Hertha BSC in der Winterpause

Das war die Hinrunde - Teil 1

Das war die Hinrunde - Teil 1
Nach einer erfolgreichen Hinrunde können die Spieler sich feiern lassen.
Hallo Hertha-Fans! Selten konnte man so viele Worte über eine Hinrunde der blau-weißen Dame aus unserer schönen Hauptstadt verlieren. In einer kleinen Reihe möchte ich die erste Hälfte der Saison Revue passieren lassen.

Angefangen hatte die Mission Klassenerhalt in der Saison 2013/14 mit dem Trainingsauftakt am 23. Juni. Mit an Bord waren die Neuzugänge Hosogai, van den Bergh, Langkamp und Baumjohann. Es folgten einige Testspiele und Ende Juli ging es dann für eine Woche ins Trainingslager nach Irdning in Österreich. Die Vorbereitung verlief im Grunde problemlos und man sah sich gut für den Saisonstart am 10.08.2013 gewappnet.

Optimaler Start in die Saison

Und was sollte das für ein Start werden. 6:1 gegen Eintracht Frankfurt im heimischen Olympiastadion! Ein Tag, den wohl keiner der 54.376 Zuschauer mehr vergessen wird. Zweimal Ramos und Allagui sowie jeweils einmal Ronny und Brooks machten den Saisonstart – am Ende sogar in der Höhe gerecht – perfekt. Der verdiente, aber auch schwer erkämpfte Sieg im Pokal in Neumünster eine Woche zuvor war zu diesem Zeitpunkt schon wieder in Vergessenheit geraten. Es waren halt Hertha und der Pokal – eine nie erwiderte Liebe, die in dem Fall noch gut ging.

Es folgten in Nürnberg, in einem Spiel mit vielen Hochs und Tiefs, ein am Ende gerechtes 2:2 und ein hart umkämpfter zweiter Heimsieg gegen den HSV. Sieben Punkte nach drei Spielen, dazu die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag – ein durchaus sehr erfolgreicher Saisonstart. Doch dabei sollte es erst einmal nicht bleiben.

Der bisher einzige kleine Einbruch

Es folgten die Spiele gegen Wolfsburg und Stuttgart, die man verloren geben musste. In Wolfsburg konnte man trotz anständiger erster Halbzeit nur selten an die guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen und verlor nicht nur das Spiel am Ende verdient mit 2:0, sondern auch kurz vor Ende Alexander Baumjohann, der mit einem Kreuzbandriss für mindestens ein halbes Jahr ausfallen sollte und soll.

Nach der Niederlage gab es dann im Kader der Hertha noch einige Veränderungen. So erfolgte ein Tausch-Leih-Handel zwischen Hertha und dem HSV. Pierre-Michel Lasogga, der nach seinen Verletzungen und fehlender Spielpraxis einen sehr schweren Stand bei Coach Jos Luhukay hatte, wechselte auf Leihbasis (ohne Kaufoption) nach Hamburg. Dafür streifte sich Mittelfeldmotor Per Ciljan Skjelbed das Hertha-Trikot über. Ein für beide Seiten perfekter Wechsel, wie sich schnell rausstellen sollte. Zusätzlich holte die Hertha auf Leihbasis mit Tolga Cigerci einen 21-jährigen, vielseitigen Mittelfeldspieler aus Wolfsburg.

Beide Neuzugänge sollten dann auch im Spiel gegen den VfB Stuttgart direkt zum Einsatz kommen, konnten am Ende jedoch die diesmal sehr unglückliche 0:1-Niederlage im Heimspiel nicht verhindern. Hertha war hoch überlegen, schaffte es jedoch nicht, das Runde ins Eckige zu befördern. Damit wurde man sich auf einen Schlag bewusst, dass die erste Bundesliga ein anderes Format hat als die Zweite Liga, die man fast nach Belieben dominieren konnte.

 

Spielerisch sollte es auch erst einmal nicht viel besser werden. Denn beim 1:1 in Freiburg zeigte die Mannschaft das bisher wohl schlechteste Ligaspiel. Dankenswerterweise war der Gegner auf einem ähnlich schwachen Niveau, so dass man am Ende einen Punkt in der Ferne entführen konnte. Doch nach zwei Niederlagen und diesem schlechten Spiel stand die Hertha zum ersten und zum Glück bisher einzigen Mal wirklich auf der Kippe. Und man hatte das Gefühl, dass die Saison am Ende wirklich so schwer werden könnte, wie man es erwartet hatte.

Der Tiefpunkt sollte jedoch in der Woche nach dem Freiburgspiel folgen. Beim Zweitligisten Kaiserslautern ging man sang- und klanglos mit 3:1 unter und verabschiedete sich zum wiederholten Male frühzeitig aus dem DFB-Pokal. Dieses Spiel musste am Ende auch der Trainer auf seine Kappe nehmen, trat er doch mit einer klaren B-Elf an, in der viele Spieler zu finden waren, die in der Regel auf der Bank oder gar auf der Tribüne zu finden sind. Eine Fehlkalkulation, die dem Verein viel Geld und auch Sympathien bei den Fans kostete.

Die Kehrtwende

Jetzt stand also alles auf Messers Schneide. Nur ein Sieg im folgenden Heimspiel gegen den FSV Mainz konnte helfen. Und es sollte ganz bescheiden beginnen. Denn bereits in der Anfangsphase ging der Gast in Führung. Doch dank einer beherzten und starken zweiten Halbzeit konnte man das Spiel drehen und am Ende noch verdient mit 3:1 gewinnen. Der Turnaround war geschafft und von jetzt an zeigte der Pfeil steil nach oben. Hertha hat die Herausforderung Bundesliga entgültig angenommen.

Das 1:1 bei Hannover 96, die bis zu dem Zeitpunkt zu Hause jedes Saisonspiel gewinnen konnten, sollte der Beweis dafür sein. In einem hart umkämpften, phasenweise auch recht ruppigen Spiel sicherten sich die Hauptstädter einen verdienten Punkt – durch einen Traumfreistoß von Meisterschütze Ronny kurz vor Ende. Damit stieß man den Gastgeber außerdem in eine Schaffenskriese, die bis zur Winterpause anhalten sollte.

Der Start in die Saison war – trotz des Pokalaus und einer kleinen Schwächephase – gelungen: Nach acht Spieltagen stand man auf einem hervorragenden sechsten Tabellenplatz, hatte ein positives Torverhältnis vorzuweisen und die wirklichen Highlights, inklusive der Wochen der Wahrheit, standen erst noch bevor. Doch dazu mehr im zweiten Teil des Rückblicks auf die Hinrunde.

In diesem Sinne

René ‚Mueggi‘ Jünemann
2. Vorsitzer Berliner Jungs OFC

Das war die Hinrunde - Teil 1, Olympischer Platz, 14053 Berlin

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