Hertha BSC in der Winterpause

Das war die Hinrunde - Teil 2

Nach einer erfolgreichen Hinrunde können die Spieler sich feiern lassen.
Nach einer erfolgreichen Hinrunde können die Spieler sich feiern lassen.
HaHoHe, da bin ich auch schon wieder, diesmal habe ich den 2. Teil meiner Hinrunden-Retrospektive im Gepäck, denn was nun folgen wird, das sollte phänomenal werden und aus einem guten Start in die Saison eine herausragende Hinserie machen.

Am 9. Spieltag stand das erste Spiel der Wochen der Wahrheit an, denn mit Gladbach, den Bayern, Gelsenkirchen, Hoffenheim und Leverkusen warteten 3 Champions League-Teilnehmer und zwei Teams, die man rein vom Kader her wohl klar vor der Hertha ansiedeln musste. In meinen Gedankengängen manifestierte sich ein Wunsch, 6 Punkte aus diesen Spielen mitzunehmen und alles ist im Lot. Dass es am Ende genau so kommen sollte, war mehr als verdient.

Als erstes sollte also gegen Gladbach angetreten werden und schon waren die ersten 3 Punkte eingefahren. Denn im heimischen Olympiastadion zeigte die Hertha ein beherztes Auftreten welches man am Ende verdient, wenn auch ein wenig glücklich mit 1:0 gewinnen konnte. Es konnte das erste Saisonhighlight folgen, das Auswärtsspiel in München.

Der FC Bayern am Rande des Punktverlustes

Und was soll man zu diesem Spiel noch alles sagen, es wurde ja im Grunde schon alles gesagt und geschrieben. Die Hertha zeigte ihr wohl bestes Spiel der gesamten Hinrunde, auch wenn man sich am Ende gegen den Tripplegewinner knapp mit 2:3 geschlagen geben musste. Doch was die Hertha an diesem Tag auf den Platz brachte, hatte alles: Kampf, Spielwitz, Torgefahr. Dinge, die die Bayern von einem Gegner, vor allem in München, gar nicht mehr kannten. Nicht umsonst sollten im Nachhinein alle gefragten Bayern Hertha als bis dato schwersten Gegner der Saison 2013/14 bezeichnen.

Das Spiel gegen Gelsenkirchen sollte am Ende ein wenig an den Auftritt gegen die Schwaben erinnern. Hertha war über die Dauer der gesamten Spielzeit dominierend, selbst bekennende Gästefans mussten das anerkennen, doch Hertha musste am Ende bei der 0:2 Heimniederlage auch viel Lehrgeld bezahlen. Um zählbares verbuchen zu können muss man Tore schießen, und hier tat man sich gegen die Gäste am Ende einfach zu schwer. Ein katastrophaler Lapsus von Keeper Kraft – der auch gegen die Bayern schon zwei Mal unglücklich agierte, rundete den unglücklichen Tag am Ende ab.

Das Aufeinandertreffen in Sinsheim mit den Hoffenheimern sollte dann wieder ein denkwürdiges Spiel werden. Hertha lag, auch durch einen absoluten Witzelfmeter, das muss man leider erwähnen, schon mit 2:0 in Führung, bevor Hoffenheim durch zwei Tore von Salihovic ausgleichen konnte. Doch unser Team zeigte Charakter und Willen und konnte das schwere Auswärtsspiel am Ende noch mit 3:2 für sich entscheiden.

Beim Spiel zu Hause gegen Leverkusen hatte man schon wieder dieses Déjà-vu. Wieder spielte man den Gegner an die Wand, wieder konnte man ein erfahrenes Bundesliga- und Champions League-Team dominieren und wieder konnte man sich nicht belohnen und stand am Ende nach der 0:1 Niederlage wieder mit leeren Händen da.

10 Punkte aus 4 Spielen

Doch das sollte die letzte Niederlage der Hinrunde bleiben, denn was nun folgte, kann man getrost als perfekte Kür bezeichnen, die zum Abschluss eine Krönung bekommen sollte, die man vor der Saison so nie zu träumen wagte.

Den Anfang machte das Heimspiel gegen Augsburg. Die Gäste kamen mit nur einem Ziel nach Berlin. Nur nicht verlieren. Und genau so traten sie auch auf. Teilweise verteidigten sie mit sechs Mann auf einer Linie gegen immer wieder anlaufende Herthaner. Im Anschluss sprachen nicht wenige von einem schlechten Spiel der Hertha. Aber so kann man das einfach nicht sehen. Augsburg, die durchaus auch über eine sehr stabile Abwehr verfügen – die Erfahrung musste auch ganze andere Teams machen – schoss in dem Spiel nicht einmal gefährlich aufs Tor von Keeper Kraft und gegen einen solch massiven Abwehrriegel ist es einfach extrem schwer ein Tor zu schießen. Natürlich fehlte Hertha auch das Konzept gegen eine solche Abwehr, aber wir sind und bleiben ein Aufsteiger, da sollte man seine Erwartungen auch entsprechend einordnen.

Beim Mitaufsteiger aus Braunschweig konnte man sich dann, nach zwei Spielen ohne eigenes Tor, endlich wieder belohnen und das Spiel am Ende verdient und souverän nach Toren von Ramos und Cigerci mit 2:0 gewinnen. In diesem Spiel konnte man schon einen Klassenunterschied erkennen. Zwar kämpfen die Braunschweiger häufig aufopferungsvoll, doch es fehlt ihnen augenscheinlich einfach an Qualitäten fürs deutsche Oberhaus.

Das letzte Heimspiel der Hinrunde gegen die Bremer brachte dann am Ende auch den versöhnlichen Abschluss im Olympiasstadion. 3 Tore, ein 3:2 Sieg, da konnte man auch die teilweise abenteuerlichen Einladungen zum Toreschießen für den Gegner am Ende ohne Probleme verschmerzen.

Ein Traumfinale mit einem 18jährigen Helden

Das finale Highlight, die Krönung des Ganzen, die Kirsche auf der Sahne sollte dann der Auftritt beim Champions League-Finalisten aus Dortmund werden. Kaum einer wollte so wirklich an einen Sieg glauben, auch wenn man sicherlich nicht als Punktelieferant nach Westfalen gefahren war. Doch gerade in der Offensive sind die Hausherren ja mit besonderer Extraklasse gesegnet.
Es sollte dann jedoch anders kommen. Hertha spielte wie von einem anderen Stern, stand sattelfest in den Abwehr, stach eiskalt mit Ramos und Allagui vor dem gegnerischen Tor zu und hatte mit Marius Gersbeck, dem 18-jährigen Nachwuchskeeper, am Ende einen ganz besonderen Helden, dem Jungen aus der Kurve, in den eigenen Reihen.

Was bleibt nach dieser Hinrunde zu sagen? 28 Punkte aus 17 Spielen. Ein Torverhältnis von 27:20 Toren. Und das als Aufsteiger. Zahlen, um die man uns quer durch die Republik beneidet und die uns viel Anerkennung bringt. Stehen doch teilweise weit hinter uns Traditionsteams wie Hamburg, Bremen, Nürnberg oder Hannover. Zu den anversierten 40 Punkten, die zum sicheren Klassenerhalt reichen sollten, fehlen dem Team nur noch zwölf mickrige Zähler und es ist anzunehmen, dass Teams wie Braunschweig, Freiburg oder Nürnberg keine solch überragende Rückrunde spielen werden, wie sie es müssten. Das Ziel ist noch nicht erreicht, die Vorgabe nach der Hinrunde könnte jedoch kaum besser sein.

Den nächsten Teil der Reihe widme ich dann den Vätern des Erfolgs. Bis dahin, bleibt mir gewogen.

In diesem Sinne

René ‚Mueggi‘ Jünemann
2. Vorsitzer Berliner Jungs OFC


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Das war die Hinrunde - Teil 2, Olympischer Platz, 14053 Berlin

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