Guggenheim-Lab in Kreuzberg

Guggenheim-Lab: Suche nach Alternativen beginnt

Die Brache bleibt. Das „Guggenheim Lab“ sollte auf dem leerstehenden Grundstück an der Schlesischen Ecke Cuvrystraße entstehen. Jetzt sucht die Stiftung bereits zum dritten Mal nach einem Standort.Simulation: promo
Die Brache bleibt. Das „Guggenheim Lab“ sollte auf dem leerstehenden Grundstück an der Schlesischen Ecke Cuvrystraße entstehen. Jetzt sucht die Stiftung bereits zum dritten Mal nach einem Standort.Simulation: promo
Nun reagiert auch Klaus Wowereit auf die Absage des Guggenheim-Lab und regt eine Suche nach alternativen Standorten im Stadtgebiet an. In linken Kreisen wird der vorläufige Sieg über die Guggenheim-Stiftung hingegen gefeiert.

Die Auseinandersetzung um das „BMW Guggenheim Lab“ erregt mittlerweile die Gemüter im gesamten Stadtgebiet. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat sich bereits einen Tag nach der Absage der Ideenschmiede an der Spree zum Rückzug der Guggenheim-Stiftung geäußert. Er bedauert, „dass es gegen einen geplanten Standort des BMW Guggenheim Lab in Kreuzberg Drohungen gegeben hat“. Das Projekt „verdient es, dass wir in Berlin für dessen Ansiedlung den roten Teppich ausrollen“.

Diese schnelle Reaktion sei, so heißt es in Oppositionskreisen, auf die Äußerungen des Innensenators Frank Henkel zurückzuführen. Dieser hatte bereits am Montag seiner Empörung über die linken Aktivisten Ausdruck verliehen: Die Kreuzberger „Chaoten“ seien ein „Standortrisiko für Berlin“.

Suche nach Alternativen

Nun werden neue Standorte für die geplante Kreativen-Werkstatt diskutiert. Bereits vor der offiziellen Verkündung des Kreuzberger Spreeufers als offiziellem Veranstaltungsort war der Pfefferberg im Prenzlauer Berg im Gespräch. Am Dienstag verkündete ein Sprecher der BMW-Group, man würde mit Guggenheim „eine einvernehmliche Entscheidung“ treffen, ob und wie das Lab in Berlin stattfinden könne: „Ich gehe fest davon aus, dass eine Metropole wie Berlin eine Lösung findet und das Projekt nicht ganz scheitert.“.

Auf Seiten der Projektgegner wird der Rückzug der Guggenheim-Stiftung vom Gelände an der Cuvrystraße dagegen als Teilsieg gegen eine drohende Gentrifizierung gefeiert. Dass das „BMW-Gentrifizierungs-Lab“ in Kreuzberg abgesagt worden sei, sei „super“. Man könne darin „einen guten Beginn für die Verhinderung der mittelfristig geplanten Luxus-Bebauung auf dem Spreeufer-Grundstück“ erkennen. Daneben bestehe die Hoffnung, dass „die Niederlage von BMW sogar der etwas darnieder liegenden Bewegung ’MediaSpree versenken’ neuen Auftrieb“ verleihe, so ein Gegner des Diskussionsforums. Damit müssten auch andere in Berlin geplante Großprojekte, etwa von Daimler Benz und Coca Cola, mit verstärkter Gegenwehr rechnen.

Keine Sicherheitsgewähr

Für die Sicherheit auf dem Gelände des Guggenheim-Lab ist nach Polizeiangaben der Veranstalter selbst zuständig.  „Wir können nicht eine Hauswand rund um die Uhr vor Sachbeschädigungen schützen“, so ein Sprecher. Sogar im jüdischen Museum seien private Sicherheitsleute im Einsatz. Ein zusätzliches Polizeiaufgebot ist dort lediglich dem Standort als potentiellem Anschlagsziel zuzurechnen.

Solch ein Gefährdungspotential liegt auf Seiten des Guggenheim-Projektes nicht vor, heißt es von Seiten des Staatsschutzes. In zwei Gesprächen teilte das Landeskriminalamt den Planern des Lab in der vergangenen Woche mit, dass  Sachbeschädigungen ohne einen privaten Sicherheitsdienst nicht ausgeschlossen werden könnten. Trotzdem habe, so die Polizei, keine Notwendigkeit zur Absage der Ideenwerkstatt bestanden.

Bei der Suche nach Alternativen scheint Prenzlauer Berg der erfolgversprechendste Veranstaltungsort zu sein. Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) „wäre froh“ über die Entscheidung und bietet seine Unterstützung an. Doch die Zeit für die Wahl eines neuen Standortes läuft ab. Bereits am 24. Mai sollte das Diskussionsforum eigentlich seine Pforten öffnen.

Brennpunkt Kreuzberg

Der schwerwiegendste Grund für den Widerstand gegen das Projekt liegt für viele Gegner in der Gefahr der Gentrifizierung, der möglichen Aufwertung des Stadtteils durch Investoren. Gerade die Brache an der Spree ist bei Kreuzbergern und Berlinern als Erholungsort und Partylocation beliebt.

Doch der Widerstand gegen eine drohende Verteuerung der Kieze macht sich auch an anderen Objekten fest. Die Bebauung des Spreeufers durch finanzkräftige Investoren ist dabei von besonderem Interesse, doch auch ein McDonalds in der Wrangelstraße oder das Kreuzberger Carloft-Haus mussten sich in der Vergangenheit schon häufig mit Angriffen aus der linken Szene auseinandersetzen.


Quelle: Der Tagesspiegel

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Unter den Linden: das Museum Deutsche Guggenheim Berlin

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