Minecraft-Wettbewerb "Baukraft" entschieden

So sehen Computerspieler die Gropiusstadt der Zukunft

So sehen Computerspieler die Gropiusstadt der Zukunft
Werden jugendliche Gamer bald die Gropiusstadt verändern? Das war zumindest das Ziel des "Baukraft"-Wettbewerbs. Zur Foto-Galerie
Gropiusstadt – Viele Jugendliche spielen gerne Minecraft. Gerade gab es in dem Computerspiel-Bestseller einen Wettbewerb zur Gestaltung öffentlicher Plätze in der Gropiusstadt. Nun hat die Jury die besten Ideen gekürt.

Der Neuköllner Ortsteil Gropiusstadt hat nach wie vor gewisse Imageprobleme. Ursprünglich als Vorzeigeprojekt von Bauhaus-Architekt Walter Gropius entworfen, ging die Rechnung, viele Hochhäuser mit vielen Freiflächen zu kombinieren, nicht richtig auf. Der Wohnraum ist verdichtet, der Anteil an Sozialwohnungen hoch und die zahlreichen Grünflächen und Plätze wirken meist öde.

Doch das muss nicht so bleiben. Neben vielen fleißigen Menschen, die bereits daran arbeiten, dass in der Gropiusstadt mehr los ist, gab es nun einen ganz besonderen Ideenwettbewerb. Baukraft setzte dabei auf die Innovationskraft jugendlicher Computerspieler. Im Bestseller-Game Minecraft geht es ohnehin darum, sich in Würfeloptik eine eigene Welt zu bauen. Was bestens zum Bauhaus-Stil und den Wohnblöcken der Gropiusstadt passt, wie sich die Organisatoren des Wettbewerbs wohl dachten.

Teilnehmen konnten Minecraft-Spieler zwischen 12 und 18 Jahren. Sie bekamen Zugang zu einer speziellen Gropiusstadt-Version des Spiels und setzten dort ihre Ideen um. Konkret ging es um die Gestaltung von bis zu fünf Gebieten, darunter der zentrale Lipschitzplatz, zwei Parkhausdächer und der Innenhof des hufeisenförmigen Gropiushauses.

Food Truck und Amphitheater

Am 15. November bewertete eine Jury aus Stadtplanern, Architekten, Quartiersmanagern, Bildungsexperten und jugendlichen Gropiusstädtern die rund 60 meist als Demo-Videos eingesendeten Entwürfe. Zu den ambitioniertesten Gewinnern gehört Prof_Fox mit seinem Team. Sein Vorschlag für die bisher öde Grünfläche zwischen den U-Bahnhöfen Johannisthaler Chaussee und Lipschitzallee beinhaltet etwa einen See mit Insel und Aussichtsturm, ein in die Landschaft integriertes Jugendzentrum, Spiel- und Sportplätze und ein Amphitheater. Der neue Park soll den Namen von Walter Gropius tragen.

Siegerentwurf von Prof_Fox: Amphitheater und Jugendzentrum beleben einen Park. ©IMF

Andere Sieger wollen den Lipschitzplatz bunter und grüner machen und mit einem Bowling-Center versehen. In der Wohnsiedlung sollen ein Minigolfplatz, Gärten für die Bewohner und ein Eiscafé entstehen sowie ein Food Truck seine Runden drehen. Ein ungenutztes Parkhausdach wird vom Gewinner der Kategorie mit einer Skaterbahn, Fitnessgeräten und einem Regensegel ausgestattet.

Die Schirmherrschaft über Baukraft hatte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) übernommen. Denn schließlich sollen durch die virtuelle Bautätigkeit der Spieler ganz reale Veränderungen bewirkt werden. Die Gewinnerentwürfe für alle fünf Gebiete werden lokalen Wohngesellschaften vorgelegt und „eine tatsächliche Realisierung angeregt“, wie es auf der Webseite heißt. Eine Garantie für die Umsetzung der Vorschläge gebe es allerdings nicht, so die Organisatoren von der Produktionsfirma Filmtank.

Zuvor sind die siegreichen Ideen jedoch vom 1. bis 3. Dezember in einer Ausstellung in den Gropius Passagen zu sehen. Dort wird auch der Publikumssieger gekürt. Außerdem kannst du dir die Gewinnerentwürfe auf der BaukraftWebseite anschauen.

Baukraft ist ein Projekt der Berliner Produktionsfirma Filmtank und wird veranstaltet durch die gemeinnützige IMF Interactive Media Foundation.

Foto Galerie

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Gropius Passagen

Die Gropius Passagen sind mit einer Fläche von stolzen 85.000 Quadratmetern das größte Einkaufszentrum Berlins.

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