Jahrespressekonferenz des Bezirksamts

Was Marzahn-Hellersdorf 2016 bevorsteht

Was Marzahn-Hellersdorf 2016 bevorsteht
Grün und modern: So sieht sich der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit seinem neuen CleanTech Business Park. In dessen Info-Pavillon fand die Jahrespressekonferenz des Bezirksamts statt.
Marzahn-Mitte - Mehr Bewohner, mehr Schüler, mehr Flüchtlinge: Die Jahrespressekonferenz des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf handelte vom Wachstum und seinen Herausforderungen. Dass im Bezirk nicht alles holperfrei abläuft, zeigt das Hin und Her um die sanierungsbedürftige Achard-Grundschule.

Der Ort des Geschehens: Der kürzlich fertiggestellte, grün-futuristische Pavillon des Cleantech Business Park war in diesem Jahr Austragungsort der Jahrespressekonferenz. Das durchaus ansehnliche Gebilde signalisiert Aufbruch, doch noch herrscht ringsum gähnende Leere. Der Bezirk vermarktet das künftige Industriegebiet als Standort für Firmen, die umweltschonende Zukunftstechnologien entwickeln. Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung, konnte am Montag verkünden, dass die Verhandlungen über die Ansiedlung zweier deutscher Unternehmen aus dem Bereich Energiestoffrecycling weit gediehen seien. Gräff rechnet mit einer Vertragsunterzeichnung im Frühjahr. Eine komplette Belegung des 90 Hektar großen Areals könne jedoch 15 Jahre dauern.

Meist diskutiert: Erst hieß es, eine Sanierung der vom Hausschwamm befallenen Franz-Carl-Achard-Grundschule in Kaulsdorf sei nicht machbar. Seit Beginn des Schuljahrs werden rund 300 Schüler täglich mit Bussen zum zehn Kilometer entfernten Ersatzgebäude an der Marcana-Schule gefahren. Doch das Bezirksamt wartete nach Auskunft von Bürgermeister und Schulstadtrat Stefan Komoß (SPD) noch auf ein weiteres Gutachten. Dieses besagt nun, dass die Dächer des Schulgebäudes nicht so schwer beschädigt sind wie befürchtet. Daraufhin schwenkte der Bezirk wieder um, will die Grundschule nun sichern und ab Sommer wieder nutzen.

„Wir gewinnen mit der temporären Sicherung Zeit“, sagte Komoß. Zeit, die benötigt wird, um die Sanierung zu planen und ordentlich finanzieren zu können. Ab 2020 soll es losgehen; rund zehn Millionen Euro soll die Ertüchtigung kosten und mit einer Erweiterung der Kapazität einhergehen. Dazu sind sogenannte modulare Ergänzungsbauten geplant, die schnell und kostengünstig errichtet werden können. Die höhere Kapazität sei ein wichtiger Grund für diese Lösung gewesen, so Komoß. Doch auch der Druck der Eltern, deren Vertreter Robert Schlack bei der Pressekonferenz anwesend war, dürfte seinen Teil beigetragen haben.

Was gut läuft: Zu den Erfolgen zählen die Bezirkspolitiker die Eröffnung der Frauensporthalle im Freizeitforum Marzahn, die am 17. Januar ersten Geburtstag feiert. Auch die mit Hilfe konzertierter Anstrengungen gegenüber 2011 halbierte Jugendarbeitslosigkeit gehört zu den positiven Entwicklungen: Mit gut 1.000 Arbeitslosen unter den 15- bis 25-Jährigen liegt Marzahn-Hellersdorf mittlerweile unter dem stadtweiten Durchschnitt.

Außerdem soll in diesem Jahr die Sanierung von Schloss Biesdorf abgeschlossen sein. Die Innenräume sind bereits fertig und werden bald als Galerie dienen – gewerkelt wird noch an den Außenanlagen. Stadtrat Stephan Richter (SPD) äußerte sich stolz, aber auch wehmütig über das nahende Ende der schwierigen Bauarbeiten und die Übergabe an den künftigen Betreiber, die städtische Grün Berlin GmbH.

Die Herausforderungen: Steigende Einwohnerzahlen und die Aufnahme von Flüchtlingen sorgen auch in Marzahn-Hellersdorf dafür, dass neuer Wohnraum und mehr Schulplätze benötigt werden. „Ich kann bestätigen, dass die Schulen unter Druck sind“, so der Bürgermeister. Die Hauptprobleme lägen im Grundschulbereich. Der Bezirk hat mittlerweile 20 Willkommensklassen für Kinder ohne Deutschkenntnisse eingerichtet. Außerdem setzt Komoß auf weitere modulare Ergänzungsbauten, um die Schulkapazitäten zügig zu erhöhen.

Schlagzeilen machten zuletzt die berlinweit überlasteten Bürgerämter. Auch Marzahn-Hellersdorf konnte 2015 nur 170.000 statt der geforderten 220.000 Termine anbieten. Stadtrat Richter kündigte an, dass der Bezirk in diesem Bereich neue Stellen schafft: Nach vier Einstellungen im letzten Jahr sollen in den kommenden Monaten drei weitere Beschäftigte hinzukommen. Damit hofft Richter, die Wartezeiten auf einen Termin bis Ende 2016 von über acht wieder auf zwei Wochen zu reduzieren.

CleanTech Pavillon, Am CleanTech Business Park 1, 12681 Berlin
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