Gesunde Blüten selbst verarbeiten

Husch, husch, Holunder!

Gesund, frisch, lecker: Der Holunder blüht! Allerdings nicht mehr lange. Wer noch Holunderblüten sammeln gehen möchte, muss sich ranhalten! QIEZ weiß um die positiven Wirkungen des Holunders, die Verarbeitung der Blüten und die Orte, an denen sie zu finden sind.

Achtung! Durchsage für alle Kräuterfans, Naturburschen, Hobbyköche und Atemwegserkrankten: Es blüht noch Holunder in der Stadt. Aber ihre beste Zeit hat die diesjährige Holunderblüte bereits hinter sich. Wer also noch fix ein paar Blüten sammeln gehen möchte, sollte besser heute als morgen einen Korb schnappen und sich auf die Expedition Holunder begeben!

Wofür ist der Holunder gut?

„Holunder wirkt immunsystemstärkend“, sagt Dr. Kristin Peters, die in und um Berlin regelmäßig Kräuterwanderungen anbietet. „Die Blüten unterstützen die Atemwege, wirken schleimlösend und entzündungshemmend“, so die Expertin für Pflanzenheilkunde. Außerdem sei Holunder gut für Fieberkranke: „Die Blüten fördern die Schweißbildung, sodass das Fieber ausgeschwitzt wird.“ Wer nicht gerade krank oder erkältet sei, für den habe zwar der Genuss von Holunderprodukten keinen ungewöhnlichen, positiven Effekt. Jedoch: „Der größte Vorteil ist das ausgesprochene kulinarische Erlebnis. Die Menschen freuen sich einfach über den guten Geschmack.“

Freude wirke sich ohnehin stets positiv auf den Menschen aus, so die Diplom-Agraringenieurin Peters. Die Expertin weist allerdings darauf hin, dass die industriell produzierten Holunderlimonaden keine heilende Wirkung haben. Wer auf die gesundheitsfördernde Wirkung der Holunderblüte setze, solle lieber einen selbst hergestellten Tee oder Sirup zu sich nehmen. „Als Erfrischungsgetränke sind die Limonaden aber sicherlich in Ordnung“, sagt Peters.

Wo gibt’s die leckeren „Hollerblüten“?

Verlockend ist es durchaus, selbst als Küchenfee in Aktion zu treten und die weiß-gelblichen Holunderblüten zu verarbeiten. Doch woher bekommt der Berliner  die „Dolden“, also die Blütenstände? Pflanzenkennerin Peters schlägt das Erpetal als Sammelort vor. Besonders in der Nähe von Hirschgarten seien die Sträucher entlang der Erpe zu finden. Doch auch, wer dem Flüsschen weiter folge und sich im Erpetal umsehe, werde in der Nähe von Kleingärten fündig.

Alle, die in den nächsten Tagen nicht mehr die Zeit finden, die Expedition Holunderblütensammeln zu starten, verpassen die Blüte in diesem Jahr. Lernen können sie trotzdem noch etwas über den Holunder, genauso wie über viele andere Pflanzen im Erpetal – am 30. Juni, wenn Kristin Peters ihre Kräuterführung durch das Tal veranstaltet. Auf die Nachbarschaft zu Kleingärten verweist auch die Berliner Kräuterkundige Maria Moch. „In der Kleingartenanlage an der Bornholmer Straße“ stünden einige Holundersträucher, verrät die Heilpraktikerin. Weitere Orte, an denen „Hollerblüten“-Sammler jetzt noch fündig werden könnten, sind die Wuhlheide und Lübars.

Was lässt sich draus machen?

Und was fängt der Glückliche mit den gesammelten Dolden an? Die Liste ist lang. Sie beginnt bei Holunderblütengelee und -marmelade, geht weiter mit Holunderblütenmilch und -wein und hört bei Holunderblütensirup längst nicht auf. Weil der Sirup sich aber größter Beliebtheit erfreut, hier ein einfaches Rezept:

Etwa ein halbes Kilo Dolden sammeln (Sie sind sehr leicht, daher einen großen Korb wählen!) und nach Hause tragen, klar. Dort dann die Blüten von den Stielen abschneiden und in einen Steintopf geben. Darauf kommt ein aufgekochter Sud. Er besteht aus einem halben Kilo Zucker, dem Saft von acht Zitronen, acht Gewürznelken, 375 Millilitern Sekt und 375 Millilitern Mineralwasser. Den Topf mitsamt Blüten und Sud lässt der Holunderfan vier bis fünf Tage in Ruhe an einem kühlen Ort stehen, damit der Sirup durchziehen kann. Nach Ablauf der Zeit wird die Flüssigkeit durch ein Filterpapier (wahlweise Geschirrtuch) gegossen. Abgefüllt in Gläsern oder Flaschen hält sich der Sirup etwa ein halbes Jahr, wenn er im Kühlschrank gelagert wird. Ein paar Schluck Holundersirup verfeinern beispielsweise jedes Glas Mineralwasser (oder auch Prosecco), Obstsalat oder Eis.

Weitere Informationen zu Kristin Peters Kräuterführung gibt es hier.

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