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Design made in Berlin: Gardinen von Unikatessen

Design made in Berlin: Gardinen von Unikatessen
Alles beginnt mit einem auf Papier gezeichneten Entwurf. Daraus wird mal eine dufte Gardine.
Aus Leinen, Baumwolle und Organza näht Saskia Tetzlaff Vorhänge – wobei: Vorhänge ist ein zu profanes Wort für ihre textilen Kunstwerke… Ein Artikel von den Experten von Houzz, dem weltweit führenden Online-Plattform fürs Wohnen, Bauen und Einrichten.

Not macht erfinderisch. Das ist zum Stichwort geronnenes Wissen. Die schönsten Nöte bringen dann vielleicht die besten Schöpfungen hervor, möchten wir behaupten. Vor 25 Jahren stellte die Mutter von Saskia Tetzlaff fest, dass es nirgends geschmackvolle und individuelle Gardinen gab, wie sie selbst sie suchte. „Meine Mutter hat Kunst studiert und fing kurzerhand selbst an, kreativ zu werden. Was sie machte, sprach sich im Freundeskreis herum, und bald drängte sich die Idee regelrecht auf, daraus ein Geschäftsmodell zu machen“, so Saskia Tetzlaff.

Seit 25 Jahren betreibt Ulrike Tetzlaff ihr Atelier erfolgreich in Cottbus, und als Tochter Saskia nach abgeschlossenem Sinologie-Studium am Schreibtisch im Übersetzerbüro nicht recht glücklich wurde, dachte sie: „Mensch, du bist damit aufgewachsen, hast immer mitgemacht, warum gründest du nicht dein eigenes Atelier in Berlin?“ Gesagt, getan. Seit 2012 gibt es Unikatessen Berlin in der Hauptstadt, mit Entwürfen, die sich auf das urbane Umfeld beziehen und als Unikate Berliner Fenster verschönern.
 

Saskia Tetzlaff (im Bild) spricht nicht von einem Notstand in der Welt der Gardinen, für sie ist es vielmehr ein Mangel: „Es gibt keine gute Alternative zur klassischen Gardine oder zu den ganzen fantasielosen Fertigprodukten, und das ist auch der Grund, warum viele gar keine Gardinen aufhängen. An diesem Mangel hat sich auch 25 Jahre nachdem meine Mutter die Idee hatte, nichts geändert.“

Designbeispiele I unikatessen

Das Muster auf diesem grafischen Schmuckband entwarf Ulrike Tetzlaff, die Mutter von Saskia, vor über zehn Jahren. Inzwischen ist es zu einem Markenzeichen des Ateliers geworden. Es wird in Handarbeit aus Leinen, farbigen Synthetik-Elementen und einem speziellen Gitterstoff hergestellt.

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Die Fertigungstechniken erläutert Saskia Tetzlaff nur im Groben: „Sie sind unser Betriebsgeheimnis und haben sich über die Jahre entwickelt“, so die 31-Jährige mit einem Augenzwinkern. Alles beginnt mit einem auf Papier gezeichneten Entwurf, den die Künstlerin danach auf Stoff überträgt. In der Fertigungsphase wird ein Element zum nächsten addiert, bis am Ende die Schere kommt, mit der wieder Teile entnommen werden – nach Tradition der Weißstickerei.
 

Tetzlaff arbeitet am liebsten mit Naturstoffen wie Leinen und Baumwolle, die sie mit farbigem Organza kombiniert. Da auch die Naturstoffe Synthetikanteile haben, lassen sich die Unikate problemlos bei 30 Grad in der Waschmaschine reinigen. „Einfach etwas Stärke hinzugeben und eine niedrige Schleuderzahl wählen“, sagt Saskia Tetzlaff.

In diesem Atelier nehmen die Entwürfe Gestalt an. In Handarbeit wird ein Paneel binnen ein bis zwei Arbeitstagen zum Kunstwerk. Grafische Schmuckbänder aus dem Hause Unikatessen, die seitlich am Fenster angebracht wurden, gehören selbstredend zur Atelier-Ausstattung.


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Designbeispiele I unikatessen

Weil alles, was Tetzlaff anbietet, aufwändige Handarbeit ist, haben die Gardinen ihren Preis. Ein Designelement kostet zwischen 300 und 350 Euro pro Meter. Unifarbene Paneele, die hinzukommen, werden gesondert berechnet.

Entsprechend kaufkräftig ist Saskia Tetzlaffs Klientel. Es handele sich, berichtet sie, in aller Regel um Berliner ab 45 mit einem mittleren bis höheren Einkommen. Viele Ärzte, Juristen und kulturell Interessierte seien darunter. Aber nicht nur. Manch einer spare auch zwei Jahre lang, um sich dann ein Unikat aus ihrem Atelier leisten zu können.

Anhand verschiedener Musterstücke zeigt Tetzlaff ihr Gestaltungsspektrum. Die Natur spielt in den Entwürfen stets eine große Rolle – in der Materialwahl ebenso wie in den Designs, die oft Motive aus der Pflanzenwelt abstrahieren. Bäume, Wiesen und Gräser sind wiederkehrende Motive.

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Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht auf Houzz.


Quelle: Houzz

Unikatessen Berlin, Hauptstraße 5, 10317 Berlin

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