Gehwegheizung am Haus Cumberland

Die Investoren verteidigen sich

Sorgt für Eisfreiheit, ist aber ein echter Stromfresser: Die Gehwegheizung vor dem Haus Cumberland
Sorgt für Eisfreiheit, ist aber ein echter Stromfresser: Die Gehwegheizung vor dem Haus Cumberland
Der Gehweg vor Haus Cumberland wird elektrisch erwärmt, was zu starker Kritik gerade von Seiten der Grünen führte. Die Investoren verteidigen sich nun in einem offenen Brief.

Die Grünen forderten die Eigentümer von Haus Cumberland am 25. Januar in einem Brief auf, „diese Heizung ein für allemal abzuschalten“. Sie verbrauche an einem einzigen schneereichen Tag nach den Angaben der Herstellerfirma 5760 Kilowatt Strom, was mehr als drei Tonnen Kohlendioxid entspricht. „Damit ist Ihre Gehwegheizung ein Klimakiller erster Güte“, war hier zu lesen.

Wie lässt sich ein solches Projekt verteidigen?

Die Eigentürmer und Entwickler des Haus Cumberland machen nun ihrerseits in einem offenen Brief deutlich, dass die Abtauanlage ihrer Ansicht nach „nicht nur eine ökonomisch sinnvolle, sondern dank ihrer extrem kurzen Einsatzzeiten auch eine ökologisch absolut vertretbare Lösung [sei], um den stark frequentierten Gehweg vor dem Cumberland zuverlässig und in kürzester Zeit eisfrei zu halten.“

Die Fahrzeuge der Schneeräum-Dienste würden schließlich bei ihrer Anfahrt und bei der Arbeit Energie benötigen, die Luft mit Abgasen belasten und häufig das Pflaster zerstören. Jedes große Fußballstadion habe eine Rasenheizung, jede Tiefgaragenausfahrt werde beheizt und Städte wie Göteborg oder Stockholm würden die Gehwege ganzer Straßenzüge beheizen.

Es handele sich außerdem um keine Bodenheizung, sondern um eine Auftauanlage, die nur bei starkem Schneefall laufe, damit der Gehweg vollständig abtaue und trockne. „Aus dieser Funktionsweise resultieren Laufzeiten von wenigen Stunden ausschließlich an Tagen mit starkem Schneefall oder Eisregen und bei Temperaturen unter drei Grad“, ist in dem Schreiben zu lesen. Zusammengerechnet werde die Anlage demnach jedes Jahr im Durchschnitt nur rund 126 Stunden im Einsatz sein. Der Energieverbrauch der Gehweg-Heizung würde sich somit an einem durchschnittlichen Schneetag auf 1280 kWh bei Energiekosten von gut 250 Euro belaufen.


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Die Investoren verteidigen sich, Kurfürstendamm 193d, 10707 Berlin

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