Immobilien in Berlin

Möbelunternehmer will Pankower Rundlokschuppen retten

Möbelunternehmer will Pankower Rundlokschuppen retten
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Das Schicksal des verfallenden Bahngebäudes könnte endlich geklärt werden. Der Möbelunternehmer Krieger möchte das Ensemble sanieren und eine angemessene Nutzung dafür finden.

Ideen gab es schon viele: eine Großraumdiskothek oder gar eine Oper könnte in dem außergewöhnlichen Gebäude der Bahn entstehen – oder einfach  ein Gemüsemarkt. Die Bahn selbst hat an Immobilien, die nicht für den Betrieb benötigt werden, kein Interesse. Sie lässt auch Gebäude verfallen, die unter Denkmalschutz stehen – vermutlich in der Hoffnung, dass sich die Sache irgendwann durch einen Einsturz von selbst klärt. Die mögliche Rettung des Rundlokschuppens in Pankow-Heinersdorf kommt von außen. Der Möbelhändler Kurt Krieger hat den Bau, der aufgrund seiner Form sofort ins Auge fällt, gekauft.

Ein Sprecher der Krieger Grundstück GmbG (KGG) gab bekannt, das Unternehmen plane, bis zu fünf Millionen Euro zu investieren. Die Voraussetzung sei, dass Krieger seine weitreichenden Pläne auf dem benachbarten ehemaligen Güterbahnhof umsetzen könne. Dort soll ein neues Stadtquartier entstehen – mit großzügigen Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten; darunter einem Höffner-Möbelhaus. Die KGG hat Bezirk und Senat nach eigenen Angaben 19 Bebauungsentwürfe für das Gelände vorgelegt; auch den Bau einer Schule hat man vorgesehen. Möglich wäre auch ein Verwaltungsgebäude für das Bezirksamt.

Die Politiker des Bezirks Pankow befürworten die Pläne mehrheitlich, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will nach einem ersten Gespräch mit Krieger ergebnisoffen und konstruktiv in weitere Verhandlungen gehen. Kommt man auf einen gemeinsamen Nenner, lässt sich auch der Rundlokschuppen retten. Das derzeitige „Ruinenensemble“ ist für Krieger „ein nicht hinzunehmender Schandfleck in Pankow“. Von den bestehenden Gebäuden möchte er nur den Rundlokschuppen erhalten; die anderen ‘Ruinen‘ sollen weichen.

Die letzten ihrer Art

Es gibt in ganz Deutschland nur noch zwei Anlagen dieser Art. Die zweite steht ebenfalls in Berlin und verfällt. Für den schwer zugänglichen Schuppen in Rummelsburg ist eine Rettung allerdings nicht in Sicht. Das Gebäude liegt auf dem genutzten Betriebsgelände; fernab von der Öffentlichkeit.

Rundlokschuppen sind kreisrunde Bauten, in deren Zentrum sich eine Drehscheibe befindet, die Abstellgleise für die Lokomotiven liegen sternförmig um sie herum. Auf diese Weise war die Drehscheibe vor dem Wetter geschützt – bei anderen Schuppen lag sie im Freien. Die Schuppen mit den charakteristischen Kuppeln wurden vorwiegend im 19. Jahrhundert gebaut. Der letzte in Deutschland war das 1893 in Pankow errichtete Exemplar. Die Drehscheibe war hier für 24 Gleise ausgelegt. Rundlokschuppen kamen aus der Mode, weil sie kaum für die immer längeren Lokomotiven ausgebaut werden konnten. Die drittletzte Anlage in Deutschland wurde 1978 in Paderborn abgerissen.

Wilfried Wolff aus Berlin faszinieren die Rundlokschuppen nach wie vor. Der Ingenieur bewundert deren Bauweise. Der leere Raum, der nur durch die Stützen der Dachkonstruktion unterbrochen wird, wirke wie ein großes schwereloses Universum, schwärmt er. Die Lichtstreifen im Dach ließen die Kuppel optisch schweben. Das Bauwerk strahle eine seltene technische Eleganz aus, sagt Wolff über die Wirkung des Schuppens in Rummelsburg. Den möchte die Bahn abreißen – nur die Denkmalpflege in Lichtenberg hat dies bisher verhindert. Für den Rundlokschuppen Pankow könnte es eine lichtere Zukunft geben.
 

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Quelle: Der Tagesspiegel

Möbelunternehmer will Pankower Rundlokschuppen retten, Prenzlauer Promenade, 13089 Berlin

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