Seefestspiele am Wannsee

Zank um Gewässerschutz

Zank um Gewässerschutz
Im Frühjahr präsentierte Volker Schlöndorff ein Modell der Seefestspiel-Bühne. Nun sorgt das geplante Bauwerk für viel Wirbel.
Bereits zum zweiten Mal werden in diesem Jahr die Seefestspiele am Wannsee stattfinden. Doch auch in diesem Jahr schlägt das Großereignis hohe Wellen. Die Veranstalter müssen aufgrund strenger Wasserschutzauflagen in jeder Aufführung 800 Plätze streichen.

Bis zum 16. August muss alles fertig sein: Dann steigt die Open-Air-Premiere von Bizets „Carmen“ unter der Regie von Volker Schlöndorff. Schon jetzt sind Handwerker mit den Aufbauten für die Seebühne am Wannsee beschäftigt. Auf den Rängen werden in diesem Jahr jedoch deutlich weniger Zuschauer als im 2011 Platz finden. 800 der 4000 Plätze fallen weg. Die existenzgefährdende Verkleinerung des Publikums ist strengen Auflagen des Senats geschuldet.

Dabei geht es um eine stützende Eisenstange, die nicht im Wasserschutzgebiet stehen darf. Sie würde normalerweise für die Absicherung eines etwa fünf Meter breiten, dreieckigen Teils der Bühne dienen. Technisch ist ein Abstützen der zwölf Meter hohen und 24 Meter breiten, schräg gelagerten Bühne ohne diese Stange nicht möglich. Deshalb muss die gesamte Konstruktion um einige Meter verschoben werden – ein Vorgang, der nicht ohne die Verkleinerung des Zuschauerbereichs machbar ist, erklärt der Geschäftsführer der Spiele Norbert Eierding.

Erfahrenes Management unter Druck

Ins Leben gerufen wurden die Seefestspiele von Michael Mronz (Agentur MMG), Burghard Zahlmann (Concertbüro Zahlmann) und Peter Schwenkow (DEAG). Die künstlerische Leitung des 2011 erstmals organisierten Großereignisses am Wannsee übernimmt der ehemalige Intendant der Kölner Oper Christoph Dammann. Schon bei der Premiere wurden dem Kultur-Event Steine in den Weg gelegt. Anwohner wehrten sich gegen die Austragung in Potsdam-Hermannswerder und das Wasserschutzgebiet des Wannsees verhinderte bereits vor einem Jahr die ursprünglich geplante schwimmende Bühne.

Zwar kamen dennoch 40.000 Zuschauer – die Seefestspiele waren damit zu 85 Prozent ausgelastet – doch die Organisatoren mussten trotzdem zuzahlen. Auch in diesem Jahr müssen die durch die Zuschauerlimitierung verursachten Einnahmerückgänge aus privater Tasche gezahlt werden. Statt einen Gewinn zu erwirtschaften, verzeichnen die Seefestspiele in diesem Jahr einen voraussichtlichen Verlust von 500.000 Euro. Sollte die Senatsverwaltung bei der „unnachgiebig kompromisslosen und restriktiven Auflagenauslegung“ bleiben, könnte eine Neuauflage der Festspiele im nächsten Jahr infrage stehen. Die Gesellschafter wollen deshalb eine „für alle Seiten tragbare, vernünftige Auflagenpolitik“.

Wasserschutzgebiet war bekannt

Die Senatsverwaltung weist hingegen alle Vorwürfe von sich. Der Verlauf des Wasserschutzgebietes sei schon lange bekannt gewesen. Eine Bebauung sei dort nicht zulässig. „Beim Trinkwasserschutz kann es keine Kompromisse geben“, erklärte Sprecherin Daniela Augenstein.

Volker Schlöndorff zeigt sich von dem Wirbel unbeeindruckt. „Wir machen täglich hervorragende Fortschritte“, berichtet der Regisseur von den Proben der Carmen-Darsteller. „Unsere Künstler sind großartige Sänger und Darsteller, wir können uns auf eine mitreißende Inszenierung und ein spektakuläres Bühnenbild freuen.“

Für manche Zuschauer mit bereits gekauften Karten könnte sich die notwendige Umverlagerung der Ränge als Vorteil erweisen: „Sie rücken durch die neue Situation näher an die Bühne und die Darsteller heran“, so Norbert Eierding.

Die Seefestspiele werden vom 16. August bis zum 2. September im Strandbad Wannsee zu sehen sein. Karten sind ab 40,50 Euro in den bekannten Vorverkaufsstellen und beim Tagesspiegel am Askanischen Platz 3 erhältlich.


Quelle: Der Tagesspiegel

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