Stadtplanung für 2017

IGA auch außerhalb von Marzahn

IGA auch außerhalb von Marzahn
Auch im Herbst einen Ausflug wert: Die Gärten der Welt in Marzahn.
Die Pläne für die Internationale Gartenausstellung 2017 in Berlin nehmen weiter Gestalt an. Geplant sind inzwischen nicht nur Ausstellungsareale in Marzahn, sondern auch an anderen Standorten, etwa Biesdorf und Schöneberg.

Die vorbereitenden Arbeiten für die Internationale Gartenschau (IGA) mit ihrer neuen Ausrichtung sind in vollem Gange. Nachdem das Projekt auf dem Tempelhofer Feld ausgeschieden ist, plant der Senat, noch in diesem Monat eine Entscheidung zu treffen, was eine Vorlage der zuständigen Stadtentwicklungsverwaltung zu den modifizierten Plänen am neuen Standort in Marzahn betrifft. Dabei darf man zwar davon ausgehen, dass die neuen Ausstellungsflächen am Rand der „Gärten der Welt“ zwar den Großteil der Schau präsentieren. Vermehrt sind aber Äußerungen zu hören, dass die IGA auf zusätzliche Areale ausgeweitet wird – um die Gartenschau auch ins Stadtzentrum zu ziehen.

Diskutiert werden beispielsweise der Park am Gleisdreieck und das Schöneberger „Südgelände“. Diese könnten laut dem Willen des IGA-Geschäftsführers Christoph Schmidt als „IGA-Referenzprojekte“ dienen, da sie sich auf einer „außergewöhnlichen innerstädtischen Grünachse“ befinden. Doch auch das Schloss Biesdorf könnte als „dezentraler Standort“ von Bedeutung sein. Dementsprechende Überlegungen bestätigte die Chefin der IGA, Katharina Langsch. Priorität habe zurzeit allerdings die Untersuchung der „verkehrlichen Anbindung“ des neuen Standortes in Marzahn. Zudem müssten die Fachmänner überprüfen, ob die Besucherströme, mit denen in der nördlichen Stadt zu rechnen ist, bewältigt werden können. Denn die „Gärten der Welt“ weisen schon jetzt mit täglich bis zu 20.000 Besuchern eine gute Auslastung auf – dank der IGA kommen geschätzt doppelt so viele Entdeckungsfreudige hinzu.

Anschluss der IGA an U5 geplant

In der derzeitigen Planung der IGA-Verantwortlichen spielen das ehemalige Tempelhofer Flugfeld und das stillgelegte Flughafengebäude zunächst keine Rolle mehr. Wie der Tagesspiegel berichtet hatte, war die IGA auch nach Marzahn verlegt worden, weil es Uneinigkeit über die Nutzung des Geländes mit dem Veranstalter der Mode-Messe Bread & Butter gegeben hatte. Zwar war bis vor einigen Wochen noch zu hören, dass wenigstens ein kleineres Ausstellungsareal neben einem Café auf dem Dach des Baudenkmals abgesteckt werden solle. Doch es ist zu hören, dass man auch davon jetzt wieder Abstand genommen hat. Aktuell ebenfalls kein Thema bei den IGA-Verantwortlichen ist die Idee des SPD-Politikers Raed Saleh. Er hatte vorgeschlagen, mithilfe der IGA den Tierpark Friedrichsfelde zu verschönern.

Dass die Gartenschau jedoch nicht nur auf dem Kienberg, im Wuhletal und in den Gärten der Welt zu sehen sein soll, dafür macht sich auch IGA-Chefin Langsch stark: Den internationalen Besuchern sollten mehrere „spannende Orte vorgestellt werden“ – dies zähle zu den Aufgaben einer Internationalen Gartenausstellung. Das „Brennglas“ werde zwar auf Marzahn gerichtet. Von dort solle die IGA aber in die Stadt ausstrahlen. Dabei ist geplant, die IGA über die U5 an das Netz der U-Bahn anzuschließen: vom Bahnhof Neue Grottkauer Straße wird man dank einer neuen Brücke nur wenige hundert Meter zurücklegen.

„Referenzprojekte“ sollen Zugriff auf Bundes- und EU-Fördermittel ermöglichen

In der CDU wird der anzunehmende neue Standort der IGA in Marzahn hingenommen. Jedoch sprach sich Stefan Evers, der Stadtentwicklungspolitische Sprecher, dafür aus, dass zusätzlich zum zentralen Ausstellungsareal im Norden der Stadt weitere „Außenstandorte“ in anderen Bezirken eingerichtet werden. „Eine dezentrale IGA wäre auch ein wirksames Mittel zur Bekämpfung des Images als Tulpenschau“, sagte er dem Tagesspiegel. Damit das Budget ausreicht, schlägt er vor, weitere Standorte über die „Strategie Stadtlandschaft“ zu finanzieren. Dabei handelt es sich um ein Programm, das der Senat auf Empfehlung der Stadtentwicklungsverwaltung im vergangenen Jahr beschlossen hatte.

Schon damals hatte es die Ankündigung gegeben, dass „erste Referenzprojekte“ für die IGA beginnen sollen. Der Senat will mithilfe des Programms gezielt Zugriff auf Bundes- und EU-Fördermittel erreichen, sodass die Belastung für den Landeshaushalt sich in Grenzen halte. Auch zur Auswahl der innerstädtischen IGA-Standorte hat Evers einen Vorschlag: Die Bürger sollen die Entscheidung treffen – oder jedenfalls bei der Entscheidungsfindung mitreden. So würde die CDU eines ihrer Wahlversprechen einlösen, indem sie den Bürgern mehr „Partizipation“ bei Entscheidungen zur Stadtgestaltung zugesteht. Zudem erhofft man sich so zusätzliches  Engagement.

Linksfraktion distanziert sich von IGA-Debatte

Für die Linksfraktion zeigt die Debatte zur IGA, „dass über Sinn und Zweck der IGA nie richtig nachgedacht wurde“, sagt Uwe Doering. Der Senat suche „krampfhaft“ nach einem neuen Standort für die Gartenschau.

Dagegen sieht Christian Gräff (CDU), der Bezirksstadtrat für Wirtschaft aus Marzahn-Hellersdorf, „mit dem abgespeckten Konzept und den ohnehin im Bezirk vorhandenen Flächen“ große Möglichkeiten für die IGA. Die zahlreichen Besucher machten das Projekt auch „volkswirtschaftlich sinnvoll“ für die Hauptstadt.


Quelle: Der Tagesspiegel

IGA auch außerhalb von Marzahn, Kienberg , 12685 Berlin

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