Berliner Newcomer

Auf einen Drink mit... Fye & Fennek!

Auf einen Drink mit... Fye & Fennek!
Faye und Jan brachten in diesem Jahr ihr Debüt-Album "Separate Together" heraus.
Wir ziehen durch die Bars der Stadt und laden uns Berliner Newcomer als Trinkgäste ein. Dieses Mal geht es mit der Synthie-Pop-Band Fye & Fennek in die Baumhaus Bar mit anschließendem Konzert im Musik und Frieden.

Sich bei einem Getränk besser kennenlernen, das passt bei dem Duo Faye (Gesang) und Jan (Instrumental) wie die Faust aufs Auge, denn die beiden haben ihre Bandhistorie in einer Bar in Kassel begonnen. Die damaligen Fast-Nachbarn lernten sich bei einer WG-Party von Jan kennen und verlegten ihr Gespräch zu späterer Stunde in eine Bar nebenan. „Am nächsten Tag haben wir gleich einen Song gemacht und gemerkt, dass es passt“, sagt Jan, der für den coolen elektrischen Pop-Sound der Band sorgt.

Sowohl Jan als auch Faye haben davor bereits an unterschiedlichen Bandprojekten gearbeitet. Durch ihren Freundeskreis kamen sie auch in Kontakt mit dem Kasseler Plattenlabel Lichtdicht Records, die mit der Band Milky Chance international durchgestartet sind und so konnten die zwei viele wertvolle Kontakte knüpfen. Mittlerweile haben sie einen Plattendeal mit der Berliner Filter Music Group, die aus Lichtdicht Records entstanden ist.

QIEZ: Eure Debüt-Platte Separate Together habe ich viel unterwegs im Bus oder in der Bahn gehört. Text und Sound passen bei euch gut zusammen, da entstehen kleine Geschichten. Bei ganz viel aktueller Musik liegt der Fokus eher auf der Verpackung als auf dem Inhalt. Habt ihr euch klar entschieden, da einen anderen Weg einzuschlagen?

Jan: „Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir kein Kommerzprodukt machen wollen. Es ist lustig, dass du das Album unterwegs gehört hast, denn ich habe die Instrumentals viel in Zügen und auf Reisen geschrieben. Wir haben versucht diesen Ort, wo man Sachen Revue passieren lässt, in Melodien und Atmosphäre zu verpacken.“

Faye: „Man muss, glaub ich, heute sehr stark zwischen Songwritern und Interpreten unterscheiden, weil der Interpret nicht die Message mitbringt. Wenn ich etwas von mir rüberbringen will, dann ist es mir wichtig, dass da eine Botschaft dahinter steckt. Das haben wir uns aber nie vorher überlegt, sondern das war automatisch drin in dem ganzen Entstehungsprozess. Bei unserem ersten Album haben wir einfach gemacht, was wir wollen und das Label hat das voll unterstützt. Keiner hat uns reingeredet.“

QIEZ: Die Themen Zugehörigkeit und Heimat spielen eine große Rolle auf dem Album – das sind Themen, die Menschen immer wieder umtreiben. Das betrifft die junge Generation, vielleicht nicht unbedingt mit 20 Jahren, aber mit 26,27 denkt man darüber nach: Wo bin ich zu Hause? Was ist überhaupt zu Hause für mich? War das auch der Grund, warum ihr euch damit so intensiv musikalisch beschäftigt?

Faye: „Wie wir das Album beschreiben oder zusammenfassen haben wir tatsächlich erst herausgefunden, als wir schon fertig waren. Was du gesagt hast, ich stimme dem zwar zu, gegen Ende 20 kommt nochmal so eine Phase, bei mir kamen die Gedanken, jedoch besonders stark, als ich mit 18,19 von zu Hause ausgezogen bin. Man geht Reisen, entdeckt sich und die Welt und das steckt in unserer Musik drin. Es ist etwas, das bei mir auch stark ausgeprägt ist: Dieses Suchende, Unterwegssein, gucken, was findet man, aber auch ausbrechen und frei sein. Deswegen steckt in den Texten auch viel von diesem Aufbegehren drin.“

Jan: „Ich finde schön, dass du gesagt hast, dass es zum Zahn der Zeit gehört, denn heute geht viel weg von irgendwelchen Verantwortungen. Soll oder will man sich über etwas bewusst werden, dann ist das direkt mit etwas Negativem verbunden. Eine Wegwerfgesellschaft der Gefühle und Moral. Wir haben uns nicht das Ziel gesetzt über Heimat und Zugehörigkeit zu sprechen, das ist intuitiv geschehen.“

Während Faye schon seit einiger Zeit in Berlin lebt und hier auch Familie hat, schlägt laut Jan sein Herz noch an zwei Orten. Allerdings hat er vor Kurzem ein WG-Zimmer in Friedrichshain ergattert. „Zur Besichtigung habe ich eine Flasche Wein mitgenommen“, erzählt der 27-Jährige verschmitzt, der sein „Schweineglück“ bei der schwierigen Wohnungslage in der Stadt nicht recht glauben kann. Ob der Wein der ausschlaggebende Punkt war, sei dahingestellt, bringt uns aber zurück zum Thema.

QIEZ: Wenn ihr ein Drink wärt, was genau wäre da drin?

Faye: „Ich mag Gingerbeer, Jan du kannst den Alkohol aussuchen…“

Jan: „Dann würde ich sagen, Havana Club und vielleicht noch einen Schuss…. Wie wäre es eigentlich, wenn wir ein UniKorn werden, das Getränk, gibt es noch nicht, also ein Korn und was ist das Uni… vielleicht Urin oder Natrium…

Faye: „Das gibt es morgens um 5 Uhr im Berghain (alle lachen). Bleiben wir bei der ersten Variante, das kann man wenigstens trinken.“

Jan: „Wir sind nicht wählerisch, Hauptsache es knallt.“

QIEZ: Was habt ihr unterwegs immer dabei?

Faye: „Handy, Schlüssel und Geld, aber das zähle ich mal nicht. Ich habe immer einen Lippenstift dabei. Auch wenn ich gerade keinen trage, aber das ist ein geiles Ding. Du kannst dann auch gerne mal fünf Tage weg bleiben und siehst gut aus.“

Jan: „Ja, keine Dusche, kein gar nichts, nur der Lippenstift. Da ist man immer fresh und gut gestylt. (alle lachen)“

Faye: „Ich schlepp gar nicht viel mit mir rum. Ich bin keine Frau mit Kramtasche.“

Fye & Fennek planen für das kommende Jahr wieder eine große Deutschlandtour  – ab April 2019 soll es losgehen. Einen Einblick in ihre Live-Qualitäten bekommt ihr über unseren Facebook und Instagram Channel sowie über das YouTube-Video oben.

Baumhaus Bar, Falckensteinstraße 48, 10997 Berlin

Telefon 030 23919994

E-Mail schreiben


Montag bis Freitag ab 12:00 Uhr, open end
Samstag ab 15:00 Uhr, open end

Baumhaus Bar

Ist es eine Sauna? Ist es ein Baumhaus? Nein, hier rauscht eine U-Bahn am Fenster einer neuen Berliner Bar vorbei, die auch Kaffee, Kultur und Hörfunk zu bieten hat.

Weitere Artikel zum Thema

Kultur + Events | Bars
Auf einen Drink mit… SIND
Wir ziehen durch die Bars der Stadt und laden uns Berliner Newcomer als Trinkgäste ein. […]