Spandau

Ganz vorsichtig: Die BVG rollt über die Freybrücke

Ein 174 Meter langer Schleichweg: Die Freybrücke in Berlin-Spandau muss wegen erheblicher Korrosionsschäden durch einen Neubau ersetzt werden.
Ein 174 Meter langer Schleichweg: Die Freybrücke in Berlin-Spandau muss wegen erheblicher Korrosionsschäden durch einen Neubau ersetzt werden.
Nach fast neun Monaten rollen sie wieder: Doppeldecker auf der Heerstraße. Ein Teil der Freybrücke ist saniert - die BVG-Busse müssen aber 50 Meter Abstand einhalten.

Bei seinem ersten großen Auftritt nach Bekanntgabe seiner Bewerbung um die Wowereit-Nachfolge war Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) nicht zu übersehen. Bei der Besichtigung der Baustelle für die Umfahrung der Freybrücke in Spandau trug er – wie seine Bauleiter – eine leuchtend orangefarbene Warnjacke mit dem Landeswappen. Immer wieder nickte er und setzte anerkennend sein Lächeln auf, wenn berichtet wurde, wie eine Komplettsperrung der Heerstraße auch nach dem Absacken eines Brückenpfeilers im Januar verhindert werden könnte.

Seitdem wird der Pfeiler rund um die Uhr mit Sensoren und Lasern überwacht, die Alarm schlagen, wenn sie sich nur um drei weitere Millimeter senken würde. Gleichzeitig ist die marode, 1910 gebaute Freybrücke für Doppeldecker-Busse und Lkw ab 18 Tonnen gesperrt und darf nur noch mit Tempo 30 überquert werden.

Schneller in die City West: Der X34 rollt über die Kantstraße zum Zoo

Jetzt ist die nördliche der beiden als Umfahrung gebauten, zweispurigen Behelfsbrücken fertig. Damit entfallen die Gewichtsbeschränkungen in Fahrtrichtung Staaken. Die BVG hat sogar in beiden Richtungen grünes Licht bekommen. Sie kann auf der Heerstraße wieder Doppeldeckerbusse einsetzen, sofern diese auf der Brücke zueinander einen Abstand von mindestens 50 Metern einhalten. Damit kann die bisher zum Spandauer Rathaus umgeleitete Linie X34 wieder von Kladow zum Zoo rollen.

Auf der Kantstraße werden Busse allerdings umgeleitet am 1. September. Wie die BVG mitteilt, wird die Linie „wegen Bauarbeiten der Wasserbetriebe“ von der Leibnizstraße Ecke Kantstraße umgeleitet über Leibnizstraße, Kurfürstendamm und Joachimstaler Straße zum Bahnhof Zoo.

Für den Schwerlastverkehr bleibt die Heerstraße in Richtung Innenstadt noch bis Anfang November gesperrt. So lange braucht die Telekom, um ihre Glasfaserkabel unter die südliche Behelfsbrücke zu verlegen. Das ist nur nachts möglich, um keine Anschlüsse zu blockieren.

Die neue Brücke wird bereits im Südhafen montiert

Indessen werden im Spandauer Südhafen bereits die ersten Teile der neuen Freybrücke montiert. Sie werden nach dem Rückbau der alten Brücke auf Pontons zur Heerstraße transportiert. Während ihrer Montage muss der Schiffsverkehr auf der Havel an vier Terminen für jeweils zwei Tage unterbrochen werden. Ende 2015 soll die neue Freybrücke fertig sein.

Da die Heerstraße eine Bundesstraße und die Havel eine Bundeswasserstraße ist, trägt den größten Anteil der Gesamtkosten von 33 Millionen Euro der Bund. Auf das Land Berlin entfallen 5,4 Millionen Euro für Geh- und Radwege.


Quelle: Der Tagesspiegel

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