• Freitag, 25. Januar 2013
  • von Nikolaus Triantafillou

Erfolg im Wettbewerb

Drei Preise für Sozialprojekte aus Berlin

  • Projekt Jule in Marzahn
    Das nun ausgezeichnete Projekt Jule startete im Sommer 2012 in Marzahn. Es soll alleinerziehenden Müttern und Vätern eine Wohnung und Unterstützung im Alltag bieten. Foto: externe Quelle - ©Cathrin Bach

Beim "Preis Soziale Stadt" gehören gleich drei Berliner Projekte zu den deutschlandweit 20 ausgezeichneten Initiativen, die sich für ein soziales Zusammenleben in der Stadt einsetzen. Zwei von ihnen kommen aus Marzahn-Hellersdorf, dem Bezirk, der in besonderem Maße durch seine Großsiedlungen geprägt wird.

Im festlichen Rahmen wurden am 24. Januar in Neukölln die Gewinner des Preises Soziale Stadt 2012 geehrt. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky eröffnete die Zeremonie im Albert-Schweitzer-Gymnasium mit einem Grußwort. Auszeichnungen gingen an 20 Projekte aus ganz Deutschland – drei davon aus Berlin. Der Preis wird von Akteuren aus verschiedenen Bereichen ausgelobt, darunter der Deutsche Städtetag, die Arbeiterwohlfahrt, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und der Deutsche Mieterbund. Gewürdigt werden Projekte und Strategien, die auf überzeugende Weise eine soziale Stadt anstreben.

Erst im vergangenen Jahr startete in Marzahn das Projekt "Jule". Das kommunale Wohnungsunternehmen degewo tat sich dafür mit dem Bezirksamt, dem Jobcenter, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, lokalen Unternehmern und dem sozialen Träger Kinderring Berlin zusammen. 17- bis 27-jährige Alleinerziehende durften für zunächst drei Jahre in von der degewo zur Verfügung gestellte Wohnungen in der Golliner Straße ziehen. Zusätzlich werden die jungen Eltern bei der Suche nach Ausbildung und Arbeit sowie Kita-Plätzen unterstützt, müssen im Gegenzug jedoch ernsthafte Zielvereinbarungen unterschreiben. Die Jury des Preises Soziale Stadt lobte "Jule": "Die Unterstützung ist maßgeschneidert: Wohnen, Kinderbetreuung, Arbeit, Ausbildung, soziales und kulturelles Kapital."

Gemeinschaftliche Konkurrenten

Seit bereits zwölf Jahren widmet sich im benachbarten Hellersdorf die Arbeitsgemeinschaft Wohntheke e.V. der Imageaufwertung und dem gezielten Management einer Hochhaus-Großsiedlung. Das Besondere: In der Initiative haben sich acht in Hellersdorf vertretene, konkurrierende Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam für ein gelungenes Wohnort-Marketing, wohnungsnahe Versorgung, Kinderbetreuung und Jugendarbeit sowie die Organisation von Sportveranstaltungen und Festen zu sorgen. Das koordinierte Vorgehen würdigte die Jury in ihrer Laudatio besonders: Es sei trotz der Konkurrenz gelungen, "gemeinschaftlich, vertrauensvoll und gleichberechtigt an gemeinsamen Zielen zusammenzuarbeiten."

Die dritten Berliner Preisträger kommen aus Kreuzberg: die Zukunftswerkstatt Mehringplatz ist eine Initiative des Wohnungsunternehmens GEWOBAG, des örtlichen Quartiersmanagements und anderer lokaler Partner. Sie möchte der Verwahrlosung öffentlichen Raums entgegenwirken und dafür sorgen, dass die Freiflächen am Mehringplatz neu gestaltet werden. In einem offenen Beteiligungsverfahren kann jeder Bürger Ideen einbringen – die besten davon werden in Arbeitsgemeinschaften weiter vorangetrieben. Einige Maßnahmen sind bereits angestoßen worden, darunter die Pflanzung von 45.000 Blumen, die Einrichtung einer Begegnungsstätte und die Ansiedlung von Kleingewerbe. Das Verdikt der Jury: "Der ausgelöste Prozess ist unumkehrbar und hat das Miteinander am Mehringplatz nachhaltig verändert. Dieses Engagement regt dazu an, dass sich auch andere Stadtteile auf diese Reise begeben (…)."

Letzterer Gedanke war den Initiatoren des Preises besonders wichtig: durch die Auszeichnung sollen die Projekte bekannter gemacht werden und zur Nachahmung anregen.

 

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Eigene vier Wände für Single-Eltern

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Quelle: QIEZ
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