Rundgang auf dem Kreuzberg-Flowmarkt

Kunst und Krimskrams im Prinzessinnengarten

Kunst und Krimskrams im Prinzessinnengarten
Auf die Plätze, Trödel, Los!!! Zur Foto-Galerie
Moritzplatz - Er ist so etwas wie der kleine Bruder vom ultrahippen Nowkoelln Flowmarkt: Der Kreuzboerg-Flowmarkt heißt nicht nur fast so wie das ältere Geschwisterkind, er fährt auch mit ähnlichem Konzept auf: Eine frische Mische aus Tinnef-Trödlern, Retro-Raritäten und Kunst-Kram lädt alle zwei Wochen zum Stöbern ein.

Als erstes fällt auf: Es ist nicht so voll! Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass die Faktoren „Sonne“, „Sonntag“, „Trödelmarkt“ und „Kreuzberg“ hier aufs Heftigste korrelieren. Mich freut das natürlich außerordentlich und ich stürme los, hinein ins Trödel-Getümmel. Auf dem Kieselweg-gesäumten Areal bringen Profihändler, Gewerbetreibende und vor allem Privatleute ihr Trödelgut an den Mann. Die vollgestopften Flohmarktstände und Tapeziertische kann man sich ganz entspannt aus nächster Nähe anschauen, Ellenbogen-Rempler oder Gänsemarsch-Geschiebe gibt es hier zumindest heute nicht. Da bleibt genug Zeit und Muße, um in Ruhe am Stand zu verweilen und das eine oder andere Schätzchen aus den Tiefen der Kramboxen zu fischen.

Mode von Omas Dachboden

Die Klassiker – Bücherstand, handgefertigte Kleinkunst und Trash-Trödler – sind schnell abgefrühstückt. Flott noch einen Kafka für zwei Euro eingesackt, dann geht’s weiter: Klamotten stöbern. High Fashion sucht man hier eher vergebens, dafür findet man aber Stücke aus alten H&M-Kollektionen und natürlich Vintage-Klamotten von Omas Dachboden. Eine Jeans-Weste für schlappe drei Euro ruft zaghaft „nimm mich mit, nimm mich mit“. Ich überhöre das geflissentlich und spare auch den kleinsten Betrag in der Hoffnung auf wertigere Fundstücke. Und langsam – schade, schade– wird es doch etwas voller, Hipster, Hippies und Kleinfamilien schlendern durchs Grün des Gartens.

Mehr als 60 lange Jahre waren die Prinzessinnengärten, die heute als Vorzeige-Urban-Gardening-Projekt herhalten, ein braches, ungenutztes Areal. Vor fünf Jahren dann kam dann die Grünzeug-Initiative von Bürgern und Anwohnern, das Ergebnis trägt bis heute und im wahrsten Sinne des Wortes viele Früchte. Es gibt immer mal wieder Workshops, Projekte und Veranstaltungen. Der Kreuzboerg Flowmarkt ist eine davon und findet immer in den Frühlings- und Sommermonaten statt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Als ich noch rätsele, was die kleinen Sträucher in den roten Kisten am Rand des Marktes wohl mal werden könnten, bin ich unversehens bei drei ausgewiesenen Trödel-Expertinnen angekommen: Franziska, Pia und Svenja haben schon auf einigen Berliner Flohmärkten verkauft, jetzt können sie auch ein Häkchen hinter den Kreuzboerg-Flowmarkt machen. Es ist eher später als früher Nachmittag, die besten Teile seien längst weg, meint Franziska. Sich von Schätzen trennen, weil sie gutes Geld bringen könnten? Da sind sich die drei einig: für sie undenkbar. Ich ergattere eine Handtasche und freu mich selbst noch drüber, als ich feststelle, dass sie von Primark ist. Immerhin aus Irland und nicht von der Schlossstraße.

Als ich gehen will, sticht mir noch ein kleiner Mini-Tisch mit Schwarz-Weiß-Postern und Kunst-Allerlei ins Auge. Dahinter steht Dirk, der Comic-Künstler höchstpersönlich. Wenn die drei Mädels Trödel-Expertinnen waren, dann ist Dirk wohl Trödel-Profi. Nahezu jeden Sonntag ist er mit seinen Hasen-Comics auf Berlins Flohmärkten unterwegs. Zum Abschied schenkt er mir einen seiner Sticker. Alles richtig gemacht, sogar noch was umsonst abgesahnt, denke ich mir und verlasse flohmarktbeseelt das Kram-Paradies in der Grünen Oase.

Weitere Infos für potenzielle Trödler und Käufer gibt´s hier: http://www.kreuzboerg.de

 

„Der Kreuzboerg-Flowmarkt ist um einiges entspannter als sein „Nowkoellner“ Bruder: Mit Platz zum Bummeln, lockeren Verkäufern und schickem Ambiente sticht er viele Flohmärkte locker aus. Ich komme wieder!“

Foto Galerie

Prinzessinnengarten, Prinzenstraße 35-38, 10969 Berlin

Telefon 030 609823680

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