Interview

Evangelische Friedhöfe in der Stadtmitte

Evangelische Friedhöfe in der Stadtmitte
Andrea Krumbein ist Verwalterin der Höfe Sophien II und III, St. Elisabeth I und II, St. Philippus-Apostel und Golgatha-Gnaden-St. Johannes-Evangelist, die ab 2013 zum Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte gehören.
Friedhofsverwalterin Andrea Krumbein sagt, der Tod gehöre zum Leben und setzt auf gute Beratung auf den Friedhöfen Sophien II und III, St. Elisabeth I und II, St. Philippus-Apostel und Golgatha-Gnaden-St. Johannes-Evangelist.

Die von Ihnen verwalteten Friedhöfe sind grüne Oasen mitten in der Stadt, Gärten, Parks, Orte der Besinnung. Ein Besuch auf dem Friedhof kann etwas so Positives sein – Frau Krumbein, warum entscheiden sich trotzdem viele Menschen für Grabstellen, die sie nicht pflegen müssen?

A.K.: „Die Gründe sind natürlich unterschiedlich. Oft leben Angehörige gar nicht in der Nähe. Meist fürchten die Menschen aber, sie hätten im Alltag keine Zeit für Grabpflege. Dabei unterschätzen sie den heilenden Effekt, die Bewältigung der Trauer durch Arbeit in der Erde.“

Vielleicht sind manche auch unsicher, z. B., was sie pflanzen sollten?

A.K.: „Dafür sind wir doch da! Auf jedem unserer Höfe sind Mitarbeiter, die gerne beraten und helfen.“

Sie sind Verwalterin der Höfe Sophien II und III, St. Elisabeth I und II, St. Philippus-Apostel und Golgatha-Gnaden- St. Johannes-Evangelist, die ab 2013 zum Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte gehören. Kann man sich überall an Ihre Mitarbeiter wenden, wenn man eine Grabstelle sucht?

A.K.: „Selbstverständlich. Das ist schließlich keine leichte Entscheidung. Unsere Höfe sind durchaus unterschiedlich. Und dann gibt es so vielfältige Möglichkeiten der Beisetzung, da ist gute Beratung wichtig.“

Was sind das für Möglichkeiten?

A.K.: „Hier, auf Sophien II, kann man sich beispielsweise am Fuße eines Baumes bestatten lassen, als Alternative zum Friedwald. Neuerdings haben wir auch schöne pflegefreie Rosengräber. Oder Sie suchen eine der wundervollen historischen Grabstellen für eine Urnen- oder sogar Erdbestattung aus.“

Das ist doch sicher auch häufig eine Kostenfrage?

A.K.: „Nun, zum Beispiel ein Platz in einer historischen Stelle für zwei Urnen und 20 Jahre kostet 2000 Euro – inklusive Pflege. Da ist eine anonyme Bestattung auf der ‚grünen Wiese‘ nicht mehr zwingend die Alternative.“

Zumal man dann dort keinen konkreten Ort zum Trauern hat und der Verstorbene keinen Grabstein oder eine Namenstafel.

A.K.: „Richtig. Und das kann so wichtig sein! Lassen Sie sich auch nicht nur im Bestattungsinstitut beraten, sondern am besten direkt bei uns. Kürzlich hätten Eltern beinahe eine Reihenstelle für ihr verstorbenes Kind genommen. Da läuft aber das Nutzungsrecht nach 20 Jahren ab und kann nicht verlängert werden! Das konnten wir gerade noch verhindern. Nun haben sie einen würdigen, schönen Wahlplatz – irgendwann für die ganze Familie.“

Ist das nicht irgendwie unheimlich?

A.K.: „Ich finde es eher tröstlich. Der Tod gehört doch zum Leben. Und die letzte Ruhestätte für liebe Menschen oder uns selbst sollte nicht beliebig sein! Fragen Sie uns, wir helfen Ihnen gerne.“


Quelle: kompakt

Sophien II (ev. Friedhof), Bergstr. 29, 10115 Berlin

Telefon 030 28599815

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