Jubiläum für Begegnungstätte

20 Jahre Afrika-Haus in Moabit

1993 eröffnete das Afrika-Haus und ist seitdem interkulturelle Begegnungsstätte.
1993 eröffnete das Afrika-Haus und ist seitdem interkulturelle Begegnungsstätte.
Die deutsch-afrikanische Begegnungsstätte in der Bochumer Straße bietet das ganze Jahr über Kulturevents, Ausstellungen und Workshops an. 2013 ist aber etwas ganz Besonderes für die Kiez-Institution.

Das Veranstaltungsjahr 2013 beginnt für Oumar Diallo, Leiter des Afrika-Hauses, feierlich und mit hohem politischen Besuch. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Afrika-Hauses ist am 12. Januar der tschadische Abgeordnete Béral Mbaikoubou zu Gast. Der blinde Oppositionspolitiker lädt zu einem Podiumsgespräch, bei dem er über die sozialen und politischen Verhältnisse im Tschad erzählt. Darüber hinaus macht Mbaikoubou seit Jahren Musik und gibt nach der Diskussion ein Live-Konzert.

Vorurteile abbauen

Diallo freut sich, mit Mbaikoubou einen Mann für die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr gewonnen zu haben, der unvermittelt über das Leben im Tschad berichten kann. „Wir sind stolz das jüngste Mitglied der tschadischen Opposition präsentieren zu können. Er ist ein Idol der Jugend im Tschad und setzt sich direkt in der Politik für soziale Gerechtigkeit ein“, sagt Diallo, der im November 1993 das Afrika-Haus gegründet hat.

Seit nunmehr 20 Jahren veranstaltet Diallo in Moabit Kulturevents, Ausstellungen und Workshops. Unter anderem ist hier die ständige Ausstellung „Schwarz und Weiß“ zu sehen. Evolutionär betrachtet sind Schwarz und Weiß die ersten Farbbezeichnungen, die in jeder Sprache der Welt entwickelt wurden. Die Schwarz-Weiß-Fotos der Ausstellung, die unter anderem Bilder von verschiedenen Kulturen in Afrika zeigen, sollen die aufgeladene Wahrnehmung von Schwarz und Weiß bewusst machen und zur Diskussion über festgefahrene Vorurteile anregen.

Zukunft mitgestalten

Diallo blickt mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen 20 Jahre zurück: „Wir sind zufrieden, eine deutsch-afrikanische Begegnungsstätte geschaffen zu haben. Seit der Eröffnung 1993 ging es Stück für Stück voran, der Verein ‚Farafina‘ hat sich etabliert und wir konnten viele interkulturelle Projekte und Veranstaltungen anbieten. Leider trägt sich das Afrika-Haus noch nicht selbst und wir sind auf Spenden angewiesen. Unser Ziel für die Zukunft ist es, finanziell komplett unabhängig zu sein.“ Weiterhin gilt es, die Unterstützung der Anwohner im Kiez zu gewinnen. „Viele haben die Ansicht, dass Afrika ein verlorener Kontinent ist und wenig Perspektive besitzt. Dabei kann Afrika die Zukunft entscheidend mitgestalten“, sagt Diallo und erhofft sich noch mehr Teilnahme und Engagement der Berliner.

Weitere Informationen unter: http://www.afrikahaus-berlin.de/

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Afrika-Haus, Bochumer Str. 25, 10555 Berlin

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