Neuer Song

Grönemeyer und BRKN lassen Doppelherzen höher schlagen

Grönemeyer und BRKN lassen Doppelherzen höher schlagen
Sein Engagement für die Welt und gegen Rechts sind bekannt: Herbert Grönemeyer.
Wenn ein deutscher Sänger aus dem Ruhrpott plötzlich Türkisch singt und einer der berühmtesten Kreuzberger dazu rappt… wird sozial-medial gehetzt. Dabei sind Herbert Grönemeyer und BRKN auf dem richtigen Weg…

Bei dem neuen Song von Herbert Grönemeyer featuring BRKN merkt man, wie Musik viel mehr bewirkt als tausend Debatten… Integration kann halt auch heißen, voneinander zu profitieren. Nicht nur der gebürtige Berliner BRKN, bürgerlich Andac Berkan Akbiyik, kennt das Gefühl, zwischen unterschiedlichen Kulturen und zwei Stühlen zu leben. Während sein familiärer Hintergrund durch türkische, armenische und kurdische Einflüsse geprägt ist, lebte der Bochumer Grönemeyer lange in London, heute in Zehlendorf.  Und gilt die kulturelle Mischung aus britisch und deutsch noch als cool, kennt BRKN die Migrationsvorurteile, obwohl er aus einem Bildungshaushalt stammt, in der Schule hammergut war und etliche Instrumente spielen kann. Warum ist das also noch immer so?

Musik gegen Rechts

Im Song stellt sich die Frage nicht. Mit tanztauglichen orientalischen Rhythmen und Hip-Hop-Beats unterlegt, behauptet Grönemeyer: „Jeder braucht seinen Fluchtpunkt, seinen Platz, ne zweite Heimat, Sehnsuchtsort unter Palmen„. Und ganz ehrlich: Wir hätten wirklich nichts dagegen, unsere Familie statt in Bayern, Westfalen oder Hamburg am Mittelmeer zu besuchen. „Gönn dir ne zweite Seele, Tapetenwechsel als Ausgleich, schick deinen Kopf in die Wüste oder deinen Bauch nach Frankreich.“ Ganz genau. Selbst wenn du nicht das Glück hast, zweisprachig und global aufgewachsen zu sein, kannst du dir immer noch ein paar andere Zuhauses suchen. Multi-Kulti hat ja zumindest in Berlin nicht mehr das angestaubte Image von gruselig eingerichteten Cafés, geschmacklos gekleideten Gestalten und Ramschmärkten unter freiem Himmel. Jenseits von Clans und Ghettos lebt die Stadt international auf. Trotzdem gibt es auch hier weiterhin ausländerfeindliche Angriffe, Aggressionen gegen den Zuzug, Hass auf Geflüchtete

Hoffnung statt Hass

Gut, ein Song kann nicht alle Probleme lösen. Aber Grönemeyer, der sein Faible für die türkische Sprache bei einer Lesung für Deniz Yücel entdeckt hat, will den Deutschtürken das Gefühl geben, dass es völlig ok ist, sich eine zweite Heimat zu erhalten – im Herzen oder ganz real. Für Grönemeyer gibt es Heimat nur im Plural. Sein neues Album Tumult, das am 9. November 2018 erscheinen wird, ist ein Versuch, wieder Hoffnung zu säen, wo Hass sich ausbreitet. In der Pressemitteilung heißt es, das Album sei ein Mutmacher in dieser nervösen, unruhigen Zeit, in der viele Gewissheiten schwinden; und vieles von dem, was uns einst sicher und selbstverständlich erschien, infrage gestellt wird.

Song für jedes Herz

In jedem schlägt ein Doppelherz und das ist eine Bereicherung für das eigene Leben und das der anderen. BRKN kann dem gewiss nur zustimmen, schließlich fühlt er sich nicht nur als Großstadtrapper auf Berlins Straßen zu Hause, sondern auch am Strand unter Palmen, wo das Herz seiner Großmutter schlägt. Und wer unbedingt ein Haar in der bunten Suppe braucht: Manchmal will der Song zu viel in einer Zeile ausdrücken und so sprengt nicht nur die dazugehörige Portion Gefühle den Takt. Hach, aber was soll das? Uns hat der Song jedenfalls beschwingt. Herbert Grönemeyer mag ein wenig tapsig tanzen und vielleicht ist er auch nicht der coolste Sänger unter dem weltweiten Horizont, aber er trifft ins Herz, auch ins Doppelherz.

Das Album Tumult erscheint am 9. November 2018 bei Vertigo Berlin und ist für 19,99 Euro im Handel erhältlich.

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