Zehlendorf
Deutsche Küche in Zehlendorf

Veredelte Berliner Kneipe

Einfache, gut gemachte Klassiker der Berliner Küche zu finden, das ist nicht so einfach, wie man denkt. Deshalb lohnt sich ein Besuch im Gasthaus Kronprinz - auch für Gäste aus anderen Bezirken. Schon allein wegen so seltener Gerichte wie "Hoppelpoppel".

Auf den ersten Blick wirkt das das Gasthaus Kronprinz in Zehlendorf entspannt: Umgeben von einem hübschen Garten mit halbwegs lauschigen Plätzen lädt es zum Verweilen ein. Im Inneren befindet sich ein großer Tresen mit Fernseher dahinter, vielleicht zur Beruhigung für Fußballfans. An den hölzernen Tischen kann man auch einfach nur eine Erfrischung zu sich nehmen.

Im hinteren Teil des Lokals stehen weiße Tische. An den Wänden Zille-Motive, Kaiserliches, Alt-Berlinisches, und unter der Decke üppige Lüster. Insgesamt ergibt das eine ganz gelungene Veredelung der traditionellen Berliner Kneipe zum Restaurant.

Umfangreiches Bierangebot

Die Kellnerin ist nicht superschnell, aber freundlich und auf jeden Fall geschmackvoll gekleidet. Der Wirt selber hilft beim Servieren der Getränke. Allein neun Sorten frisch gezapftes Bier stehen zur Auswahl, darunter „1 Meter Dom-Kölsch“.  

Die traditionelle Prägung dieses Hauses zeigt sich an den umstehenden Tischen. Die weiblichen Gäste begnügen sich in der Regel mit achtbaren Gläsern aus der kleinen Auswahl offener Hausweine. Die männlichen Gäste schwelgen derweil im gut gekühlten Bierangebot. Ein Renner sind die hauchdünnen Flammkuchen, die köstlich duftend auf großen Brettern serviert werden.

Der Salat „Kaiser Wilhelm“ besteht aus verschiedenen Blattsalaten mit einem kräftig pikanten Dressing und trägt schwer an fünf großzügig geschnittenen Putenbrustmedaillons und einem gossen Fladen geschmolzenem, warmen Ziegenkäse (11,20 Euro). Auf Wunsch werden die Reste  sorgfältig in Alufolie verpackt mit auf den Heimweg gegeben. Bei der frischen Bouillon vom Rindertafelspitz bietet sich das eher nicht an, obwohl auch die großzügig angerichtet ist mit vielen Fleischwürfeln und al dente gegartem Blumenkohl (3,90 Euro).

Täglich wechselnde Deftigkeiten

In der Region „Herzhaft leicht“ finden sich diverse Rösti-Gerichte, unter den originalen Berliner Pfannengerichten auch mal so was Seltenes wie „Hoppelpoppel“ (10,20 Euro). Verschiedene Wochentage haben verschiedene Spezialitäten, montags gibt es zum Beispiel Spanferkel. Wir probierten am Dienstag die würzig frischen Bärlauch-Kalbswürstchen, sechs Stück an der Zahl, dunkelbraun gebraten und glänzend angerichtet auf Champagnerkraut. Dazu gab es süßen Senf und luftig sahniges Kartoffelpüree (13,50 Euro).

Die sechs Teile vom Backhendl sind umgeben von einer kompakten dunkelbraunen Rüstung, innen aber zart und saftig. Allerdings wirken die mächtigen Brocken auf dem Teller ein wenig Furcht einflößend. Wären es zwei weniger gewesen und hätte es stattdessen zur Zitronenhälfte zusätzlich noch ein oder zwei Dips dazu gegeben, hätte das Gericht gewonnen (6,50 Euro).

Die „Naschereien zum Nachtisch“ sind gestandene Kalorienattacken wie Kaiserschmarrn oder Marillenknödel. Die Lust auf Süßes im Anschluss an solche Deftigkeiten stellt sich aber unwiderstehlich ein und wird gestillt von einem Stück Apfelstrudel mit vorbildlich dünnem Teig und einer überquellenden fruchtigen Füllung (5,20 Euro).

Gasthaus Kronprinz, Clayallee 323, 14169 Berlin

Telefon 030-8012092

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Montag bis Sonntag ab 12 Uhr

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