Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Gartenkunst und große Kuchen

Gartenkunst und große Kuchen
In der Akademie kann man etwas über Gartenkunst lernen - oder sie einfach betrachten. Zur Foto-Galerie
Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diesmal: Ein Ausflug in die Königliche Gartenakademie in Dahlem.

Szene: Kleine, blonde Genussfrau sitzt am schweren Holztisch am Laptop, nippt am frischgepressten Zitronenwasser und starrt auf den Bildschirm. Italienischer Kaffee läuft in der alten Landküche durch die Maschine und auf der Terrasse hört sie die Vögel zwitschern, einen Hahn krähen und in der Ferne einen Hund bellen. Es sind mittags schon um die 30 Grad, und sie freut sich auf eine Abkühlung im Pool mit Blick auf hunderte Olivenbäume und Weinstöcke, die so malerisch auf den Hügeln angeordnet sind, als hätte sie Michelangelo persönlich dort drapiert.

Viele Grüße aus der Toskana – zurück nach Berlin. Die Stadt, die so wunderbar toskanisch sein kann, dass die Sehnsucht nach Hause genauso groß ist wie das Fernweh hierher. Und schon sind wir wieder wieder mitten an einem der schönsten Orte der Stadt.

Zylinderputzer im kleinen Paradies

Kurz vor meinem Urlaub ging es in die „Königliche Gartenakademie“ nach Dahlem. Ich hatte von dem sensationellen Kuchen gehört, den es hier gibt, und wahrscheinlich bin ich deshalb nie dort gewesen. Ich bin eher ein „Fleisch- und Kartoffelmädchen“. Da ich aber immer noch wie Alice im Wunderland auf der Suche nach dem weißen Kaninchen bin und es sein kann, dass es sich an einem Ort, an dem es Blumen und Königliches gibt, wie zu Hause fühlt, verabrede ich mich mit einem lieben Freund und Kollegen und schaue mir das Ganze mal an.

Schnell wird klar, das hier ist ein kleines Paradies. Tatschlich sieht es hier ein wenig so aus wie im Garten der Königin der Herzen aus den Lewis Carroll-Romanen. Neben wunderschönen Rosen und buntesten Blüten steht ein „Zylinderputzer“. Ha! Also bin ich wirklich im Wunderland. Diese Pflanze sieht aus wie eine klassische Flaschenbürste, die in jedem gut sortierten Haushalt steht. Für mich, neben der Strelitzie, die aussieht wie ein farbenfroher Papagei, die lustigste Pflanze – und ich meine damit buchstäblich, dass ich glaube, sie hätte Humor, wenn sie sprechen könnte.

Meine Begeisterung nimmt auch beim Lustwandeln über das Gelände nicht ab. Ein bisschen wie die Miniversion seines Nachbarn, dem Botanischen Garten. Knirschende, verschlungene Wege durch allerlei Pflanzen, ein kleiner Park, dazu Gartenaccessoires, Möbel, Töpfe und Werkzeug, alles hübsch angeordnet und dekoriert. Es werden Kurse und Workshops angeboten, auf einer Tafel steht etwas mit Dinner und Musik.

Große süße Dinge

Königlicher Kuchen (c) Jänicke
Da ich grundsätzlich gerne sitze, ist mein nächstes Ziel das Café mitten im Grünen, auf einer Wiese zwischen alten Bäumen. Ich bestelle einen guten Wein, mein Begleiter eine Brause. Dazu gibt es eine Art Panini mit Schinken, was mir nur mittelgut schmeckt, meinem Kollegen aber so gut, dass er die Hälfte, die ich übrig lasse, auch noch verputzt. Auf Süßes, das gerade im Akkord von anderen Gästen bestellt wird als wären wir auf einer Party von Marie Antoinette, habe ich auch keine Lust. Obwohl die Kuchen in der Auslage preisverdächtig aussehen – ich weiß nicht, wer so große Stücke schafft, ohne sofort an einem Zuckerschock einzugehen. Aber selbst mein Auge isst mit. Hier geht es viel um den Genuss, nicht nur für Gartenfreaks. Kaffeezeit, Brunch, Grillbuffet, alle Sorten Torten – um Reservierung wird gebeten.

Auch drinnen ist es schön, das Café direkt in einem riesigen Gewächshaus ist schon wirklich ein Hingucker. Ich fühle mich ein bisschen wie in einem Loriot-Film. Alles sieht nach feiner Etikette aus, zeitgleich auch lieblich und verspielt. Und überall steckt unendlich viel Liebe zum Detail. Nach unserem Snack geht es noch einmal ums Gelände. Alles sehr fototauglich hier, ich knipse wie eine Weltmeisterin. Dieser Ort ist perfekt für jeden, der eine Weile den Alltagsstress hinter sich lassen möchte. Perfekt für jeden, der seinen Garten oder Balkon als wichtigen Teil seines Lebens betrachtet, der es sich schön machen will und die Natur liebt. Und der sowohl gewillt als auch in der Lage ist, ein paar Euro mehr für feinste Qualität auszugeben.  Oder, der wie ich, nach dem weißen Kaninchen sucht. Das sich auch hier natürlich wieder nicht zeigt. Aber garantiert schon einmal hier gewesen ist, um sich im Schatten der jahrhundertealten Kiefer im Garten von aller Hektik und seines immerwährenden Zeitmangels zu erholen.

Gesegnet ist man wohl, wenn man auf Reisen nicht sagt oder schreibt oder vermittelt, dass man nicht mehr nach Hause möchte. Es gibt so viele wunderbare Orte, an denen man zumindest spielen kann, man wäre woanders. Urlaub vom Alltag in Berlin ist durchaus möglich, und ich freue mich jetzt schon auf die vielen Miniferien, die mich – und uns – inspirieren und neue Kraft und Energie schenken, die wir brauchen, um wieder voll durchzustarten.

Foto Galerie


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Königliche Gartenakademie, Altensteinstraße 15 a, 14195 Berlin

Telefon 030 83220900

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