Kolumne Gerlindes Geheimtipps

In dieses Restaurant kommst du von alleine nicht rein

In dieses Restaurant kommst du von alleine nicht rein
Das Restaurant Spreearche liegt in Köpenick, am Müggelsee. Das schlichte Ambiente ist nicht nur deswegen vor allem etwas für Wasserratten. Zur Foto-Galerie
Kammereiheide/Köpenick - Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diesmal geht es mit der Spreearche aufs Wasser.

Der Bauch ist voll, der Mülleimer vor der Tür auch, wie das an Weihnachten nun mal so ist. Die Gesichter sind hoffentlich entspannt, die Geschenke haben gepasst, und die Familie spricht noch miteinander. Jetzt geht es daran, sich langsam schon auf das neue Jahr vorzubereiten!

Wenn einer der guten Vorsätze ist, sich noch öfter auch mal privat mit den Kollegen zu treffen, ist das schon ein sehr gutes Zeichen. Immerhin freue ich mich auf die Zeit nach dem Weihnachtsurlaub, weil ich dann alle wiedersehen kann. Auch im Urlaub schon haben wir etwas Schönes unternommen, die Idee kam von meiner lieben Redakteurin Madeleine.

Ob wir die Spreearche schon kennen, fragt sie unsere Gruppe, wir sind etwa acht laute Menschen. Die muss man schon unterbringen können. Spreearche sagt mir nichts, klingt aber irgendwie nach einem sozialen Projekt. Sozial wird es wirklich, aber anders, als ich denke. Tatsächlich ist die Spreearche in Köpenick ein Restaurant. Aber ein ganz Besonderes.

Wo ist das Restaurant?

Es ist abends, schon dunkel, ich fahre mit meiner Kollegin Felina zusammen an ein Waldstück. Hier soll das sein? Ach, ein bisschen laufen müssen wir noch. Es ist dunkel, einsam, neblig. Weil Felina Angst vor Zombies hat, vermute ich flüsternd, dass ich ziemlich sicher bin, dass es hier welche gibt. (An dieser Stelle ein Dankeschön – ich weiß, es ist nicht immer einfach mit mir.) Wir gehen ein Stück den Müggelschlösschenweg durch den dusteren Wald und stehen plötzlich vor dem Spreearcheeingangsschild. Doch wo ist das Restaurant?

Da! Mitten auf dem Wasser steht ein wunderschön beleuchtetes Haus, das aussieht wie eine Hollywoodblockhütte einer romantischen US-Komödie. Statt Cameron Diaz und Kate Winslet winken vom Haus aus Anne, Niko und Jule. Und jetzt? Schwimmen? Mein Goldendoodle Miley, der fast immer da ist, wo ich bin, würde sofort losschwimmen, sie ist eine echte Wasserratte.

Stattdessen sollen wir auf eine Klingel drücken, die an einem Holzgeländer befestigt ist. Kaum gedrückt, setzt sich ein Floss vom Haus in Bewegung. Eine dunkle Gestalt kommt langsam auf uns zugefahren, und weil Felina auch Angst vor Gespenstern hat, vermute ich raunend, dass ich eine ähnliche Szene wie in Carpenters „The Fog“ vermute, und dass wir nun „dran seien“. Statt eines wütenden, toten Schiffskapitäns kommt Frank Cotte. Der lebt und ist sehr freundlich.

Ich finde die Idee grandios! Ein Haus auf dem Wasser, wer hier essen oder feiern will wird mit dem Floß abgeholt. Das ist doch mal ein wahrer Supertipp für Touristen und auch Berliner. Ich hatte wirklich nie vorher von der Spreearche gehört. (Deshalb liebe ich es auch, hin und wieder mal die Komfortzone zu verlassen, die Stadt ist zu groß, um sie nicht voll auszukosten.)

Frischer Fisch von Frank

Wir sitzen im gemütlich Warmen, es gibt hauptsächlich frischen, geräucherten Fisch. Für die Sonnenterrassen ist es zu spät und zu kalt, aber im Sommer muss es fantastisch sein! Unsere Gruppe ist so verliebt in dieses Haus auf dem Wasser, dass wir, wie eine Kinderhorttruppe ohne Eltern, fragen, ob wir das ganze Ding mal buchen und übernachten dürfen. Ich glaube nicht. Frank guckt so mittelbegeistert. Aber er zeigt mir das ganze Haus, stolz auf sein eigenes Klärwerk, (die Frage nach der Toilette und wie das wohl abläuft, im wahrsten Sinne, kommt häufig) seinen Räucherofen und das Lager.

Was sollte es in dem Wasser-Restaurant auch anderes geben außer Fisch? ©Gerlinde Jänicke
Auch in die Küche darf ich einen Blick werfen. Alles sehr sauber, und Frank spricht mit einer Liebe zu seinem Haus, dass ich selber ganz glücklich werde. Schlecht wird einem auf dem Wasser nicht, das Haus ist auf Beton gebaut und schwimmt nicht. Unsere Gruppe lacht, isst fantastisch rustikale, frische Gerichte, trinkt kaltes Bier und redet bis in die Nacht hinein. Irgendwann lassen wir uns zurück ans Ufer fahren.

Wir haben uns wirklich sehr wohl gefühlt! Ich bin schon auf dem Rückweg gespannt, wohin wir uns das nächste Mal treiben lassen! Und, Felina, ganz sicher war der Typ im Rückspiegel, den wir beim wegfahren sahen, nur Frank Cotte, der uns winkte. Kein Zombie. Also, ziemlich sicher kein Zombie. So ganz genau weiß man das ja immer nicht…(jetzt bitte die Lache am Ende von Michael Jacksons „Thriller“ dazudenken…)

Foto Galerie


Quelle: QIEZ / externe Quelle

SpreeArche, Müggelschlößchenweg , 12559 Berlin

Telefon 0172 3042111

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April bis Oktober: | täglich ab 12 Uhr | und auf Nachfrage | November bis März: | Samstag und Sonntag ab 11:30 Uhr | und auf Nachfrage

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