Mit App und Kopfhörern

Audiorundgang zu Orten der Köpenicker Blutwoche

Audiorundgang zu Orten der Köpenicker Blutwoche
Das ehemalige Gefängnis des Köpenicker Amtsgerichts beherbergt heute die Gedenkstätte der Köpenicker Blutwoche Juni 1933. Damals quartierte sich die SA im Gefängnis ein, um das Gebäude als Haft- und Folterstätte zu missbrauchen. Gegner des Regimes, etwa KPD- und SPD-Mitglieder, wurden vom 21. bis 26. Juni 1933 von der SA bis aufs Blut und teils bis in den Tod geschunden.
Elsengrund / Dammvorstadt - Geschichtsvermittlung auf moderne Art gibt es nun auch im Bezirk Treptow-Köpenick: Mit Hilfe von Smartphone-App und Kopfhörern erfahren Besucher bei einem Spaziergang vor Ort, was es mit einem der dunkelsten Kapitel der Lokalgeschichte auf sich hat.

Die Köpenicker Blutwoche war ein Höhepunkt des frühen NS-Terrors in Berlin. Ende Juni 1933 wurden fast 500 Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschafter von SA-Angehörigen verschleppt und an verschiedenen Orten im Stadtteil, darunter das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis, verhört und gefoltert – mindestens zwei Dutzend von ihnen starben an den Misshandlungen.

Anstatt an das Ereignis nur auf herkömmliche Weise zu erinnern, hat die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche in der Puchanstraße gemeinsam mit dem Verein Werkstatt für Bildung und Begegnung in Berlin und der GbR past[at]present einen „Audiowalk“ realisiert. Es handelt sich um einen Rundgang durch die Viertel Elsengrund und Dammvorstadt, den jeder Interessierte auf eigene Faust unternehmen kann. Er führt zu den Schauplätzen der Blutwoche und zu Wohnorten von Opfern und Tätern. Benötigt werden ein Smartphone und eventuell Kopfhörer: Mit Hilfe einer App und GPS-Empfang werden die 16 „Hörblasen“ – Audiodateien mit Erläuterungen  automatisch passend zum jeweiligen Ort abgespielt.

Mit App sollen jüngere Menschen erreicht werden

Zu hören sind authentische Tonquellen, Aussagen von Angehörigen und Einordnungen von Historikern. Vorgestellt werden unter anderem die Arbeitersiedlung Elsengrund, SA-Stabsarzt Erwin Villain, der jüdische Zahnarzt Max Pincus, eines der Folterzentren der SA sowie das Mahnmal für die Opfer der Blutwoche am Platz des 23. April. Projektleiter Yves Müller von der Gedenkstätte zeigt sich sehr zufrieden: „Mit dem Audiowalk gehen wir buchstäblich neue Wege. Es werden nicht nur bisher vernachlässigte Aspekte der Geschichte der Köpenicker Blutwoche beleuchtet. Dieser Zugang bietet auch jungen Menschen die Möglichkeit, sich spielerisch mit der Geschichte des Nationalsozialismus vor Ort auseinanderzusetzen.“

Eine offizielle Vorstellung des Projekts gibt es auch: Am Samstag, 14. März, hält Historikerin Dr. Irene von Götz um 16 Uhr in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche den Einführungsvortrag. Anschließend stellen Projektleiter Müller und Marianne Graumann von past[at]present den Audiowalk vor.

Ein weiteres lokales Geschichtsprojekt, in das die Gedenkstätte involviert ist, greift ebenfalls auf moderne Medien zurück: Unter dem Motto „’45 – Kriegsende in Treptow und Köpenick“ und dem Hashtag #kriegsendetk twittern die beteiligten Institutionen bis Ende Juni historische Informationen zu den letzten Kriegstagen und dem Beginn des Wiederaufbaus.

Weitere Informationen und den Link zum Download der App für Android und IPhone bekommt ihr auf der Webseite der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche.

Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933, Puchanstr. 12, 12555 Berlin

Telefon 030 902975671
Fax 030 902975630


Donnerstag von 10:00 bis 18:00 Uhr,
Sonntag von 14:00 bis 18:00 Uhr.

Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933

Das ehemalige Gefängnis des Köpenicker Amtsgerichts beherbergt heute die Gedenkstätte der Köpenicker Blutwoche Juni 1933. Damals quartierte sich die SA im Gefängnis ein, um das Gebäude als Haft- und Folterstätte zu missbrauchen. Gegner des Regimes, etwa KPD- und SPD-Mitglieder, wurden vom 21. bis 26. Juni 1933 von der SA bis aufs Blut und teils bis in den Tod geschunden.

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