EEQF-Kampagne

Schützt den Geschmack Italiens – Interview mit einem Experten

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Das Sehnsuchtsland Italien bietet eine fantastische Küche, die man auch hierzulande zu schätzen weiß. Doch im Supermarkt und auf den Tellern der italienischen Restaurants ist nicht alles echt, was italienisch aussieht. Die Kampagne EEQF klärt auf. Ein Experteninterview.

Italien ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, die Küche und die Produkte des Landes ist weltweit ein Genussversprechen. Doch nicht alles, was italienisch aussieht, ist auch echt. Aber wenn du beim Kauf auf offizielle Zertifikate wie STG, IGP, DOCG oder DOP achtest, kannst du sicher sein, Original-Qualität zu bekommen. Die Kampagne EEQF (Enjoy European Quality Food) klärt auf und rückt die zertifizierten Produkte in den Fokus. Wir hatten die Gelegenheit den Präsidenten der APOT – Vereinigung der toskanischen Olivenölproduzenten – Luigi Fanciulli zu sprechen.

Wann und wo haben Sie sich das letzte Mal über ein schlechtes italienisches Produkt geärgert?

Zum Glück ist es mittlerweile gar nicht einfach, ein minderwertiges Produkt aus Italien zu finden. Die meisten tragen ein europäisches Qualitätssiegel. Ich persönlich achte immer auf das Etikett und kann mich nicht daran erinnern, jemals ein Lebensmittel gekauft zu haben, das nicht meinen Erwartungen entsprach. Aber es gibt sie noch, vor allem im Internet kursieren ungekennzeichnete Produkte von schlechter Qualität.

In Frankreich und Italien ist es selbstverständlich, viel Geld für wirklich gutes Essen auszugeben. Warum ist es Ihrer Meinung nach so schwer, dieses Qualitätsbewusstsein in Deutschland durchzusetzen?

Laut einer Studie, die die steigende Nachfrage nach g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung), g.g.A. (geschützte geographische Angabe) oder g.t.S. (garantiert traditionelle Spezialität) zertifizierten Lebensmitteln analysiert hat, wächst auch in Deutschland das Bewusstsein, Produkte mit höheren Qualitäts- und Sicherheitsstandards konsumieren zu wollen. Wir müssen daher das Vertrauen in unsere zertifizierten Produkte weiter stärken und erklären, warum sie nicht nur hervorragend schmecken, sondern auch gesund sind. Wir können auf vergleichbare 319 italienische Zertifikate verweisen. Die Produkte werden von 167 Konsortien zum Schutz und zur Zertifizierung verschiedener Lebensmittel- und Weinerzeugnisse nach den Kriterien des italienischen Landwirtschaftsministeriums (MASAF) geprüft.

In Großstädten wie Hamburg und Berlin haben die Deutschen eher die Möglichkeit, fernab von Pasta, Pizza und Tiramisu verschiedene Gerichte und Geschmäcker zu probieren, die bereits in der ganzen Welt bekannt sind. Essen gehört zur italienischen Kultur und hat darüber hinaus eine soziale Komponente: Es macht die Menschen glücklich, gute Geschmäcker und Erfahrungen mit Freunden, Verwandten und Gästen zu teilen. Wir lieben das Kochen als Teil unseres Lebens und gutes Essen trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Was waren bisher die größten messbaren Erfolge der Kampagne?

Wir haben gerade das zweite Jahr der Aktion abgeschlossen. Das Projekt begann 2019 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Während der Covid-Pandemie wurde es unterbrochen und erst Anfang 2022 wieder aufgenommen. Wir haben sowohl quantitative als auch qualitative Ergebnisse erzielt.

In den drei Jahren haben wir bisher 13 Pressekonferenzen in Europa abgehalten, 4 weitere stehen noch aus – es sollten 20 werden, aber durch den Brexit hat sich Großbritannien zurückgezogen; In den vier Ländern – Italien, Deutschland, Spanien und Polen –, in denen die Kampagne läuft, hatten wir mehr als 1.000 journalistische Beiträge; es gab Studienreisen für europäische Journalisten; wir haben 79 Wochen Specials in Restaurants organisiert wie Kochshows, Verkostungen, Webinare für die Branche, Veranstaltungen für den Groß- und Abendvertrieb und 144 Werbeveranstaltungen in Geschäften. In qualitativer Hinsicht ist der Ruf dieses Projekts, seiner Partner und Produkte inzwischen sehr gut und die Menschen wissen besser, wofür zertifizierte Produkte stehen.

 

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Woran erkennt man, abgesehen vom Siegel, die Qualität eines wirklich guten Olivenöls? (APOT)

Am besten ist es, wenn man beim Kauf das Öl probieren kann, allerdings muss man sich schon ein wenig mit EVO auskennen, denn wenn es einen großen Defekt gibt, ist es sehr einfach, ihn zu verstehen. Bei italienischem EVO ist es leider nicht so einfach, aber die Siegel wie DOP oder IGP sind eine Garantie, auch das Bio-Siegel ist eine gute Angabe.

Welche Rolle spielen die Restaurants bei der Durchsetzung der Qualität aus Italien?

Eine wesentliche Rolle, denn Chefköche und Unternehmer, die Restaurants besitzen, können ihren Kunden unsere zertifizierten Produkte vorstellen, um den Ruf ihrer Restaurants zu verbessern und ihren Kunden verschiedene gastronomische Möglichkeiten und Verkostungen vorzuschlagen. In der Tat war ein großer Teil der Aktivitäten darauf ausgerichtet, das Wissen über Lebensmittel und Wein sowie die Kultur durch die Organisation von Workshops, Verkostungen und Restaurantwochen zu stärken.

Wie werden die Siegel vergeben? Wer prüft die Qualität – regelmäßig…? (Consorzio oder APOT)

Für das Kontrollsystem in Italien sind sowohl das Landwirtschaftsministerium als auch das Gesundheitsministerium zuständig. Darüber hinaus müssen sich die Produkte mit geografischer Angabe freiwillig der Kontrolle einer dritten Partei zur Zertifizierung des Produktionsprozesses und der Überwachung durch das Personal der Schutzkonsortien in der Vermarktungsphase unterziehen. Italienische Lebensmittel garantieren also ein Sicherheitsniveau wie kein anderes Produkt auf der Welt und das ist einer der Gründe, warum sie überall geschätzt und (schlecht) kopiert werden.

Haben Sie ein italienisches Lieblingsrestaurant in Berlin?

Es ist nicht leicht, im Ausland italienische Restaurants zu finden, die tatsächlich Erfahrungen mit der italienischen Küche gesammelt haben. Ein Besuch in einem italienischen Restaurant, das behauptet, italienische Gerichte zuzubereiten, erweist sich also nicht immer als echte Erfahrung mit der italienischen Küche. Aus diesem Grund versucht unser Landwirtschaftsministerium, ein Anerkennungssystem einzuführen, das sicherstellen soll, dass bei der Präsentation typisch italienischer Gerichte die Verwendung von Originalprodukten und eine Basis von Küchen-Know-how gewährleistet sind. Die Restaurants, die dem italienischen Verband der Köche (F.I.C.) angehören, der in vielen Ländern, auch in Deutschland, vertreten ist, können sich auf die Grundsätze der italienischen Küche verlassen. In Berlin können wir das Bocca di Bacco oder das Chiaro all’interno del Rocco Forte Hotel nennen.

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