Bürgerinitiative

Am Klausenerplatz gibt's jetzt eine Bürgeruni

Am Klausenerplatz gibt's jetzt eine Bürgeruni
In der Bürger Uni lernen Bürger von ihren Nachbarn.
Türkisch kochen oder Strom sparen lernen: Die Kiezbewohner vom Klausenerplatz können seit dem vergangenen Frühjahr eine ganz besondere Uni besuchen. An der "Bürger Uni" in Charlottenburg hat man die Möglichkeit, sein vielfältiges kulturelles Wissen und seine Fähigkeiten gegenseitig auszutauschen. Das Prinzip lautet also: Bürger unterrichten ihre Nachbarn in alltäglichen Dingen. Das Ganze kostet nichts – nur ein bisschen Einsatzbereitschaft.

Tobias Stapf hat in Partnerschaft mit dem Mehrgenerationenhaus „Divan“ die Uni für Bürger initiiert. Sie ist eine lokale Bildungsinitiative, die durch das Programm „Lokales Soziales Kapital“ des Europäischen Sozialfonds und der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert wird. An der „Bürger Uni“ lernt Jeder von Jedem. Stapfs Motto: Jeder besitzt Fähigkeiten, mit denen er der Gemeinschaft etwas Gutes tun kann. Für ihn ist Wissensaustausch ganz wichtig. Die Idee kommt aus England. Tobias Stapf lernte dort nach dem Studium das Konzept der Citizen’s Uni kennen und brachte es mit nach Deutschland.

„Skill sharing“

Vom Einführungskurs Fußball über „Erste Hilfe für Eltern“, Haushalts- und Autoreparaturen oder „Wissen über türkisches Kino“ – die Palette an Kursen ist groß. Doch das Unterrichten an der Uni muss erstmal gelernt werden. So erhalten die zukünftigen ehrenamtlichen Uniprofessoren eine praxis-orientierte Moderationsausbildung, die sie dazu befähigt, das Wissen und die Fähigkeiten, die sie vermitteln wollen, in strukturierte Lehrpläne und Kurse zu packen. Die Kursinhalte müssen im Alltag verankert sein. Zudem sollen sie Spaß am gemeinsamen Lernen vermitteln und sich auf die Grundkenntnisse konzentrieren – die Kurse sind kurz, interaktiv und unterhaltsam. Das ist Tobias Stapf wichtig.

Der organisierte Wissensaustausch zwischen Bürgern und Nachbarn ist eine weltweite Erscheinung. Die New Yorker „Trade School“ gibt es beispielsweise als Ableger in Kreuzberg. Seit September 2011 hat die „Public School“ in Neukölln eine Außenstelle. Das Besondere an den Bürgerschulen und Universitäten ist, dass sie alle von dem Kiez geprägt sind, in dem sie beheimatet sind. Der Gedanke an der „Trade School“ beispielsweise ist reiner Wissensaustausch – als Gegenleistung erhält hier der Lehrer von seinen Schülern tägliche Bedarfsgüter oder Hilfe im Haushalt oder beim nächsten Umzug.

Am 14. März können Interessierte um 18.30 Uhr einen Informationsabend von 17:00 bis 19:00 im Divan, in der Nehringstrasse 26, 14059 Berlin besuchen, um das Ganze einmal auszuprobieren. Informationen dazu findest du hier.

Bürgeruni - Kiezbüro Klausnerplatz, Nehringstraße 26, 14059 Berlin

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