Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Klein-Tokio im Europa-Center

Klein-Tokio im Europa-Center
Im Daitokai wird das Essen mit scharfem Messer direkt am Tisch zubereitet.
Gerlinde Jänicke ist Moderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Diesmal hat sie sich zum Mittagessen im Daitokai verabredet - dem Japaner im Europa-Center.

Das Europa-Center ist wie dieser eine alte Freund, den wir sehr lieben, aber irgendwie immer vergessen zum Geburtstag einzuladen. Weil er immer nur still vor sich hin sitzt und in vergilbten Fotoalben blättert. Deshalb wundert es mich sehr, dass meine coolste, hippste und trendigste Freundin gerade diesen Ort vorschlägt, um sich zum Mittagessen zu treffen. Ich weiß, dass ich als kleines Mädchen oft mit meinem Opa hier gewesen bin. Und bis heute die Wasseruhr nicht lesen kann. Aber sonst…nee. Das Europa-Center habe ich als persönlichen Hotspot nicht wirklich auf dem Schirm.

Meine Freundin schlägt das Daitokai vor. Davon habe ich noch nie gehört. Aber ich verlasse mich auf sie, schließlich weiß sie eben, was gut ist. Japanische Küche mag ich gerne. Zumindest esse ich gerne Sushi, Misosuppe und japanisches Bier finde ich auch lecker.

Geishas und Kois

Der Eingang ist einladend. Hölzerne Torbögen, dunkle Farben, eine Atmosphäre wie in einer Entspannungsoase. In einem Teich schwimmen Kois, die mein – angeleinter – Hund gerne fangen würde. Sympathisch ist, dass ich mit Hund hinein darf. Das Restaurant wirkt sehr fein und ich rechne anfangs mit einem: „Der Hund darf leider nicht mit hinein.“

Wir werden an den Tisch geführt, die hübsche Dame sieht original aus wie die Geishas, die ich sonst nur aus Filmen kenne. Das Essen, es gibt auch ausreichend vegetarische Auswahl, wird direkt am Tisch zubereitet. Es macht Spaß, dem Koch an der Herdplatte zuzusehen. Wir entscheiden uns für Garnelen und Hühnerfleisch und beobachten, wie unser Gericht vor unseren Augen vorbereitet wird.

Fast wie in Japan

Das Baby meiner Freundin ist noch sehr klein, so lutscht es vergnügt nur an einem Stück Huhn und gluckst glücklich. Für etwas Größere gibt es sogar Kinderstäbchen, was ich sehr hübsch finde. Das Restaurant ist jetzt zur Mittagszeit fast leer, an den wenigen Tischen, die besetzt sind, sitzen fast ausschließlich Japaner. Eine kleine Familie, zwei Geschäftsleute. Meine Freundin erzählt mir, dass eine japanische Bekannte, die in Berlin lebt, behauptet, dieses Restaurant käme so nah an ein Original in Japan ran, wie es in Deutschland möglich sei. Das ist schon ein ziemliches Kompliment! 

Das Restaurant ist recht groß, aufwändig dekoriert und dabei nicht kitschig eingerichtet. Ich mag diese schöne Ruhe, die ich hier empfinde, was sicherlich nicht nur daran liegt, dass wir fast die einzigen Gäste sind an diesem Nachmittag. Das Feng Shui scheint hier zu stimmen.

Günstig ist das Essen nicht. Das Thunfischsteak mit Wasabi-Sojasauce kostet 28 Euro, ein Menü gibt es für etwa 60 Euro pro Person. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das Essen schmeckt toll, der Service ist wirklich schnell und höflich. Ein echtes Kleinod im Europa-Center. Ganz sicher bin ich als Kind hier schon mal gewesen. Mit dem Opa. Das Daitokai gibt es schon seit 35 Jahren! Schön, dass ich es (wieder) finden durfte!


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Daitokai Restaurant, Tauentzienstraße 9-12, 10789 Berlin

Telefon 030 2618090
Fax 030 2616036

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Dienstag bis Sonntag von 12:00 bis 14:00 Uhr und von 18:00 bis 22:00 Uhr

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