Hertha BSC

100 Prozent mehr gewaltbereite Fans

Im März 2010 stürmten wütende Hertha-Fans nach dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg den Rasen des Olympiastadions. Die Polizei musste sie zurückdrängen.
Im März 2010 stürmten wütende Hertha-Fans nach dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg den Rasen des Olympiastadions. Die Polizei musste sie zurückdrängen.
Bei Hertha BSC hat sich die Zahl der Fans, die bereit sind, Gewalt anzuwenden, binnen zwei Jahren verdoppelt. Noch höher ist sie jedoch beim 1. FC Union: In dieser Kategorie ist der Verein deutscher Spitzenreiter.

Im Vergleich zur Saison 2008/2009 gab es am Ende der letzten Spielzeit unter den Fans von Hertha BSC doppelt so viele Hooligans. Vor knapp drei Jahren zählten die Behörden 30 Personen der härtesten Kategorie C („gewaltsuchend“), in der abgelaufenen Saison 2010/2011 waren es 47. Der Kategorie B („gewaltgeneigt“) gehören inzwischen 350 Personen an – gegenüber 160 zwei Jahre zuvor. Diese Zahlen gab Innensenator Frank Henkel (CDU) jetzt auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux bekannt. Bei der Anhängerschaft der anderen Berliner Klubs gab es kaum Veränderungen, bei Union ging die Zahl der Kategorie-C-Gewalttäter sogar leicht von 30 auf 25 zurück.

Absolut betrachtet führen allerdings der 1. FC Union und BFC Dynamo die bundesweite Gewalt-Statistik mit jeweils 425 Fans in beiden Kategorien zusammen an. Hertha hat jedoch mit knapp 400 deutlich aufgeholt. Union hat insgesamt die meisten gewaltbereiten Fans, Dynamo steht hingegen mit 75 Fans in der Kategorie C ganz vorne. Die Innenverwaltung führt diesen Anstieg auf den „Zulauf im Bereich der Ultragruppierungen aus dem Umfeld von Hertha BSC Berlin“ zurück.

Zweimal Ausschreitungen bei Union

In der vergangenen Saison gab es nach Angaben der Polizei drei Spiele in der Hauptstadt, bei denen es zu Ausschreitungen kam. Darunter war das Spiel von Hertha BSC gegen den TSV 1860 München – damals hatten Fans Polizisten und Fahrgäste in der Bahn attackiert. Krawalle überschatteten auch die Oberliga-Begegnung zwischen Tennis Borussia und Union II sowie das Freundschaftsspiel zwischen dem 1. FC Union und Pogon Stettin. In letzterer Partie hatten Anhänger der polnischen Gastmannschaft Knallkörper auf das Spielfeld geschleudert.

Rückläufig ist die Zahl der Festnahmen: In den letzten drei abgelaufenen Spielzeiten verringerte sie sich von 452 auf 353. Es gab 375 registrierte Straftaten – gegenüber 556 drei Jahre zuvor. Über die Gründe für den Rückgang werden im Bericht des Innensenators, der dem Tagesspiegel vorliegt, keine Angaben gemacht. Ein deutlicher Anstieg wurde allerdings bei den Straftaten nach dem Sprengstoffgesetz, also dem Einsatz von Pyrotechnik in Stadien, registriert. 2008/2009 wurden 14 Fälle bekannt, in der abgelaufenen Saison waren es 37. Wie sich diese Straftaten auf die einzelnen Vereine verteilen, wurde nicht bekannt.


Quelle: Der Tagesspiegel

Olympiastadion Berlin, Olympischer Platz 3, 14053 Berlin

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