Kolumne: Gerlindes Geheimtipps

Kulinarische Entdeckungen auf der Kantstraße

Kulinarische Entdeckungen auf der Kantstraße
Kreative Rezepte, traditionelle Zubereitung: Die Pizzen im Vadoli sind knusprig und üppig belegt.

Charlottenburg - Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Diesmal nimmt sie uns mit auf eine kulinarische Entdeckungstour.

Um Berlin richtig kennenzulernen, muss man sich einfach mal ein paar Stunden lang in ein belebtes Café setzen, am besten draußen auf dem Bürgersteig. Und zuhören. Beobachten. Toll geht das in der Kantstraße in Charlottenburg, hier kommen wirklich alle zusammen. Die Alten, die Jungen, die Hippen, die Spießer. Wenn man die Augen schließt, ist es wie Urlaub. Alle Sprachen der Welt im Ohr, alle Düfte. Wenn ich Touristen zu Gast habe, ist ein Ausflugsziel immer die Kantstraße, die wir gemeinsam einmal komplett hoch und runter laufen. Satt werden wir auf jeden Fall!

Als erstes gibt es einen tollen Smoothie in der Saftpresse Charlottenburg in der Kantstraße 138. Hier kann man sich sensationelle Säfte selbst zusammenstellen, sie werden frisch vor den Augen der Kunden zubereitet. Mein Lieblingssaft ist und bleibt Karotte – Apfel – Ingwer. Ein kleines Bonsaiparadies gibt es in der Hausnummer 124 b. Die meisten Bonsais hier sind robust und pflegeleicht, also auch für Anfänger geeignet. Und natürlich, absolutes Urlaubsgefühl bei Mitte Meer in der Kantstraße 42. Tolle Weine, frischer Fisch – wer seine Gäste verwöhnen will, kauft hier. Ehrlich gesagt reicht es mir manchmal, einfach nur durch den Laden zu schlendern und zu spielen, ich sei irgendwo in Spanien. Kein Laden in dieser Straße steht länger als drei Monate leer. Viele Geschäfte gibt es schon viele Jahre, vor allem die Asialäden. An jeder Ecke gibt es, zum Beispiel nach einem langen Spaziergang, Massageangebote.

Wie im New Yorker Deli

Heute möchte ich mal etwas Neues ausprobieren. Eine Freundin schwärmte von Pizza im Vadoli in der Kantstraße 55, Höhe Kant-Kino. Viel edler sieht der Laden aus als seine Nachbarn. Mit seinen dunklen Backsteinwänden erinnert er an ein typisches New Yorker Deli. Vor dem Laden graue Holztische, und da es immer wieder regnet, sitzt hier kaum jemand. Ich traue mich trotzdem. Ich möchte Menschen beobachten und belauschen, was sie im Vorbeilaufen erzählen. Aber auch im Inneren sieht es super gemütlich aus, sehr clean, sehr stylish. Angenehme Beleuchtung. Links, unter großen, roten Lampen stehen hübsche Pizzabäcker, die fleißig den Teig kneten. Ich nehme mir eine Karte und schaue, was ich haben möchte. Die Auswahl ist gar nicht so groß, was ich immer sehr gerne mag, weil es suggeriert, dass hier alles ziemlich frisch ist.

 

Ein von Vadoli (@vadoli_pizza) gepostetes Foto am

Es gibt zwölf Pizzen mit hübschen Namen wie: Nutcracker oder Bufala Heaven. Die Pizzen werden hier in rote und weiße unterschieden, also mit oder ohne Tomaten. Ich entscheide mich für Jiggy Jerky mit Ricotta und trocken gereiftem Rindfleisch, der Freund, mit dem ich hier bin, nimmt Pizza mit Zucchini und Büffelmozzarella. Dazu bestellen wir frisch gepresste Säfte, zum Beispiel Island Impact mit Wassermelone, Apfel und Traube. Die Pizza holen wir uns selber, hier ist alles Selbstbedienung. Ansehnlich ist das Essen schon mal, toll dekoriert, vor allem die Bruschetta, die mein Freund bestellt hat. Die Portionen sind riesig! Der Teig der Pizza ist knusprig, allerdings hat sie für mich fast ein bisschen zu viel Rand, außerdem fehlt mir die Tomatensauce. Beim nächsten Mal würde ich mich dann lieber für eine der „roten“ Pizzen entscheiden. Ansonsten ist das Essen wirklich toll. Der Käse schmeckt frisch, das Rindfleisch ist tausend Mal leckerer als klassische Salami und ich bin nach der Hälfte schon pappsatt. Ich gieße etwas Chiliöl auf die Pizza, das verleiht ihr eine sehr angenehme Schärfe.

Unsere Pizzen kosten zwischen 5 und 12 Euro, das ist absolut okay. Und wer Pizza gerne isst, wird hier sicherlich nicht enttäuscht. Leider muss ich auf die beiden Desserts verzichten, Apple Pie mit Créme fraîche, Zimt und Zucker und Hugs and Kisses mit Schokoladencreme, Schlagsahne, weißen Schokoladenstückchen und Haselnüssen. Ich bin zu satt. Aber theoretisch hätte ich auch davon probieren können, ich habe ja noch einen langen Spaziergang durch die ganze Welt vor mir – und alles nur in einer einzigen Straße in dieser Stadt.

Vadoli, Kantstraße 55, 10627 Berlin

Telefon 030 94871515

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Täglich 11:00 bis 23:00 Uhr

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