Jüdische Kulturtage 2014

So bunt ist das Judentum!

Die Band Axum aus Israel spielt im Yaam auf.
Die Band Axum aus Israel spielt im Yaam auf.
Berlinweit - Auch die 28. Ausgabe der Jüdischen Kulturtage bemüht sich mit einem abwechlsungsreichen Programm zwischen Kino, Kunst und Straßenfest um ein breites Publikum. Am 4. September wird die Veranstaltungsreihe, zu deren Highlights die Lange Nacht der Synagogen gehört, mit einem außergewöhnlichen Konzert eröffnet.

Auf einem Flohmarkt stieß der Countertenor Jochen Kowalski auf ein abgegriffenes Notenbuch. Sein Inhalt: zwölf von Max Kowalski vertonte Gedichte aus einem französischen Gedichtzyklus von Albert Giraud. Schon nach einem ersten Blick in das Büchlein war die Idee für das Projekt Jochen Kowalski singt Max Kowalski geboren. In Zusammenarbeit mit dem Voglerquartett und dem Pianisten Uwe Hilprecht wird das Stück des 1882 geborenen jüdischen Komponisten, dem nach der Inhaftierung in Buchenwald die Emigration nach London gelang und der dort 1956 vereinsamt starb, am 4. September in der Synagoge Rykestraße auf die Bühne gebracht. Eine ergreifende Eröffnung der 28. Jüdischen Kulturtage.

Auch im weiteren Verlauf des etablierten Festivals spielt Musik eine gewichtige Rolle. Zu den Konzerthöhepunkten gehört auch der Auftritt des israelischen Gesangsstars Idan Raichel, der bereits vor Barack Obama im Weißen Haus auftrat und seine nahöstlichen Popsymphonien mit Schattierungen von Klassik über Arabesken bis zu afrikanischen Rhythmen vermischt. Sein Konzert findet mit Unterstützung von anderen Musikern in intimem Rahmen am 11. September ebenfalls in der Synagoge Rykestraße statt. Erstmals wenden sich die Organisatoren mit der Party Tel Aviv meets Berlin im Rocco & Sanny sowie einem Clubkonzert vom HipHop-, Dancehall- und Reggae-Duo Axum aus Israel im Yaam auch ans Szenepublikum.

Die Bibel in einer Stunde

Unter dem umfangreichen Lesungs- und Vortragsprogramm macht vor allem der Parforceritt des australischen Gelehrten David Solomon Die gesamte jüdische Bibel in einer Stunde am 9. September in der Heinrich-Böll-Stiftung neugierig und das Programm Fragmente einer Welt – jüdisches Leben im Polnischen Film lädt zu Besuchen im Zeughaus-Kino ein. Wer etwas mehr über den Philosophen Moses Mendelssohn erfahren möchte, den laden die Organisatoren am 7. September zu einer ganztägigen Exkursion Auf den Spuren der Familie Mendelssohn ein. Dabei geht es per Bus quer durch die ganze Stadt. Ein paar Tage später, am 11.9., stellt die Umbenennung des Platzes vor dem Jüdischen Museum in „Moses-und-Fromet-Mendelssohn-Platz“ einen vorläufigen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 285. Geburtstag des bedeutenden Vordenkers dar.

Die Lange Nacht der Synagogen am 6. September gehört natürlich ebenfalls zum festen Bestandteil der Jüdischen Kulturtage. Fünf bedeutende jüdische Religions- und Kulturzentren laden einen Abend lang zu einem informativen und unterhaltsamen Programm ein. Für kleine Besucher zwischen acht und 13 Jahren wird ein spezielles Event auf die Beine gestellt: Vom 5. bis zum 12. September können sie sich unter dem Motto Komm, ich zeig‘ dir was! täglich zwischen 15 und 17 Uhr in der Synagoge Joachimstaler Straße von anderen Kindern durchs Gotteshaus führen lassen und gemeinsam „Challa“, den traditionellen jüdischen Hefezopf, backen. Für alle anderen gibt es auf einem Straßenfest am 7. September in der Fasanenstraße zahlreiche Leckereien, viele Infos und Musik.

Weitere Infos zum Programm findest du hier.

Synagoge Rykestraße, Rykestraße 53, 10405 Berlin

Telefon 030 88 02 80
Fax 030 88 02 8-2679

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Kabbalat Schabbat: Winter 18 Uhr; Sommer 19 Uhr
Schabbat Schacharit: ganzjährig 9.30 Uhr

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