Bedrohtes Berliner Baudenkmal

Neue Ideen zur Rettung der Kant-Garagen

Neue Ideen zur Rettung der Kant-Garagen
Die Kant-Garage ist die einzige in Berlin erhaltene Hochgarage der Zwischenkriegszeit. Erbaut wurde sie vom Architekten Hermann Zweigenthal.   Zur Foto-Galerie
Kantstraße - Der vom Eigentümer geplante Abriss der alten Hochgarage ist erst einmal vom Tisch, aber die Nutzung durch Kfz-Betriebe scheint wirtschaftlich kaum zukunftsfähig. Alternativen wurden beim ersten Treffen der Initiative besprochen, die für das denkmalgeschützte Gebäude kämpft.

Rund 100 Interessierte kamen am Freitagabend zur Auftaktveranstaltung der „Initiative zur Rettung der Kant-Garagen“, hinter der Architekten, Stadtplaner und Andreas Barz von der Genossenschaft des Studentendorfs Schlachtensee stehen. Der Eigentümer des Baudenkmals in der Kantstraße, Christian Pepper, fehlte; er hat sich noch nie zum Abrissantrag geäußert, den Charlottenburg-Wilmersdorf ablehnt. Für die Erhaltung sei auch eine „politische Entscheidung“ auf Landesebene wichtig, sagte Baustadtrat Marc Schulte (SPD).

Laut Matthias Dunger vom Landesdenkmalamt werden Schäden am Bau neu untersucht: Zwei Gutachter seien „kollegial“ für das Amt und den Eigentümer tätig.Architekt Frank Augustin schlug eine Mischnutzung mit einem „Mobility-Center“, Büros für Start-up-Firmen, Ausstellungsflächen, einem Backpackerhotel und Wohnungen in einem Neubau nebenan vor. Andreas Krüger von der Initiative „Stadt Neudenken“ will das Thema im Februar beim „Runden Tisch zur Liegenschaftspolitik“ im Abgeordnetenhaus diskutieren.

Andreas Barz erläuterte, wie vor einigen Jahren der Abriss des ebenfalls denkmalgeschützten Studentendorfs Schlachtensee verhindert werden konnte. Ein Genossenschaftsmodell wie dort sei auch für die Kant-Garagen denkbar.

Das 1930 als „Kant-Garagen-Palast“ eröffnete Gebäude an der Kantstraße 126/127 ist die älteste erhaltene Hochgarage in Deutschland. Als Besonderheit gelten die Wendelfahrbahnen in Form einer Doppelhelix – hoch- und herunterfahrende Autos begegnen sich so nicht. Aktuell nutzen eine Tankstelle und Kfz-Betriebe den Bau, hinzu kommen vermietete Parkplätze.

Foto Galerie


Quelle: Der Tagesspiegel

Neue Ideen zur Rettung der Kant-Garagen, Kantstraße 126, 10625 Berlin

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