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Weddinger wollen Energie erzeugen

Dieses selbst gebaute Windmessgerät könnte bei der Suche nach einem geeigneten Platz für die Weddinger Anlage helfen.
Dieses selbst gebaute Windmessgerät könnte bei der Suche nach einem geeigneten Platz für die Weddinger Anlage helfen.
Der Name der Müllerstraße im Wedding geht nicht auf einen Herrn Müller zurück, sondern erinnert an die zahlreichen Windmühlen, die dort bis ins 19. Jahrhundert hinein standen. Eine Initiative aus dem Stadtteil möchte an die Tradition anknüpfen und die Möglichkeit ausloten, eine selbst konstruierte Windkraftanlage zu errichten.

Nachdem der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossene Sache ist, vergeht in Deutschland kaum ein Tag, an dem in der Öffentlichkeit nicht das Wort „Energiewende“ fällt. Der ökologische Gedanke hat sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt. Jedoch bietet die Großstadt selten direkten Anschauungsunterricht zum Thema regenerative Energien und häufig fehlt interessierten Bürgern auch das technische Fachwissen, wie mitten in der Metropole Strom erzeugt werden könnte. Im Wedding ändert sich das möglicherweise bald: für das Projekt „Windmühlen aus Waschmaschinen“ stehen Fördermittel zur Verfügung und mit der Beuth-Hochschule ein Kooperationspartner, der das technische Know-how vermitteln kann.

Ziel des Projektes ist es, interessierte Anwohner aus dem Stadtteil und Studenten der Hochschule zusammenzubringen, um einen kreativen Austausch über regenerative Energien zu initiieren. Im Rahmen der Kooperation sollen die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Verständnis von Grundlagen erneuerbarer Energien gelangen. Der zweite Teil des Projekts besteht aus dem Bau eines einfachen Prototyps zur Stromerzeugung aus Wind. In der Gruppe sollen die notwendigen Eigenschaften einer solchen Windanlage besprochen werden (z.B. Geräusch- und Vibrationsarmut, Anpassung an das Stadtbild, Verwendungszweck trotz beschränkter Leistung). Ziel ist es, den Prototypen aus recycelten oder wenigstens recycelbaren Rohstoffen zu bauen (z.B. mit Teilen alter Waschmaschinen).

Gemeinsames Projekt von Studenten und interessierten Bürgern

„Wichtig ist uns der Spaß am Bau eines solchen Modells“, betonen die Initiatoren des Projekts. Die wissenschaftliche Entwicklung einer für die Stadt geeigneten Windkraftanlage ist nicht das Ziel – vielmehr geht es um den Aufbau einer Gruppe interessierter Bürger. Diese soll in einem regelmäßigen Turnus über regenerative Energien diskutieren und nach Möglichkeit zur Vernetzung von Studenten der Hochschule und Anwohnern beitragen. „Als weitere Outputs hoffen wir eine kleine Selbermach-Bauanleitung erstellen zu können und gemeinsam zu analysieren, inwiefern eine solche Windkraftanlage im Hinblick auf technischen Aufwand und Nutzen in der Stadt realisierbar ist“, betonen die Projektmacher. Für den Prototypen soll außerdem ein passender Ort gefunden werden, der es im besten Fall auch ermöglicht, den gewonnenen Strom sinnvoll zu nutzen – z.B. für Beleuchtung oder das Aufladen von Mobiltelefonen.

Eine Jury der Stadtteilvertretung „Mensch Müller“ entschied, dass das Projekt förderungswürdig sei – nun fließen Gelder aus dem Gebietsfonds der „Aktiven Zentren Müllerstraße“.

Interessierte Bürger können sich bis zum 25. November für das Projekt anmelden. Telefon: 0152 – 389 923 75. E-Mail: windmuehlen.projekt@gmail.com
Weitere Infos auf der Website der Windmühlen Wedding

Dieser Text entstand in Kooperation mit dem Blog Weddingweiser: weddingweiser.wordpress.com

 

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Quelle: externe Quelle

Weddinger wollen Energie erzeugen, Luxemburger Str. 10, 13353 Berlin

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