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Grüne fordern Tempo 30 in Teilen der Kantstraße

Grüne fordern Tempo 30 in Teilen der Kantstraße
Blumen und Grablichter erinnern an den Tod eines Radfahrers in der Neuen Kantstraße, Ecke Wundtstraße.
Wegen schwerer Unfälle in der Neuen Kantstraße und im Westen der Kantstraße hat die Charlottenburg-Wilmersdorfer Grünen-Fraktion eine Verkehrsberuhigung beantragt. Ob es dazu kommt, ist aber fraglich.

Wird in der Neuen Kantstraße und Teilen der Kantstraße zu viel gerast? Dieser Meinung ist die Grünen-Fraktion in der City West, die am Donnerstag einen Antrag für Tempo 30 im Bereich zwischen dem Messedamm und der Kaiser-Friedrich-Straße in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht hat. Außerdem solle das Bezirksamt prüfen, „wie in diesem Streckenabschnitt Unfälle vermieden werden können und der Verkehr sicherer gestaltet werden kann“.

Begründet wird dies mit „vielen schweren Unfällen und der „stark auffälligen Unfallhäufung in den vorigen Jahren“. Oft liege dies an zu hohem Tempo und unübersichtlichen Kreuzungen. Besonders Fahrer, die aus Richtung Messedamm kommen, würden anscheinend durch die abschüssige Straße zum schnellen Fahren animiert.

Die Unfallgründe sind vielfältig

Tatsächlich gab es auch in diesem Jahr schon schwere Unfälle, die aber – soweit bekannt – nicht durch Raserei verursacht wurden. Zuletzt starb Anfang Juni ein 50-jähirger Radfahrer, der beim Linksabbiegen von der Neuen Kantstraße in die Wundtstraße die Vorfahrt eines Taxis missachtet haben soll.

Außerdem lief ein 20-jähriger in Höhe der Suarezstraße über die Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten, und wurde von einem Auto angefahren. Lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitt ein Mann, der an der Ecke Wilmersdorfer Straße die rote Fußgängerampel ignorierte.

Angesichts eines Unfalls an der Ecke Witzlebenstraße fordert der Verkehrsexperte der Grünen-Fraktion, Roland Prejawa, dort auch eine geänderte Verkehrsführung. Im Mai hatte eine junge Autofahrerin, die aus der Witzlebenstraße nach links in die Neue Kantstraße abbiegen wollte, einen Motorradfahrer übersehen, der sich beim Sturz mehrere Knochen brach. Prejawa setzt sich dafür ein, den Mittelstreifen zu schließen. Aus der Witzlebenstraße könnten Fahrer dann nur noch nach rechts in die jeweilige Fahrtrichtung abbiegen.

Erste Reaktionen in der BVV deuten auf keine Mehrheit für Tempo 30 hin

Hinsichtlich der Forderung nach Tempo 30 hat der Antrag vermutlich wenig Chancen. Die BVV überwies ihn zur Beratung in den Verkehrsausschuss. Die anderen Fraktionen haben sich noch nicht positioniert, allerdings findet SPD-Fraktionschef Holger Wuttig grundsätzlich, dass Tempo 30 zu Wohnstraßen passe – in der Regel aber nicht zu Hauptverkehrsstraßen.

Es kommt auch auf den Senat an

Einzelne CDU-Bezirksverordnete reagierten auf Nachfrage ebenfalls skeptisch. Aus der Piratenfraktion hieß es dagegen, man befürworte Tempo 30 in vielen Fällen. Der Bezirk allein könnte dies allerdings gar nicht anordnen. Er bräuchte die Zustimmung der Berliner Verkehrslenkung, die der Verwaltung von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) untersteht.

Grüne fordern Tempo 30 in Teilen der Kantstraße, Neue Kantstraße, 14057 Berlin

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