Rassistische Übergriffe

Bilder zeigen Berliner Tatorte

Tatort S-Bahnhof Südkreuz: Am 1. August 2011 wurde vor dem S-Bahnhof ein Ausländer rassistisch beleidigt und attackiert.
Tatort S-Bahnhof Südkreuz: Am 1. August 2011 wurde vor dem S-Bahnhof ein Ausländer rassistisch beleidigt und attackiert.
Am 4. März 2013 um 17 Uhr eröffnet Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zusammen mit der Integrationsbeauftragten des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, Frau Gün Tank, die Ausstellung "Berliner Tatorte - Dokumente rechter, rassitstischer und antisemitischer Gewalt".

Seit 2002 dokumentiert der Verein „ReachOut“ gewalttägige Angriffe mit rechtem, rassistischem und antisemitischem Hintergrund in einer berlinweiten Chronik. „ReachOut“ ist eine Beratungsstelle, die Opfern mit Rat und Hilfe nach einem Übergriff zur Seite steht und über Verbechen aufklären will.  „Die Dokumentation der Tatorte soll verdeutlichen, das Verbrechen an jedem Ort der Stadt geschehen. Die Angriffe passieren an unspektakulären Orten; es sind Orte, an denen man sich ganz normal bewegt“, sagt Helga Seyb von „ReachOut“. Jörg Möller fotografierte diese Tatorte, die ab dem 4. März auf insgesamt 121 Bildern im Foyer des Rathauses Schöneberg ausgestellt werden.

Ein konkreter Tathergang ist dabei auf den Schwarz/Weiß-Fotografien nicht zu erkennen – ein Text beschreibt das Verbrechen. „ReachOut“ verzeichnete für das Jahr 2012 139 Angriffe. Das sind zwar weniger als 2011 (158), aber es wurden mehr Menschen tätlich angegriffen und verletzt. Einer der schwersten Fälle 2012 geschah auf dem Gehweg Erkelenzdamm Ecke Reichenberger Straße in Kreuzberg. Zwei Männer grüßten einen 40-Jährigen mit dem Hitler-Gruß. Beim darauffolgenden Streit wurde das Opfer durch einen Regenschirm so schwer am Auge verletzt, dass sein Augenlicht nicht gerettet werden konnte.   

„Die Ausstellung ist ein Appell, nicht wegzuschauen, sondern sich einzumischen, Zivilcourage zu zeigen und Hilfe zu holen wenn andere bedroht und angegriffen werden. Gerade an den uns so vertrauten Orten, an denen vielen das Recht abgesprochen wird, sich dort aufzuhalten und ihren Alltag zu leben“, sagt Seyb.

Die Ausstellung wird vom 4. bis 30. März im Foyer des Rathauses Schöneberg zu sehen sein.

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Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Pl. 1, 10825 Berlin

Telefon 030 902770

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