Expertenrat

Infos und Tipps zum Verkauf von Gewerbeimmobilien

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Immobilie ist nicht gleich Immobilie. Gerade wer eine Gewerbeimmobilie verkaufen will, sollte darauf achten, dass er die nötigen Unterlagen hat und sich über den Wert bewusst ist. Hier fassen Experten zusammen, wie man trotz des hohen Aufwands am Ende zufrieden ist.

In erfolgreichen Start-ups ist es keine Seltenheit, dass schon wenige Jahre nach der Gründung der Umzug in ein größeres Büro ansteht. Neben den eigentlichen Umzugsarbeiten muss dabei auch der Verkauf der zu klein gewordenen Gewerbeimmobilie organisiert werden, wenn diese sich im Eigentum des Unternehmens befindet.

Verkauf von Gewerbeimmobilien im Überblick

  •       Ein Objekt gilt laut Steuerrecht als Gewerbeimmobilie, wenn es mindestens zu 80 Prozent gewerblich genutzt wird.
  •       Die Wertermittlung bei einem Gewerbeobjekt erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens, das auf dem Bodenwert und dem Gebäudeertragswert basiert.
  •       Um kostspielige Fehler zu vermeiden und schnell einen passenden Käufer zu finden, ist es empfehlenswert, einen Gewerbemakler zu beauftragen.

Ist das Objekt eine gewerbliche Immobilie?

Das Steuerrecht (§ 181 Abs. 6 BewG) definiert Gewerbeimmobilien als Immobilien, deren Verhältnis aus Nutz- und Gewerbefläche eine überwiegend gewerbliche Nutzung (mindestens 80 %) vorsieht und die kein Teileigentum sind. Die Unterscheidung zwischen Gewerbe- und selbstgenutzten Wohnimmobilien ist besonders aus Gründen der Bewertung und der Besteuerung wichtig.

Typen von Gewerbeimmobilien

In Deutschland unterscheidet man zwischen folgenden Typen von Gewerbeimmobilien:

  •       Büroimmobilien – Büroräume, die die Verwaltung eines Unternehmens (z.B. Buchhaltung, Personalabteilung …) nutzt.
  •       Produktionsimmobilien – Gebäude, die der Produktion von Waren dienen. Meist handelt es sich dabei um Hallen mit einem Stockwerk.
  •       Freizeitimmobilien – Gebäude für Freizeitaktivitäten wie Golfanlagen, Bootshäuser usw.
  •       Handelsimmobilien – Einkaufszentren, Ladengeschäfte, Supermärkte und andere Objekte, in denen gehandelt wird.
  •       Logistikimmobilien – Objekte, in denen Waren (Endprodukte und Zwischenprodukte) gelagert und verteilt werden.
  •       Spezialgewerbeimmobilien – Spezielle Objekte wie Kraftwerke und Flughäfen, die nicht in die übrigen Kategorien passen.

Eine Gewerbemakler ist beim Verkauf einer Gewerbeimmobilie sehr von Vorteil.

Gewerbeimmobilien richtig verkaufen

In der Regel werden Gewerbeimmobilien in Zusammenarbeit mit einem Gewerbemakler verkauft. Dieser hilft dem Eigentümer mit seinem Fachwissen bei den folgenden Teilschritten.

Die Marktanalyse

Die Marktanalyse ist essentiell für den Verkauf einer Gewerbeimmobilie. Dabei haben folgende Fragen eine grundlegende Bedeutung:

  •       Welche Käufer könnte das Objekt interessieren?
  •       Welche Arten von Gewerbe passen zum Immobilien?
  •       Welcher Teilmarkt sollte speziell angesprochen werden?
  •       Unterliegt der Teilmarkt saisonalen oder konjunkturellen Schwankungen?
  •       Spricht die vorhandene Ausstattung des Objekts spezielle Gewerbe an?
  •       Existieren Probleme, die potenzielle Käufer oder Investoren abschrecken könnten?

Die Wertermittlung

Die Wertermittlung sollte stets mithilfe eines professionellen Wertgutachtens erfolgen. Der Verkäufer erhält dadurch alle nötigen Informationen, um einen angemessenen Preis für seine Gewerbeimmobilie festzulegen. Besonders bei teureren Objekten sind verfügen auch die Käufer über Informationen zur aktuellen Marktlage und zum Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Um gut in die Verhandlungen zu starten, ist es aus Käufersicht deshalb essentiell, den realistischen Verkaufspreis zu kennen. Weil Gewerbeobjekte oft als Kapitalanlage dienen, mit der eine gute Rendite erwirtschaftet werden soll, erfolgt die Wertermittlung meist mit dem Ertragswertverfahren.

Unterlagen für den Verkauf

Zudem sollte der Verkäufer neben dem Wertgutachten Interessenten möglichst umfassende Informationen zur Verfügung stellen. Bei Gewerbeobjekten sind die folgenden Dokumente wichtig:

  •       Lageplan und Flurkartenauszug
  •       Grundbuchauszug, der alle Belastungen und Rechte Dritter am Objekt zeigt
  •       Kubaturberechnung
  •       Nutzflächenberechnung
  •       Bebauungsplan
  •       Baupläne (Maßstab 1:100) und Werkpläne (Maßstab 1:50)
  •       Auszug aus dem Baulastenverzeichnis
  •       Belege zu Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten der letzten Jahre
  •       Baubeschreibungen (besonders zu Umbauten)
  •       Betriebskostenaufstellung und Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre
  •       Mietverträge der letzten Jahre
  •       Energieausweis des Gebäudes

Ein Großteil der Dokumente kann beim Bauordnungsamt bezogen werden. Gewerbemakler helfen gerne bei der Beschaffung und der Zusammenstellung der Unterlagen.

Preisbildungsfaktoren bei einer Gewerbeimmobilie

Der Wert einer Gewerbeimmobilie hängt von unterschiedlichen Preisbildungsfaktoren ab. Diese unterscheiden sich in Abhängigkeit vom Gewerbeteilmarkt teilweise stark voneinander. Es ist deshalb empfehlenswert, die Wertermittlung durch einen Immobilienexperten durchführen zu lassen.

Ob Start-up oder klassisches Office: Wenn ein Unternehmen wächst, wird es Zeit, die Gewerbeimmobilie zu wechseln.

In der Regel kommt bei Gewerbeimmobilien das sogenannte Ertragswertverfahren zum Einsatz. Die Preisbestimmung erfolgt bei diesem Verfahren anhand des Bodenwertes und des Gebäudeertragswerts, der sich primär aus den Mieteinnahmen und den Bewirtschaftungskosten zusammensetzt. Außerdem spielen folgende Kaufpreisfaktoren eine entscheidende Rolle:

  •       Zustand – Ein guter Zustand, bei dem in den kommenden Jahren eher geringe Instandhaltungs- und Renovierungskosten anstehen, kann den Wert einer Gewerbeimmobilie deutlich erhöhen.
  •       Lage – Die Lage und die Infrastruktur einer Gewerbeimmobilie beeinflussen deren Wert stark. Besonders Objekte in Großstädten oder deren unmittelbarer Nähe mit einer guten Verkehrsanbindung finden oft schnell einen zahlungskräftigen Käufer.
  •       Vermietet oder unvermietet – Bei Gewerbeimmobilien erzielen vermietete Objekte meist einen höheren Wert, weil der Käufer dadurch eine finanzielle Sicherheit hat. Bei einem Leerstand stellt sich daher die Frage, warum und wie lange dieser bereits besteht und wie gut das Objekt, nachdem Kauf vermietet werden kann.
  •       Mieteinnahmen – Bei vermieteten Gewerbeimmobilien ist neben der Höhe der Mieteinnahmen auch deren Ausfallsicherheit essenziell. Objekte, mit solventen Mietern, marktüblichen Miete und noch lange laufenden Mietverträgen erzielen die höchsten Preise

Fazit zum Verkauf einer Gewerbeimmobilie

Der Verkauf einer Gewerbeimmobilie ist deutlich aufwendiger als bei einer Privatimmobilie. Der gesamte Prozess sollte deshalb durch einen spezialisierten Gewerbemakler betreut werden. Start-ups und andere unerfahrene Verkäufer können dadurch kostspielige Fehler vermeiden und einen marktüblichen Preis erzielen. Zudem können Immobilienmakler durch ihr großes Netzwerk aus Unternehmen und Investoren meist schnell einen passenden Käufer für die Gewerbeimmobilie finden.

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