Faire Läden bei den "Green Fashion Tours"

Kaufen mit Köpfchen

Kaufen mit Köpfchen
Das "Format"-Team und der "Wesen"-Store auf der Weserstraße sind nur eine schöne Station auf der "Green Fashion Tour" durch Neukölln.
Neukölln - Fair, grün, wiederverwertet. Berlin ist Deutschlands Zentrum für (grüne) Mode. Wo man die bekommt, verrät die "Green Fashion Roadmap" interessierten Konsumenten schon länger. Neu ist, dass die Herausgeber jetzt die dazu passenden "Green Fashion Tours Berlin" anbieten. QIEZ war mit dem Fahrrad dabei.

Bio-Baumwolle ist gar nicht so umweltfreundlich, wie man denkt. Auch für ihre Produktion werden Unmengen von Wasser benötigt. Großabnehmer sind Modegiganten wie H&M und C&A. Und das ist nur eine Erkenntnis, die ich bei dem Besuch in neun Neuköllner Läden mitnehme. An einem sonnigen Freitag hat Anna von den „Green Fashion Tours“ zum Hermannplatz gebeten, wo wir mit einer kleinen Gruppe starten, um die spannenden Geschäfte im Kiez zu erkunden.

Die Idee dazu kam den Machern des „Upcycling Fashion Stores“ und „Get Changed!“ durch die „Green Fashion Roadmap“, die sie gemeinsam rausgeben und regelmäßig aktualisieren. Auf der finden sich faire Stores in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Charlottenburg, Prenzlauer Berg und eben Neukölln. Weil das Interesse daran so groß war, entwickelten sie dazu entsprechende Kieztouren mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Je nach Strecke zu Fuß oder mit dem eigenen Rad.

Heute stehen uns über neun Kilometer Fahrradtour bevor und Geschäfte, Showrooms und Ateliers, die fair produzieren oder grüne sowie Upcycling-Produkte verkaufen. Dazu gehören entweder gebrauchte Kleider, die einen neuen modernen Schnitt bekommen oder Stoffreste, die zunächst geschreddert und dann neu gewoben werden. Beides mit schicken und günstigen Beispielen zu finden bei „Homage“. Eine Adresse im Kreuzköllner Einzugsgebiet, die ich genauso gern entdecke wie den geschmackvollen cleanen Eco-Fashion-Concept Store „Möon“ in der Schönleinstraße.

Grün, grün, grün sind alle ihre Kleider

Weiter geht es zu noch mehr fairen und Upcycling-Brands wie „Kollateralschaden„, „Benu Berlin“ oder „Format“. Bei allen erfährt man von den Inhabern oder Designern Spannendes zu Produkten, Herstellungsweisen und Gütesiegeln. Besonders gut gefällt mir „Un Autre VooDoo“ von Oryanne und Raphael. Die Französin ist Mitgründerin des Designermarktes „Voodoo Market“ und setzt das Konzept, jungen Designern eine günstige Plattform zu bieten, in ihrem Laden fort. Auf kleinen Ausstellungsflächen zeigen sie ihr Können. Nach drei Monaten wird getauscht. Bei dieser Art von Pseudo-Pop-up weckt das Angebot von Kindermode über Schmuck aus japanischen Perlen bis hin zu fairen Regenmänteln definitiv den Kaufrausch-Instinkt.  

Noch mal richtig spannend wird es am Ende auch bei „Bolsos Berlin“. Britta verarbeitet so gut wie alles weiter zu Taschen, Rücksäcken, Fahrradzubehör und Schulranzen. Materialien sind übrig gebliebenes Segeltuch, Bannerplanen oder Feuerwehrschläuche. In ihrem Showroom, der gleichzeitig Werkstatt ist, näht sie alles selbst und fertigt somit Unikate am laufenden Band. Selbstverständlich wird auch hier noch ein letztes Mal zugeschlagen. Mit so vielen Hintergrundinfos und schönen Geschichten hat man beim Einkaufen einfach ein ultimativ gutes Gewissen und Lust auf mehr. „Green Fashion Tours“ sei dank. 

Die Touren finden im Sommer regelmäßig freitags ab 14 Uhr statt. Neben Deutsch werden sie auch auf Englisch, Spanisch und Französisch angeboten. Kostenpunkt: 20 Euro.

Alle Infos und die Anmeldung für die nächsten zwei Touren am 9. und 10. Juli anlässlich der Fashion Week Berlin gibt es hier

un Autre VooDoo Store, Hasenheide 54, 10967 Berlin
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