Tiergarten
Verlängerung in der Gemäldegalerie

Hieronymus Bosch: Der Meister der Monster

Hieronymus Bosch: Der Meister der Monster
In der Kopie vom Weltgericht von Bosch sind Gott, Adam und Eva sowie etliche Höllenmonster zu sehen. Zur Foto-Galerie
Tiergarten Krötenartige Wesen oder ein Wald mit Ohren – der bekannte Maler aus den Niederlanden schuf eine Bilderwelt, die treue Fans hat. Darunter auch Leo DiCaprio. Jetzt läuft die Ausstellung um ihn und seine Bewunderer sogar noch bis März!

In zwei Ausstellungsräumen werden nun noch bis zum 19. März 2017 ein paar Werke des Meisters selbst, aber vor allem berühmte Kopien gezeigt. „First-Class-Kopien“, wie der Kurator Stephan Kemperdick anmerkt. Denn schon unter Zeitgenossen und berühmten Malern wurde Bosch gefeiert und galt ab Mitte des 16. Jahrhunderts sogar als „Marke“. Das Ergebnis: Es gibt rund 300 Kopien und circa 20 eigenständige Werke, wobei diese auch umstritten sind.

Die Federzeichnungen von Bosch hängen zentral. ©Staatliche Museen zu Berlin/Jörg P. Anders

Gründe für die Faszination Bosch gibt es viele. Wenn man vor seinen riesigen, oft dreiteiligen Malereien steht, fühlt man sich schnell in die Kindheit zurückversetzt. Schließlich funktionieren Bilder wie Weltgericht wie Wimmelbilder – es fallen einem immer wieder neue Figuren oder Szenen auf. Gut, die sind nicht unbedingt kinderfreundlich. Große Insekten tragen Menschen hinter sich her oder unheimliche Mischwesen braten ihre Beute.

Bosch ist nicht der Erfinder solcher Fabelwesen, aber dass alles wie eine Erzählung funktioniert, ist seine Leistung. Obwohl er schon seit 500 Jahren tot ist, bleiben seine Werke relevant. Leonardo DiCaprio erzählt in seiner aktuellen Umwelt-Doku Before the Flood, dass in seinem Kinderzimmer das dreiteilige Gemälde Garten der Lüste hing. Anhand von Garten Eden, Paradies und Hölle versucht er die Auswirkungen des Klimawandels zu veranschaulichen.

Der Schauspieler reiht sich damit in eine treue Fangemeinde ein. Schon der spanische König Philip II. konfiszierte im späten 16. Jahrhundert etliche Werke. Das Prado Museum in Madrid ist wohl bis heute dankbar. Hier hängt nämlich das Original vom Garten der Lüste. Aber auch Rocker wie Deep Purple verschönerten mit Bosch-Zeichnungen ihr Platten-Cover.

Johannes der Evangelist sitzt am Niederrhein.© Staatliche Museen zu Berlin/Jörg P. Anders

Gerade diese Fan-Treue versucht die kleine Ausstellung Hieronymus Bosch und seine Bildwelt im 16. und 17. Jahrhundert in der Gemäldegalerie mit den vielen Kopien von Bosch zu demonstrieren. Dabei zeigen sie sowohl Federzeichnungen als auch Ölgemälde auf Leinwänden und Holztafeln. Das Highlight ist die doppelseitig bemalte Tafel mit Johannes auf Patmos. Ein signiertes Hauptwerk des Künstlers. Es zeigt Johannes, der auf einer Wiese am Niederrhein sitzt, wo er die Vision der Apokalypse erhält. Auf der anderen Seite spielt sich, in einer öden Welt, die Passion Christi ab.

Wer schon Fan von Hieronymus Bosch ist oder es noch werden möchte – mehr Infos zu der Ausstellung findest du hier. Der Eintritt kostet übrigens regular 10 Euro für die Gemäldegalerie. Zudem gibt es in der Alten Münze auch die Multimedia-Ausstellung Hieronymus Bosch. Visions Alive, die noch bis zum 4. Juni 2017 verlängert wurde.

Foto Galerie

Gemäldegalerie Berlin, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Telefon 030 266424242

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Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr | Donnerstag von 10:00 bis 20:00 Uhr | Samstag und Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr

Gemäldegalerie Berlin

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