KlimaWerkstatt Spandau

Her mit der Tüte!

Her mit der Tüte!
Tüten in der Tüte: Kurz vor Ostern ging die Spandauer Tütensammlung los, schon am darauffolgenden Dienstag wurden über 200 ungenutzte Tragetaschen abgegeben.
Altstadt Spandau – Hier wird ungenutzten Plastiktüten und Stoffbeuteln der Kampf angesagt! In der Altstadt sollen Anwohner jetzt alte Tragehilfen abgeben, damit sie sinnvoll wiederverwertet werden können. Dafür plant die KlimaWerkstatt Spandau ein einzigartiges Projekt.

Wer kennt sie nicht, die „Tütentüte“ im Schrank – eine große Plastiktüte, in die wir all die anderen Tüten stopfen, die sich beim Kauf von Lebensmitteln, Klamotten oder Geschenken anhäufen. „Dabei verbraucht ihre Erzeugung Energie und Ressourcen.Vor allem wenn sich die Tüten beim Zersetzen in der Biosphäre verbreiten, schaden sie Mensch und Tier“, weiß Dr. Corinna Vosse, Geschäftsführerin der KlimaWerkstatt Spandau. Darum geht sie seit einigen Tagen gezielt gegen die Tütenflut vor – und das auf ganz neue Weise.

Auch wer um das Problem mit den Plastetüten wisse, habe beim Einkauf oft keine andere Tragetasche dabei, weiß Vosse. „Da bringen auch alle Appelle nichts. Wir brauchen eher eine Aktion, die die Leute dabei unterstützt, ihre alltäglichen Verhaltensmuster zu durchbrechen.“ Doch wie hindert man Konsumenten daran, bei jedem Einkauf eine neue Tüte zu kaufen? „Wir wollen in der Spandauer Altstadt ein Gebraucht-Plastiktütensystem etablieren“, erklärt die Initiatorin. Damit wolle sie Menschen eine konkrete Möglichkeit geben, die Umwelt zu entlasten. In den nächsten Wochen wird es den ersten Prototypen geben: Einen Tütenspender in der Altstadt, aus dem sich jeder kostenlos gebrauchte Tragehilfen ziehen kann. Befüllt wird der mit den Tüten, die in der KlimaWerkstatt abgegeben wurden. Schon jetzt ist der Rücklauf sehr hoch, in den ersten Tagen wurden über 200 Plastiktüten gesammelt.

Erst die Tüte, dann der Beutel: für nachhaltige Systeme

Doch dabei soll es nicht bleiben, denn langfristig wäre es den Mitarbeitern der KlimaWerkstatt natürlich am liebsten, wenn die Spandauer gar keine Tüten mehr verwenden würden. Hier kommen die Stoffbeutel ins Spiel, die ebenfalls Teil der Sammelaktion sind. Mit ihnen soll eine Art „Pfandtaschensystem“ entstehen: gesammelte und optisch aufgehübschte Beutel sollen von Läden in Spandau ausgegeben werden. Wer den Beutel nicht mehr braucht, kann ihn zurückbringen, damit ein anderer damit seine Einkäufe auf umweltfreundliche Weise nach Hause tragen kann.

 

Das passt in die Philosophie des geteilten Konsums, die wir zum Beispiel vom Carsharing oder aus Nachbarschaftsläden kennen. Auch die KlimaWerkstatt Spandau hat mit ihren Repair Cafés oder der Wander-Sterne-Küche schon gemerkt, dass mit den richtigen Anreizen in Spandau eine Menge Müll und CO2 gespart und Ressourcen geschont werden können. Und wenn sich der Spandauer Tütenspender bewährt, wer weiß, vielleicht wird er bald zum Erfolgsmodell für ganz Berlin?

Plastiktüten und Stoffbeutel können dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr, am Dienstag außerdem von 14 bis 18 Uhr in der KlimaWerkstatt Spandau abgegeben werden. Dort kann man bei ständig wechselnden, informativen Ausstellungen auch noch etwas lernen. Im Moment geht es um „Reben, Ranken, Riesling – Berliner Weingeschichte“.

KlimaWerkstatt Spandau, Mönchstr. 8, 13597 Berlin

Telefon 030 3979 8669

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Dienstag von 10:00 bis 13:00 und von 14:00 bis 18:00 Uhr,
Donnerstag von 10:00 bis 13:00 Uhr.

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