Ausstellung im Jüdischen Museum

Der Golem: aus der Bibel aufs Comic-Cover

Der Golem: aus der Bibel aufs Comic-Cover
Das Jüdische Museum erweckt den Golem zum Leben.
Luisenstadt Es ist ein Wesen, das der Mensch aus dem Nichts schafft und ihm das Leben schenkt. Seinen Dank drückt es aus, indem es seinen Schöpfer umbringt. In der Ausstellung zu Ehren des Golem im Jüdischen Museum wird das hoffentlich nicht passieren.

Kaum betritt man die Ausstellung und schon ist der erste Schock da: Ein Riese, der aus Lampen konstruiert und wohl über zwei Meter groß ist, bewacht den Eingang. Ein Lichtbringer-Golem! Seit dem 23. September ist die große Golem-Ausstellung im Jüdischen Museum geöffnet. Man kann sich insgesamt 250 Exponate anschauen, die von der Entstehung, der Entwicklung und der Rolle des Golems im Leben des Menschen erzählen. Neben Kunstwerken und Photographien finden auch Cover von Comics, Spielfiguren, Actionhelden und Film-Monster ihren Platz in der Ausstellung. Kein Wunder, dass der Golem so eine beliebtes Motiv im Horrorfilm ist. Selbst im Museum sorgen einige Exponate für ein perfektes Gruselgefühl.

 

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Die Geschichte dieser mythischen Figur nimmt schon in der Bibel ihren Lauf. Erschaffen 1580 von Rabbi Löw in der Prager Josefstadt, hatte der Golem die Aufgabe, die Juden in diesem Viertel zu beschützen. Auf der Stirn des Golems soll der Rabbi das Wort „Emeth“ geschrieben haben, was auf Hebräisch  „Wahrheit“ bedeutet. Falls man das riesige Wesen deaktivieren will, sollte man den ersten Buchstaben entfernen, was „Meth“ ergibt – „Tod“. Inzwischen hat der Golem einen langen Weg hinter sich, der den Rahmen des Judentums schon längst gesprengt hat.

Das Erschaffen von künstlicher Intelligenz hat die menschliche Phantasie schon immer beflügelt. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich die Vorstellung davon, was ein Golem ist. Grundsätzlich gilt ein Wesen als Golem, wenn es aus unbelebter Materie erschaffen ist und die Funktion hat, seinen Schöpfer bei seinem Vorhaben zu unterstützen, was auch immer es ist. Heutzutage lebt das Sci-Fi Kino in Hollywood davon, Maschinen mit künstlicher Intelligenz auf ihre Schöpfer loszulassen. Das Paradebeispiel und einer der wohl bekanntesten Hollywood-Golems ist Frankenstein. Der letzte US-Hit, der von einem Golem handelte, ist Ex Machina vom Regisseur Alex Garland.

In der Ausstellung, die bis zum 29. Januar zu sehen ist, kann man sich auf einen Spaziergang durch die Geschichte des Golems machen. Ein Besuch im Jüdischen Museum ist ein heißer Tipp nicht nur für die, die sich für die mythische Figur interessieren, sondern auch für alle Serienjunkies, Comicleser und Gaming-Fans.

Der Eintritt in die Ausstellung kostet 8, ermäßigt 3 Euro. Mehr Infos gibt auf der Website vom Jüdischen Museum.

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin

Telefon 030 25993300
Fax 030 25993409

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