Geboren wurden Jacob Ludwig Karl und Wilhelm Carl Grimm 1785 bzw. 1786 in Hanau. Nach dem Studium in Marburg und mehrjährigen Aufenthalten in Kassel – hier entstand die berühmte Märchensammlung, die vom Berliner Verleger Georg Andreas Reimer herausgegeben wurde – und Göttingen, zogen die Brüder im Jahr 1840, einer Einladung des neuen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. folgend, nach Berlin.

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Dort wurden die studierten Juristen, die sich als Rechtsexperten, Übersetzer, Mythen- und Sprachforscher einen Namen gemacht hatten, zu Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften berufen. Neben ihrer Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität, verfassten die Brüder in Berlin zahlreiche kulturelle und politische Abhandlungen sowie die „Geschichte der deutschen Sprache“, ein Versuch, wissenschaftliche Sprach- und Sozialgeschichte miteinander zu verbinden.

Zuhause in Tiergarten

Die ersten fünf Jahre lebten die nun finanziell abgesicherten Brüder Grimm in der Lennéstraße 8, in exponierter Lage direkt am Tiergarten. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Dorotheenstraße 47 bezogen die Brüder 1847 einen Neubau in der Linkstraße 7. Heute erinnern eine Gedenktafel am Haus in der Alten Potsdamer Straße 5 und die Brüder-Grimm-Gasse an den Ort, den die Grimms bis zu ihrem Tod im Jahr 1863 (Jacob) bzw. 1859 (Wilhelm) bewohnten.

Das größte Wahrzeichen, mit dem die Stadt an ihre berühmten Bürger erinnert, ist jedoch das im Jahr 2009 eröffnete Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität – eine Bibliotheks- und Forschungseinrichtung, die in Architektur und Ausstattung bundesweit einzigartig ist. Das Grab der Brüder auf dem im Jahr 1856 gegründeten Schöneberger St.-Matthäus-Kirchhof kommt dagegen eher unscheinbar daher. Für kulturinteressierte BerlinerInnen und Touristen lohnt ein Ausflug jedoch allemal, auch Persönlichkeiten wie der Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg (heute erinnert allerdings nur noch eine Gedenktafel an die kurze Zeit, die er hier begraben war), der Arzt Rudolf Virchow oder Musiker Rio Reiser sind auf dem Friedhof beigesetzt.

Alter St.-Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstraße 12, 10829 Berlin


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