Luise von Mecklenburg-Strelitz

Frühstück für die Königin

Frühstück für die Königin
Luise von Mecklenburg-Strelitz
Max-Steinke-Straße - Ein kleines Gastspiel versetzte die Bewohner Weißensees im Jahr 1809 in Freude: Nach dreijähriger Abwesenheit kehrte die preußische Königsfamilie nach Berlin zurück. Dabei nahm man insbesondere Königin Luise gebührend in Empfang.

Es war der 23. Dezember 1809 – der gleiche Tag, an dem Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz 16 Jahre zuvor als Braut ihres Gatten Kronprinz Friedrich Wilhelm III. in Berlin eingezogen war. An jenem winterlichen Morgen kurz vor den Toren der preußischen Hauptstadt im Rittergut Weißensee war der Grund für die überschwängliche Freude der Bevölkerung jedoch ein ganz anderer.

Seitdem das preußische Heer im Herbst 1806 bei der Schlacht von Jena und Auerstedt von den französischen Truppen geschlagen worden und Napoleon mit wehenden Fahnen in Berlin eingefallen war, hatte die Königsfamilie erst nach Königsberg (heutiges Kaliningrad) und später nach Memel (heute eine Hafenstadt in Litauen) fliehen müssen.

Feierliche Rückkehr

Erst 1809, zweieinhalb Jahre nach dem Friedensvertrag von Tilsit, konnte das Königspaar mit seinen Kindern nach Berlin zurückkehren. Trotz der harten Friedensbedingungen, durch die Preußen mehr als die Hälfte seiner Gebiete und Untertanen verlor, feierte man die Ankunft der königlichen Familie pompös. Das lag vor allem daran, dass die sehr schöne und anmutige Luise beim Volk äußerst beliebt war. Ihr fröhliches Naturell sowie ihre Einfachheit und Herzlichkeit wurden als bürgerliche Tugenden verstanden. An ihren jüngeren Bruder Georg schrieb sie einmal: „Das Gute wird nicht immer erkannt […], deshalb muss man aber nicht ablassen, gut zu sein.“

Dieses Gutmenschentum spürten wohl auch die Weißenseer, und so kredenzte man Luise und ihrer Familie an jenem Morgen ein königliches Frühstück. Das Geld dafür wurde aus einem Fonds genommen, der eigentlich für die Bekleidung der Armee gedacht gewesen war. Es wurde ein großes Fest, und zudem schenkte man der Königsfamilie eine Galakutsche, mit der es einige Stunden später weiter nach Berlin ging.    


Quelle: kompakt

Frühstück für die Königin, Max-Steinke-Straße, 13086 Berlin
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