Auswärtsspiel

Löwenbändigung

Hertha-Trainer Jos Luhukay plädiert für schnelles Handeln im Fall Ronny.
Hertha-Trainer Jos Luhukay plädiert für schnelles Handeln im Fall Ronny.
Am kommenden Samstag steht das Auswärtsspiel in der bayrischen Landeshauptstadt bei den Löwen von 1860 an. Für Hertha heißt es in diesem Spiel, an die gute Leistung aus der Vorwoche anzuknüpfen, während es für die 60er wahrscheinlich um die letzte Chance geht, noch einmal Platz 3 anzugreifen. Eine Ausgangssituation, die der Hertha nicht ungelegen kommen dürfte.

Haben doch die Spiele gegen Lautern oder auch Duisburg gezeigt, dass Hertha vor allem dann seine Stärke ausspielen kann, wenn der Gegner mitspielen bzw. auch gewinnen will oder muss. Dies war zwar in Dresden, beim bisher wohl schlechtesten Spiel der Saison, ebenso der Fall, doch dort schienen die Spieler mit den Köpfen überall zu sein, jedoch nicht auf dem Fußballplatz. Eine Wiederholung eines solchen Auftritts halte ich unter Jos Luhukay für nahezu ausgeschlossen.

Ronny soll bleiben

Aproros Jos Luhukay. Der sympathische Holländer hat unter der Woche für Aufsehen gesorgt, indem er seinen Geschäftsführer Sport, Michael Preetz, mehr oder weniger unter Druck setzte, den Vertrag mit Spielmacher Ronny schnellstmöglich zu verlängern. Er hält den ruhigen Kicker vom Zuckerhut durchaus dazu in der Lage, ähnliche Leistungen wie in der zweiten Liga (13 Tore, 12 Vorlagen bisher) auch in der Bundesliga abrufen zu können.

Ob er Preetz und dem Verein mit solchen Aussagen angesichts der prekären finanziellen Lage einen Gefallen getan hat, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht sagen, aber es ist anzunehmen, dass diese Aussage des Trainers die Position des Managers in den nächsten Verhandlungen nicht gerade gestärkt haben wird. Und die nächste Verhandlungsrunde soll voraussichtlich noch vor Ostern über die Bühne gehen. Beide Seiten sind angeblich gewillt, dann auch zu einem Ergebnis zu kommen – Ausgang weiterhin offen.

Lizenzunterlagen überpünktlich in Frankfurt

Der März ist wie jedes Jahr auch die Zeit, in der die Vereine gegenüber der DFL die sprichwörtlichen Hosen herunterlassen und die Etat-Planung für die kommende Saison einreichen müssen. Diese Unterlagen entscheiden darüber, ob ein Verein die entsprechende Lizenz für die Liga erhält oder ob zum Erhalt noch bestimmte Auflagen (z.B. Transfergewinne) erfüllt werden müssen.

Bei der Hertha ist aufgrund der sehr angespannten finanziellen Situation die Abgabe der Lizenzunterlagen jedes Jahr aufs Neue eine spannende Angelegenheit. Ob und welche Auflagen für die kommende Saison dem Verein auferlegt werden, ist zurzeit natürlich noch nicht abzusehen, aber man muss davon ausgehen, dass Hertha vor allem im Bereich Transferausgaben keine großen roten Zahlen schreiben werden darf. Das bedeutet, dass man bei der Verstärkung des Teams wie bereits in den letzten Jahren auf Schnäppchen und Leihspieler angewiesen sein wird. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich damit ein bundesligatauglicher Kader zusammenstellen lässt.

Zugute kommt unserem Verein, dass im kommenden Jahr der neue Fernsehvertrag in Kraft tritt, was Hertha, vor allem bei einem Aufstieg, doch einiges mehr an Geld in die Kassen spülen wird – mit rund 20 Millionen Euro wird man wohl rechnen dürfen. Bei der Zuschauerkalkulation wird man voraussichtlich wieder eher konservativ mit einem Schnitt von 40.000-45.000 in der Bundesliga planen, wie bereits in der Saison 2011/12.

Vor der Kür kommt die Plicht

Da man jedoch vom Aufstieg noch nicht zu 100 Prozent sicher ausgehen kann, reicht Hertha natürlich auch die Unterlagen für einen Verbleib in der zweiten Liga ein. Sollte es doch noch zu diesem Horrorszenario kommen, dann stehen uns vermutlich düstere Zeiten bevor. Denn es ist davon auszugehen, dass man den sehr kostspieligen Etat dieser Saison auf keinen Fall eine weitere Saison stemmen könnte und somit einige der aktuellen Leistungsträger abgeben müsste, da sie nicht mehr zu finanzieren wären. Ein Absturz in die Mittelmäßigkeit der zweiten Liga wäre vermutlich die Folge. Doch daran möchte bei der aktuellen Tabellensituation sicherlich keiner mehr einen Gedanken verschwenden.

Damit am Ende auch wirklich alles gut geht und man sich keine Gedanken mehr über einen Zweitliga-Etat machen muss, wäre ein Sieg in München wünschenswert. Durch das Unentschieden zwischen Braunschweig und Lautern am vergangenen Montag würde man somit einen weiteren großen Schritt in Richtung direktem Aufstieg und auch Zweitligameisterschaft, die sich sicherlich viele wünschen, machen. Und damit dies gelingt, sollte Hertha mindestens eine genau so engagierte Partie wie zuletzt gegen den MSV Duisburg zeigen.

In diesem Sinne, macht aus den Löwen zahme Miezekatzen!

René ‚Mueggi‘ Jünemann

2. Vorsitzender Berliner Jungs OFC

Löwenbändigung, Olympiastadion, 14053 Berlin

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