Hertha BSC zuhause

Stellt euch vor, es ist Topspiel...

Stellt euch vor, es ist Topspiel...
Beim Spitzenspiel der 2. Bundesliga wird es am Montag viele leere Plätze geben.
… und keiner geht hin. So oder ähnlich müssen sich die Macher von Hertha BSC wohl zurzeit fühlen. Am Montag kommt es zum Spitzenspiel in der zweiten Bundesliga. Zu dem Spiel, welches potenziell eine Vorentscheidung um den direkten Aufstieg bringen wird. Doch bis zum gestrigen Tag sind nur rund 13.000 Karten im freien Verkauf über die Ladentheke gegangen.

Dazu kommen dann zwar noch die Dauerkarten-Inhaber, doch wie man weiß kommen von den gut 16.000 auch nicht immer alle. Es ist also Stand heute nicht davon auszugehen, dass es am Ende viel mehr als 30.000 Zuschauer sein werden. Und das nur zwei Wochen nach dem Spektakel gegen den FC Köpenick.

Ursachensuche

Schuld daran ist sicherlich auch der Spieltag. Es wird für Hertha das sechste Montagsspiel in dieser Saison sein, davon das dritte zu Hause. Gerade Hertha, bei der eine nicht zu unterschätzende Menge an Fans aus dem Umland kommt, wird von diesen Spielen hart getroffen. Zwar kann ich diese Praktik der DFL bis zu einem gewissen Punkt verstehen, immerhin möchte man am Montag im freien TV interessante Partien präsentieren, doch gibt es für die betroffenen Vereine keinen Ausgleich für entgangene Einnahmen. Hier wird das Interesse der Liga unproportional über das der Vereine gestellt, vor allem weil die vermeintlich starken Teams betroffen sind und es keine gerechte Verteilung gibt.

Doch das kann nur zum Teil als Grund für den schwachen Vorverkauf herhalten. Immerhin war das Derby auch an einem Montag und dort hätte Hertha, nach eigenen Aussagen, Karten im sechsstelligen Bereich verkaufen können. Jetzt ist das Derby sicher noch einmal etwas anderes als das Spiel gegen Lautern; es zeigt jedoch, dass die Fans gewillt wären, die ungünstige Anstoßzeit in Kauf zu nehmen. Auch das zurzeit eher bescheidene Wetter kann nur bedingt als Ausrede herhalten.

Vielmehr liegt es zu großen Teilen auch am aktuell sehr unattraktiven Spiel der Hertha, welches die Leute nicht zu unchristlichen Zeiten ins kalte Olympiastadion zieht. Zwar konnte man in der Rückrunde sieben Punkte aus drei Spielen einfahren, doch die Art und Weise missfällt vielen Anhängern zurzeit. Es mag daran liegen, dass einige Fans ein zu hohes Anspruchsdenken haben oder Hertha leider auch eine große Menge an so genannten Erfolgsfans hat. Würden die gezeigten Leistungen mit dem eigenen Anspruch in Einklang stehen, würde das sicherlich den ein oder anderen von der Couch ins Olympiastadion treiben.

Es bleibt zu hoffen, dass bis zum Spiel noch einige Karten verkauft werden und man mit einer entsprechenden Kulisse ins Topspiel des 23. Spieltages geht.

Spitzenspiel?!?

Und damit sind wir bei dem was eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte: die Partie gegen den direkten Tabellennachbarn aus der Pfalz.. Kaiserslautern spielt eine souveräne Saison, rangiert aktuell mit 39 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz und damit einen Platz und satte 10 Punkte hinter der alten Dame. Das Hinspiel auf dem Betzenberg endete nach Toren von Idrissou und Ronny 1:1.

Für Hertha bedeutet dieses Spiel also ein kleines erstes Entscheidungsspiel um den direkten Aufstieg. Gewinnt man dieses Aufeinandertreffen, kann man dem dritten Platz auf 13 Punkte bei noch elf zu spielenden Begegnungen enteilen. Auf der anderen Seite kann sich Lautern mit einem Sieg doch noch einmal berechtigte Hoffnungen auf einen direkten Aufstiegsplatz machen.

Bei der Hertha sind nach aktuellem Stand alle Spieler an Bord, bei Lautern wird definitiv Top-Torschütze Idrissou (Gelb/Rot-Sperre) ausfallen. Schauspielschüler Baumjohann (provozierte mit einer Einlage im Spiel gegen Duisburg eine Rote Karte für den Gegner) ist jedoch mit von der Partie. Jener Baumjohann war auch im Hinspiel gegen die Hertha mehrmals durch unfaire Aktionen und Provokationen aufgefallen.

Lautern braucht den Sieg

Im Grunde ist alles wie gemalt für ein Topspiel. Zwei top Defensivreihen, starke Offensivspieler, zwei taktisch versierte Trainer, die ihre Teams sicherlich perfekt auf den Gegner einstellen werden, und zumindest für Lautern schon fast ein ‚Do-or-Die‘-Spiel. Dieser Faktor könnte Hertha mit seinen schnellen Außenbahnspielern im Übrigen zugutekommen, denn das erste Mal in dieser Saison wird im Olympiastadion der Gegner wohl nicht zu 100 Prozent das Hauptaugenmerk auf die Verteidigung legen. Denn Lautern braucht diesen Sieg nötiger als Hertha, möchte man noch einmal die Top 2 angreifen und verhindern, dass die Teams ab Platz 4 noch einmal zu nahe herankommen.

Am Montag um 22.00 Uhr werden wir schlauer sein. Aus der Pfalz waren in den letzten Tagen auf jeden Fall starke Worte zu hören. Dieser Spieltag könnte also für eine gewisse Vorentscheidung sorgen. Denn 13 Punkte Vorsprung bedeuten, dass Hertha fünfmal verlieren müsste und Lautern alles gewinnen, um uns zu überholen. Ein nicht unmögliches, aber doch eher unwahrscheinliches Szenario.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal
René ‚Mueggi‘ Jünemann
2. Vorsitzender Berliner Jungs OFC

Stellt euch vor, es ist Topspiel..., Olympischer Platz 1, 14053 Berlin

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