Frau Gehrke, die Menschen leben immer länger, Aufenthaltszeiten im Krankenhaus werden verkürzt, Verwandte wohnen nicht unbedingt nahe beieinander – für Pflegedienste wie Ihren, die Bedürftige im eigenen Zuhause betreuen, gibt es sicher großen Bedarf?
U.G.: „Das ist so. Alleine der von Katharina Gadow und mir geführte Pflegedienst, hier an der Danckelmannstraße, hat in Charlottenburg und Wilmersdorf gut 220 Kunden, die von unseren rund 80 Mitarbeitern betreut werden.“
Ist Pflege eigentlich immer noch eine Frauendomäne?
U.G.: „Im Großen und Ganzen schon, die Kunden wünschen das auch oft so. Unter unseren Krankenpflegern, Altenpflegern, Pflegehelfern sind aber 15 Männer. Und die sind nicht etwa minder engagiert: Ein Krankenpfleger wurde gerade erst zum zertifizierten „Wundmanager“ ausgebildet. Unterstützt von einer Krankenschwester kann er nun beispielsweise OP-Nachsorgen oder die Versorgung chronischer Wunden übernehmen.“
Wer nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause pflegebedürftig ist, hat es sicher besonders schwer, diese Betreuung zu organisieren?
U.G.: „Es ist nie so ganz einfach, die Leistungen, Ansprüche und Möglichkeiten von Pflegekassen, Krankenkassen und Sozialämtern zu durchschauen. Zwischen einfacher Unterstützung im Haushalt und der Versorgung von bettlägerigen Schwerstpflegefällen ist das Spektrum groß und die Anträge sind oft kompliziert. Aber dafür sind wir ja da. Unser Sozialdienst hilft und berät individuell und kompetent.“
Ihr Pflegedienst existiert seit 1989, da haben Sie ja schon manche Reform und Umstrukturierung erlebt.
U.G.: „Das stimmt. Heute sind – neben der ständigen Qualitätskontrolle – Verwaltung und Management die Schwerpunkte meiner Arbeit. Aber egal, wie groß der bürokratische Aufwand ist: Wir tun immer alles, damit Pflegebedürftige so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können.“
Dazu gehört sicher auch die Unterstützung pflegender Angehöriger?
U.G.: „Das ist ganz wichtig, wir sind immer für sie da, geben gerne Tipps und Hilfestellungen. Viele vergessen, auch an das eigene Wohlbefinden zu denken. Dabei gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, eine „Verhinderungspflege“ zu bekommen, wenn der pflegende Angehörige eben verhindert ist. Das geht auch mal stundenweise, zum Beispiel für einen Friseurbesuch, damit nicht das eigene Leben auf der Strecke bleibt. Fragen Sie uns, wir beraten Sie gern!“