Berlin-Plänterwald

Großbrand zerstört Westernstadt im "Spreepark"

Großbrand zerstört Westernstadt im
Viele Bauten im verlassenen Spreepark Plänterwald sind aus Holz.
"Alt-England" ist abgefackelt: Die Westernstadt auf dem "Spreepark"-Gelände wurde in der Nacht zerstört. Die Feuerwehr setzte Löschboote auf der Spree ein - das war aber gar nicht einfach. Die Brandherde lagen 200 Meter auseinander.

Auf dem Gelände des einstigen Freizeitparks „Spreepark“ in Plänterwald hat es in der Nacht zu Montag einen Großbrand gegeben. Wie die Feuerwehr mitteilte, sei der Brand um 0.39 Uhr in der westlichen Ecke des Geländes bemerkt worden, in dem die einstige Westernstadt des Vergnügungsparks steht. Als die ersten Einsatzkräfte in der Nacht zum Brandort eilten, hätten sie das Feuer schon aus der Ferne erkannt und weitere Kräfte angefordert, teilte die Feuerwehr mit. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, viele mit schwerem Gerät und Atemschutzmasken. „Verletzt worden ist zum Glück keiner der Einsatzkräfte“, sagte ein Feuerwehrsprecher gegen 9 Uhr.

Die Flammen loderten auf 5000 Quadratmeter Fläche; alte Häuser und Kulissen brannten nieder. Wände stürzten ein. Der ehemalige Spreepark liegt im Waldgebiet, die nächsten Hydranten sind 1500 Meter entfernt. „Normal ist das nicht“, kritisierte ein Feuerwehrsprecher. Die Hydranten seien aber nicht nur sehr weit weg gewesen („Wir mussten viele Kilometer Leitungen legen und Fahrzeuge einsetzen, um den Druck überhaupt aufrecht zu halten“), sie seien auch „sehr, sehr mangelhaft“.

Die nächsten Hydranten waren 1500 Meter entfernt – das Feuerwehrlöschboot noch viel weiter

Um mehr Wasser einsetzen zu können, wurden schließlich Boote von der Feuerwehr und von der Polizei angefordert. Auch hier kam deutliche Kritik von der Feuerwehr: „Unser einziges Boot, das uns in dieser Nacht zur Verfügung steht, befindet sich in der Wache Spandau-Süd“, berichtete der Feuerwehrsprecher. „Wir wären mehr als zwei Stunden unterwegs gewesen bis zum Spreepark.“ Aber nicht nur das: „Die Schleuse in Charlottenburg ist nachts nicht besetzt – wir wären also nicht durchgekommen.“ So alarmierte man ein so genanntes Mehrzweckboot der Feuerwehr und bat auch die Polizei um Hilfe. Diese hat auf ihren Booten ebenfalls Löschpumpen und spritzte Spreewasser auf die Flammen. „So bekamen wir das Feuer schnell in den Griff.“

Gegen 4.30 Uhr sei das Feuer schließlich gelöscht gewesen. Am Montagmorgen, kurz nach 8 Uhr, rückte die Feuerwehr erneut zum Areal aus, um die Brandstellen zu prüfen und mögliche Nachbrände zu löschen, so ein Feuerwehrsprecher. Wie es am Morgen in der Feuerwehrzentrale hieß, gebe es mindestens zwei Brandherde, „die 200 Meter auseinander liegen“.

Auf der Facebook-Seite des Berliner Spreeparks wird berichtet, dass die Kulisse von „Alt-England“ niedergebrannt sei. Diese war 1999 eröffnet worden. Der damalige Chef, Norbert Witte, sprach von Baukosten in Höhe von fünf Millionen D-Mark.

Die Polizei teilte am Morgen mit, dass sie derzeit von Brandstiftung ausgehe, die Ermittlungen zur Brandursache laufen aber noch an. Es gibt aber wohl mehrere Brandherde. Personen kamen nach ersten Angaben nicht zu Schaden.

Der Spreepark wurde Ende der 60er Jahre eröffnet und wurde vor mehr als zehn Jahren geschlossen. Er wurde aber in der Vergangenheit immer wieder für Events genutzt und konnte bei Führungen auch besichtigt werden. Erst im Frühjahr hat der Liegenschaftsfonds das Areal zurückgekauft. Seit Jahren wird darüber debattiert, was mit dem Grundstück geschehen soll.


Quelle: Der Tagesspiegel

Spreepark Plänterwald, Wasserweg, 12437 Berlin

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Termine für Führungen um den Park herum können der Website entnommen werden.

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