Hotelrestaurant

Überraschung in Lichtenberg

Überraschung in Lichtenberg
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Wo Bernd Matthies wohl kaum gutes Essen erwarten würde? Auf der Landsberger Allee in Lichtenberg. Ein imposantes Hotel einer noch unbekannten Kette wäre der ideale Ort für eine solche Annahme. Trotzdem hat er sich genau dorthin auf den Weg gemacht – ins "a.choice".

Anlass dazu gab eine Pressemitteilung: Der neue Küchendirektor in „Andel’s Hotel“, Oliver Barda, war vorher Küchendirektor im Adlon. Nun kocht er hier nicht selbst à la carte, das erledigt ein gewisser Sascha Friedrichs – aber es scheint hinter den Kulissen ein gehöriger Ehrgeiz ausgebrochen zu sein. Schon das Restaurant macht einen netten ersten Eindruck: Mit Geschmack eingerichtet, gut beleuchtet, großzügig dimensioniert, mit aufgeschlossenem, freundlichem Service, der allerdings gelegentlich unaufmerksam war. Die Aussicht könnte besser sein bei einem sooo hohen Haus…

Ach, und nun das Beste: Friedrichs kocht richtig gut. Beim schwungvollen Einstieg, einem Rehcarpaccio mit Beeftea, Quitte und Preiselbeereis, holperte es noch ein wenig, die Suppe war nur lau, und die Proportionen zwischen Fleisch und Eis stimmten nicht, aber die Details schmeckten. Das galt auch für die gebeizte Königsmakrele mit Couscous und Minzöl, bei der man mit dem intensiven, zu üppig eingesetzten grünen Öl ein wenig vorsichtig sein musste.

Moderne Küche mit allerhand Tricks

Mit der Menüfolge wurden die Gerichte schließlich konzentrierter, puristischer. Kürbis-Kokos-Suppe mit Steinbutt, Koriander und Kernöl, Gänseleber mit Ochsenschwanzgelee, Birne und Mandelbrioche, Cremesuppe von Schneekrabben mit Sot-l’y-laisse plus Kardamomschaum, hinreißender Lachs mit confiertem Eigelb, Rahmspinat und dezentem Rauchöl, 36-Stunden-Schweinekinn mit Petersilienpüree und Kümmelschaum, Müritz-Lammrücken mit Macadamia-Nüssen, rotem Paprikapüree und Shiitake-Pilzen, die ein paar Stücke (leider drittklassiger) Kartoffel behüteten, Kabeljau mit Gurken, violettem Senf und Püree aus blauen Kartoffeln.

Das liest sich modern, und es liest sich so, als könnte ein nicht ganz standsicherer Küchenchef dabei im hohen Bogen aus der Kurve fliegen. Doch genau das passiert im „a.choice“ eben nicht. Diese Küche ist modern und zeigt das auch mit allerhand Schäumchen und anderen Tricks, doch das Gesamtbild ist fast immer überzeugend. Sogar die relativ einfachen Desserts enttäuschen nicht – wir probierten Rotweinbirne mit Cassis und Sauerrahmeis und Giandujacreme mit grünen Äpfeln und Apfeleis, gut gelungen. Einziger Störfaktor blieb ein Blutwurzsorbet vor den Hauptgängen, also praktisch ein kalter Kräuterlikör. Nach dessen Verzehr schmeckte der Wein minutenlang wie Spülwasser.

Saftiger Stoff zu kulanten Preisen

Hinter dem Hotel steckt eine österreichische Gruppe namens Vienna International, die sich momentan vor allem in Osteuropa ausbreitet und bei aller Modernität das Landsmannschaftliche pflegt. So überwiegen die österreichischen Weine auf der recht großen Karte, das mag ich sehr, zumal, wenn ein saftiger Riesling wie der von Markus Huber aus dem Traisental für 32 Euro kulant angeboten wird. Feiner Stoff!

Es mag eine Art Alterserscheinung sein, aber für mich liegt ein wichtiger Test für gutes Essen darin, wie es mir hinterher geht – ein Test, den manche Köche schon mit dem Amuse gueule total versemmeln. Das „a.choice“ hätte dabei nicht besser abschneiden können. Wir standen nach einem langen, in sehr angenehmem Rhythmus absolvierten Menü beschwingt und keineswegs vollgestopft auf und beschlossen, diese Adresse wärmstens weiterzuempfehlen. Wenn auch Hotel und Umgebung nicht unbedingt danach aussehen.

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Quelle: Der Tagesspiegel

Skykitchen im Vienna House Andel's Berlin, Landsberger Allee 106, 10369 Berlin

Telefon 030 4530532620
Fax 030 4530532099

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Dienstag bis Samstag von 18:00 bis 23:00 Uhr

Skykitchen im Vienna House Andel's Berlin

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