Wir sind die Aufstiegskolonne

Wir sind wieder da!

Wir sind wieder da!
Hertha BSC gewinnt das Spitzenspiel der 2. Bundesliga mit 3:0.
Naja, fast jedenfalls. Hallo Hertha-Fans und Freunde. Erst einmal ein kleines 'Sorry' dafür, dass ich mich in den letzten Wochen ein wenig rar gemacht habe, doch nun bin ich wieder da und wann passt es besser als genau heute? War das ein Abend? 3:0 im Spitzenspiel gegen Eintracht Braunschweig. Dazu die Vertragsverlängerungen der Bahn (wie zu erwarten war) und Ronny (was wohl jeden im Stadion absolut geflasht hat). Selten habe ich solch emotionale Momente im weiten Rund des Olympiastadions erleben dürfen.

Doch fangen wir von vorn an. Mein letzter Artikel ist nun leider schon ein wenig her, um genau zu sein, war das noch vor dem Spiel in München, welches am Ende ja mit 0:0 endete und eins der eher schwachen Saisonspiele der Hertha war. Beim sicheren 2:0 zu Hause gegen Bochum war die Welt jedoch wieder in Ordnung und der Aufstieg in immer größerer Nähe. Sonst gibt es zu den Spielen eigentlich nicht viel zu sagen.

Nun stand aber DAS Topspiel der 2. Bundesliga in dieser Saison an. Erster gegen Zweiten. Favorit gegen Überraschungsteam. Hertha BSC gegen Eintracht Braunschweig. Die komfortable Tabellensituation für beide Teams hat natürlich ein wenig an Feuer aus dem Spiel genommen, wussten doch beide Seiten, dass man trotz einer Niederlage weiterhin einen riesigen Vorsprung auf die Konkurrenz haben würde. Doch genau dort lag auch die Chance für dieses Spiel. Beide Teams konnten befreit aufspielen und mussten sich primär nicht aufs Verteidigen konzentrieren.

Niemeyer muss runter, Ronny haut drauf

Das Spiel war am Anfang der ersten Halbzeit vor allem durch teils übermotivierte Braunschweiger bestimmt. So sah sich Schiedsrichter Peter Gagelmann, in seiner bisher wohl besten Partie mit Hertha-Beteiligung, früh genötigt zwei vollkommen berechtigte gelbe Karten zu verteilen. Dass Peter Niemeyer jedoch nach 12 Minuten bereits ausgewechselt und ins Krankenhaus musste, war ein Unfall. Bei einem Kopfballduell mit dem Gegenspieler Teuerkauf stießen die beiden Spieler unglücklich zusammen und der Hertha-Kapitän soll kurzzeitig das Bewusstsein verloren haben und wurde dann mit dem Verdacht auf eine schwere Gehirnerschütterung vom Feld gebracht.

Doch dieser Vorfall schien die Herthaner nur umso mehr zu motivieren. Und so war es nur folgerichtig, dass das Heimteam die optische Überlegenheit über kurz oder lang in Zählbares ummünzen musste. In der 34. drosch Ronny einen Freistoß aus halblinker Position direkt aufs Tor. Der Ball wurde von der Zweimannmauer noch abgefälscht und schlug unter dem überraschten Keeper der Eintracht in die Maschen ein. Sicherlich kein unhaltbarer Ball. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause, da Braunschweig, bis auf einen gefährlichen Kopfball in der 39. Minute, kaum eigene Chancen kreieren konnte.

Ramos und Ronny sorgen für Freudentaumel

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Hertha hatte immer die Kontrolle über den Ball und Gegner und versuchte frühzeitig mit einem zweiten Tor den Sack zuzumachen. Dies gelang dann auch bereits in der 55. Spielminute. Wieder war Ronny die Ausgangsposition und er schickte seinen kolumbianischen Kumpel Ramos mit einem gefühlvollen Außenrisspass auf die Reise. Ramos nahm den Ball auf, überrannte mühelos seinen Gegenspieler und lupfte den Ball äußerst elegant mit der Fußspitze aus spitzem Winkel an Keeper Davari vorbei.

Von diesem Schlag sollte sich Braunschweig final nicht mehr erholen können. Im Gegenteil. In der 76. Minute war es erneut der Bomber vom Zuckerhut, der mit einem wahren Freistoß-Strahl aus gut 16 Metern das 3:0 erzielte. Was am Ende auch den Endstand bedeutete. Hertha hat somit nun 4 Punkte Vorsprung auf Braunschweig und 14 Punkte auf den Dritten Kaiserslautern (setzten sich bereits am Freitag gegen Köln mit 3:0 durch).

Spieler des Spiels war ganz klar Ronny. 2 Tore, eine Vorlage, da gibt es kaum zwei Meinungen. So lässt man ihm auch den einen oder anderen Schlendrian durchgehen, den er sich in dem Spiel erlaubt hat. Außerdem wussten für mich vor allem die Defensivreihe und der junge Alfredo Morales zu überzeugen, welcher als Niemeyer-Ersatz vor allem defensiv, aber auch mit der einen oder anderen Offensiv-Aktion zu glänzen wusste.
Als Totalausfall muss man wohl – zum wiederholten Mal – Sami Allagui nennen. Er hatte 1-2 gute Spiele auf dem rechten Flügel, aber das ist deutlich zu wenig. Zu wenig Bewegung, zu wenig Pressing. Es bleibt zu hoffen, dass Coach Luhukay im nächsten Spiel Ben Hatira oder Sahar eine Chance gibt, schlechter können sie es auch nicht machen.

Bahn und Ronny verlängern

Bereits vor dem Spiel hatten die Stadionsprecher Fabian von Wachsmann und Udo Knierim wichtige Nachrichten für die Fans. So wurde offiziell verkündet, was die Spatzen schon lange von den Dächern pfiffen. Die Deutsche Bahn verlängert den auslaufenden Vertrag als Hauptsponsor um weitere 2 Jahre zu ähnlichen Konditionen wie bisher. Welche weiteren Klauseln in dem neuen Vertrag stehen, es ist die Rede von einer ‚Anti-Krawall-Klausel‘, ist bisher leider nicht bekannt geworden. Für Hertha bedeutet dieser Vertrag sicherlich eine gewisse Planungssicherheit. Die Frage muss jedoch erlaubt sein, ob man als Hauptstadt-Club, trotz Zweitliga-Saison, nicht mehr rausholen könnte.

Deutlich überraschender war dann das, was kurz vor dem Spiel verkündet wurde. Nachdem es in den vergangenen Tagen immer mehr nach einem Abschied von Ronny aus Berlin am Ende der Saison aussah, konnte man nun verkünden, dass am gestrigen Vormittag der 26 jährige Regisseur der Hertha seine Unterschrift unter einen neuen 4-jahres Vertrag gesetzt hat. Hertha kam ihm am Ende bei der Laufzeit noch ein wenig entgegen, bei der Bezahlung soll man sich von Seitens Ronny eher den Vorstellungen von Hertha angepasst haben. Egal ob es am Ende eine Entscheidung des Herzens oder der Vernunft war, ich freue mich, dass er bleibt. Denn auch wenn er den Nachweis bisher schuldig geblieben ist, ich glaube, dass Ronny unter Jos Luhukay auch in der ersten Liga eine prägende Rolle einnehmen kann.

Am kommenden Freitag steht das Auswärtsspiel in Ingolstadt auf dem Plan. Sollte Hertha dieses Spiel gewinnen und Lautern am Montag in Aue keine 3 Punkte einfahren, dann würde der Aufstieg bereits fünf Spieltage vor Saisonende auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen sein. Doch sind wir mal ganz ehrlich, eine Woche können wir auch noch warten, denn bei einem Heimspiel vor dann vielleicht ganz großer Kulisse am frühen Sonntagnachmittag bei hoffentlich schönstem Wetter – was gäbe es schöneres?

In diesem Sinne, danke Ronny und auf tolle 4 weitere Jahre
René ‚Mueggi‘ Jünemann
2. Vorsitzender Berliner Jungs OFC

Wir sind wieder da!, Olympischer Platz, 14053 Berlin

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