Kunstaktion

Peng! Die Rache der Entmieteten

Peng! Die Rache der Entmieteten
Wie Geister kehren ehemalige Mieter zurück, um skrupelosen Vermietern schlaflose Nächte zu bereiten.
Ist das eigentlich legal? Egal: Das Künstlerkollektiv Peng! startet einen geistreichen Telefonterror gegen skrupellose Vermieter, die sich gleichsam unlauterer Mittel bedient haben, um Mieter vor die Tür zu setzen.

Die Toiletten stinken aus den Rohren, Heizöl wurde nicht rechtzeitig bestellt, die meisten Heizkörper sind eh kaputt, die Fenster sind zugig: Was klingt wie die Beschreibung eines Lost Places ist eine Wohnung, aus der jemand herausgeekelt werden soll. Solche Methoden sind nicht selten, wenn Vermieter das große Geld riechen und Menschen mit alten (günstigen) Mietverträgen loswerden wollen.

Nein, wir wollen nicht alle über einen Kamm scheren, dass macht das Künstlerkollektiv Peng! übrigens auch nicht. Auf HauntedLandlord veröffentlichen die Künstler sogar die Adressen der Berliner Häuser, deren Vermieter nun Rache fürchten müssen. Die Aktion trifft aber auch unmenschliche Immobilienbesitzer in Frankfurt am Main und Leipzig.

Nach vielen Interviews mit Betroffenen, die die Künstler geführt haben, wurden die krassesten Berichte von Schauspielern anonymisiert eingesprochen. Diese Zitate werden nun während der Telefonterroraktion, die heute startet, ausgewählten Vermietern zu allen Tages- und Nachtzeiten vorgespielt. Zuhause und im Büro. Ein sehr durchdachter Bot führt die Anrufe aus, der nicht leicht zu blocken sein wird.

Die Künstler haben diese diskutable Vorgehensweise gewählt, weil der Staat „Privateigentum, Profitmaximierung und Spekulation mehr als das Recht auf Wohnen“ schütze. „Während Eigentümer/innen sich bereichern, werden Menschen durch Wohnungsnot in dramatische Lebenskrisen gestürzt und das soziale Geflecht von ganzen Stadteilen zerstört“, heißt es auf der Homepage der Künstler weiter. Das Kollektiv, dass bereits AstroTV hackte, um zum Boykott gegen den Sender aufzurufen, und mit Zero Tolerance und einem Twitter-Bot gegen sexistische Tweets vorging, weiß subversiv zu arbeiten und mit einem Knall Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Von der Aktion mag man denken, was man will: Das alte Berlin verschwindet. Ob in Kreuzberg, Mitte, Wedding, Friedrichshain – in der ganzen Stadt zittern gerade Bewohner in Häusern, deren Zukunft in Investorenhänden liegen. Widerstand ist nicht zwecklos!

Berliner Mieterverein e.V., Behrenstr. 1 C, 10117 Berlin
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