkeit haben, ein normales Vereinsangebot wahrzunehmen. Für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sei es manchmal schwierig, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden. Durch die sportliche Entwicklung und die Erfolgserlebnisse beim Training seien die Kinder hoch motiviert und gewissenhaft bei der Sache, erzählt Goll. Neben dem Lehrer gibt es auch zwei engagierte Väter, die das Programm begleiten und sogar zum großen „Einfach Fußball“-Turnier nach Leverkusen mitreisen.

Ziel Integration

Ziel des Programms ist, die Fußballer an den regulären Trainingsbetrieb der Vereine heranzuführen. Schon jetzt spielen die Kinder aus Hagedorns Gruppe häufig mit den Schülern einer nah gelegenen Privatschule zusammen, die auf demselben Platz trainieren. Berührungsängste gibt es keine. „Man merkt, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt“, sagt Goll.

Der Jugendleiter von Rot-Weiß Viktoria Mitte, Elias Bouziane, weist darauf hin, dass die Trainingsgruppe von Sven Hagedorn noch einige Kicker aufnehmen kann. Bisher nehmen acht bis zehn Kinder an der Einheit teil, die mittwochs um 15:30 Uhr stattfindet.

Haben Sie Interesse an einer Teilnahme? Sie erreichen den Verantwortlichen von Viktoria Mitte telefonisch unter 0151-14387081.

Foto Galerie

SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 e.V., Am Zirkus 5, 10117 Berlin

Telefon 030 88 06 23 00
Fax 030 88 06 23 02

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