Hand in Hand

Deutsch-Algerischer Kulturverein YEDD

Der deutsch-algerische Kulturverein Yedd setzt sich nicht nur in Berlin für eine friedliche Gemeinschaft und Völkerverständigung ein: Yedd leistete 2008 seinen Beitrag in den USA mit einem Pflasterstein im Abdel Kader City Park in Iowa, der auch Park des Friedens genannt wird.
Der deutsch-algerische Kulturverein Yedd setzt sich nicht nur in Berlin für eine friedliche Gemeinschaft und Völkerverständigung ein: Yedd leistete 2008 seinen Beitrag in den USA mit einem Pflasterstein im Abdel Kader City Park in Iowa, der auch Park des Friedens genannt wird.
Yedd ist Arabisch und bedeutet Hand. Sich gegenseitig die Hand reichen, um einander näher zu kommen ist auch das Motto des im Wedding ansässigen Kulturvereins, der nicht nur zwischen Deutschen und Algeriern vermitteln möchte, sondern friedliches Zusammenleben durch regen Kulturaustausch fördert.

Der deutsch-algerische Kulturverein Yedd organisiert Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen und andere soziokulturelle Veranstaltungen, die bewegen und die fremde Kultur Algeriens greifbar machen sollen. Er wurde 2007 von der Berlinerin Christine Belakhdar, die mit einem Algerier verheiratet ist, gegründet.

„Die Gründe, den Verein ins Leben zu rufen, waren zum einen das Gefühl, Algerien im Herzen mitgenommen zu haben und das mit anderen teilen zu wollen. Zum anderen hatte ich aber auch das Bedürfnis, über ein Land sprechen zu können, das seinerzeit kaum in den Medien vorkam und wenn, dann nur in Berichten über Terroranschläge. Wir wollten in unserem Verein auch die andere Seite des Lebens in  Algerien zeigen“, so Belakhdar.

Ein bewegtes Leben

Die junge Sprachstudentin lernte Ende der 1970er Jahre an der Humboldt-Universität ihren späteren Ehemann Radouane Belakhdar kennen, der als Gaststudent aus Algerien Geschichte und Germanistik studierte. In den 80er Jahren gingen dann beide gemeinsam nach Algerien, mussten aber 1991 auf Grund des Algerischen Bürgerkrieges nach Berlin zurückkehren.

Doch die algerische Kultur ließ Christine Belakhdar nicht los und so konnte sie den langen Traum vom deutsch-algerischen Kulturaustausch endlich verwirklichen, als sie von der deutsch-arabischen Handelskammer gebeten wurde, 2007 das Gastland Algerien beim 10. Deutsch-Arabischen Wirtschaftsforum kulturell zu präsentieren. Seither ist der Verein auf ca. 60 bis 70 Mitglieder angewachsen.

Weddinger Nachbarschaft

Im Stadtbezirk Wedding fühlt sich Belakhdar wohl, sie genießt die kulturelle Vielfalt. Zusammen mit dem Hamburger Verein Dynamis startete Yedd zuletzt eine Aktion, um die Menschen im Wedding, die oft aus vielen unterschiedlichen Ländern stammen, einander näher zu bringen. Man traf sich beim Fleischer oder einfach im Hausflur, es wurden viele Kontakte geknüpft und vor allem auch Fotos gemacht, die im kommenden Jahr in einer Fotoausstellung gezeigt werden sollen.

Die nächste Veranstaltung von Yedd, die in Zusammenarbeit mit africavenir e.V. und der algerischen Botschaft entstanden ist, findet am 11. November 2012 in den Hackeschen Höfen statt. Anlässlich des 50. Jubiläums des algerischen Unabhängigkeitstages wird um 16 Uhr der Film „Chronique des années de braise“ gezeigt. Anschließend kann mit dem Historiker Dr. Radouane Belakhdar diskutiert werden. Außerdem lädt die Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Algerien zu einem kleinen Empfang im Kino-Foyer ein. Der Eintritt kostet 7,50 Euro.

Derzeit leben rund 830 Algerier in Berlin, der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt bei 24,8 Prozent und der Ausländeranteil bei vierzehn Prozent.

Yedd – deutsch-algerische Kultur e. V., c/o Christine Belakhdar, Badstr. 35, 13357 Berlin, http://www.yedd.org

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Yedd - deutsch-algerische Kultur e.V., Badstraße 35, c/o Christine Belakhdar, 13357 Berlin

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